Allgemein und nicht nur in Bezug auf Porsche stelle ich fest, dass immer mehr Menschen dazu neigen, den Zustand eines Fahrzeugs anhand des Kilometerstands, Betriebsstunden und irgendwelchen Drehzahlprotokollen, deren Relevanz meiner Meinung nach anzuzweifeln ist, bewerten zu wollen.

Thema Überdreher: Der 997/991 kann mehr Drehzahl ab, als er vom Werk aus darf. Wird er dann ein paar mal in seinem Leben in den Begrenzer gedreht, macht das den Kohl nicht fett und ändert nichts an der Standhaftigkeit des Motors. Bei 85% der Fahrzeuge ist TECHNISCH wohlgemerkt gar kein kritischer Überdreher mehr möglich, solange die Räder Grip haben, PDK sei Dank (dessen Ausstattungsanteil zeitweise rund 85% betrug). Und selbst wenn er den hatte, weil es ein Schalter ist, würde mich das nicht unbedingt abhalten.
Oder um es anders zu sagen: Lieber einen, der auf der Straße 50.000km von jemand gefahren wurde, der zum Schalten zu blöd ist und dabei 30x für 200 Umdrehungen einen Überdreher Stufe 4 hatte, als einen, der nur 30.000km auf der Rennstrecke vom Profi zum exakt richtigen Zeitpunkt den Gang in Perfektion gewechselt bekommen hat, dabei aber leider auch mit professioneller Konsequenz das letzte aus dem Auto rausgeprügelt hat und das Auto ausgelutscht hat.

Thema Betriebsstunden: Das ist doch mit der unerheblichste Wert, den es gibt. Selbst bei realistischer Varianz der Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen ca. 35 und ca. 75 km/h hat ein Auto bei 1000 Betriebsstunden ein Fenster von 40.000 km Laufleistung, innerhalb derer alles in Ordnung sein kann. Wie soll ein so ungenauer Wert Aufschluss über die Laufleistung geben? Allein zwischen Tankfüllungen variieren die Betriebsstunden in Relation zu den gefahrenen Kilometern enorm, je nach Einsatzzweck und -ort.

Dazu kommt noch, dass der Betriebsstundenzähler genauso wenig vor Manipulation geschützt ist, wie hier schon völlig richtig angemerkt wurde.