Die Zeitwaage dient ja nicht eigentlich dem Messen des Ganges...

Mit der Zeitwaage werden üblicherweise Lagenfehler bestimmt, also Unterschiede zwischen den Gängen in verschiedenen Lagen - was dann als Indikator für Fehlerhafte Einstellungen am Regulierorgan selber, für Instabilitäten durch eine zu geringe Amplitude oder Beschädigungen am Unruhzapfen dienen kann. Aus der Momentaufnahme der Zeitwaage auf den tatsächlichen Gang über 24 Stunden schließen zu wollen, ist eher spekulativ.
Bei einer Uhr die getragen wird und somit ständigen Lagenwechseln, Beschleunigungskräften und dem Einfluss einer immer voll gespannten Zugfeder unterliegt - ist die Zeitwaage zur Bestimmung des Ganges wesentlich ungenauer als ein zwei Euro fuffzich Funkwecker. Allein schon deswegen, weil sie dafür nicht vorgesehen ist...
Von daher ist auch heute noch das Regulieren einer Uhr - wenn man es denn richtig machen will - eine Sache, die etwas Zeit in Anspruch nimmt.

Im übrigen aber ist es durchaus normal, dass eine Uhr mit automatischem Aufzug in den Lagen auf einen leichten Vorgang reguliert wird. Im Gegensatz zu Handaufzugsuhren neigen sie nämlich dazu am Arm ein wenig nachzugehen, was an der konstanten Spannung der Zugfeder liegt.