Gestern kam eine Reportage auf Tagesschau24 über Sneaker.

War sehr interessant. Es gibt wohl Turnschuhe, die zum 10fachen des Listenpreises gehandelt werden, teilweise bis 30k. Überwiegend Jugendliche handeln damit, teilweise wird automatisiert mit Bots gekauft (sog. "Botter"), und zwar in maximalen Mengen. Die Pakete werden dann an "Bulker" verkauft, über diverse Platformen gehandelt. Auch der Endkäufer handelt noch, sogar gebraucht (!). Der Botter umgeht die Vergabekontrollen der Shops, die Sneaker sind selbstverständlich limitiert und am freien Markt kaum erhältlich.
Das scheint ein Massenphänomen zu sein, und das wichtige ist, der Uhrenmarkt ist da noch sehr weit in der Entwicklung zurück.

Die dargestellten Jugentlichen waren in erster Linie geldorientiert, hatten aber auch starkes Interesse am Produkt. Und das sehe ich bei den Uhren auch. Es geht nicht mehr nur um Technik, Präzision und Design, sondern auch ums Geld. Nicht nur die Uhr ist cool, es ist auch cool das der Wert steigt, und dass man den Besitz zeigen kann. Ist eine neue Zeit, muss man so akzeptieren.

Die Hersteller sind auch nicht unschuldig, muss man nur mal sehen was eine Seiko5 kostet, und das ist weniger als die Preiserhöhungen der letzten Jahre bei Rolex und PP Stahl, vom Kaufpreis ganz zu schweigen.

Durch geschicktes Marketing wird ein Massenprodukt begehrlich, und es setzt sich eine Preis/Nachfragespirale in Gang.
Zudem werden die Alltagsprodukte (Sneaker und Uhren) gesammelt, allein diese Entwicklung ist auch schon bemerkenswert.

Ich glaube, dies alles ist ein Zeichen unseres Wohlstandes, der Bedarf zum Sammeln ist vom eigentlichem Bedarf völlig losgelöst, daher greifen auch keine rationalen Überlegungen über Preis und Wert. Beendet wird das wohl nur durch eine neue Mode, oder stärkste wirtschaftliche Krisen die eine Konzentration auf den eigentlichen Bedarf fokussieren.