genialfaszinierende Bilder
![]()
Ergebnis 1 bis 20 von 69
Thema: Namibia 2026 - heimkommen
-
05.05.2026, 11:19 #1
Namibia 2026 - heimkommen
Drei Jahre ists her, dieses Jahr wollten wir wieder nach Namibia und haben uns für dieses mal den Süden rausgesucht.
Wer den alten Thread noch nicht kennt: https://www.r-l-x.de/forum/showthrea...hlight=Namibia
Der Norden ist tiermäßig interessanter, grüner, da geht mehr ab wenn man die Safari- und Afrikaexperience will. Der Süden ist recht wüstig harsch, aber landschaftlich auf seine Weise traumhaft.
Landeanflug zum Sonnenaufgang

und Ankunft bei Tagesanbruch; klingt kitschig, aber fühlt sich wie heimkommen an.

Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Namibia lässt sich am besten als Selbstfahrer erkunden, so gut wie jeder spricht und versteht Englisch, das Land ist sicher und im Notfall hats überall recht guten Empfang. Ich hätt absolut keinen Bock auf Reisegruppen und stundenlang in einem Touribus zu sitzen. Man muss halt Schotterstraßen fahren wollen und können. Linksverkehr ist irgendwie kein Problem in einem Land mit wenig Verkehr und mit dem Lenkrad auf der für dort richtigen Seite. Ich hab mich in England mit einem linksgelenkten Auto mit dem Umdenken schwerer getan.
Unser trusted steed wie auch beim letzten mal schon: der Toyota Fortuner. Würd ich immer wieder empfehlen, der kann was und bietet eine gute Kombination aus Komfort und Robustheit.
Großes Ziel auf dieser Reise ist der Fishriver Canyon im Süden, mit drei Lodges als Zwischenzielen.

Unsere erste Begegnung mit der lokalen Fauna auf dieser Reise: Springboks

Unsere erste Lodge war so ein bisschen Streichelzoo, Warzenschweine, Pfaue(?), Straussen und Springboks ziemlich nah.




Von dort aus gehts weiter in die Kalahari. Im Gegensatz zu unserer letzten Tour, die überwiegend auf Schotterstraßen lief, fahren wie dieses mal die Hälfte unserer Wege auf Teerstraßen. Möglich macht das die Hauptverbindungsstraße B1, die von Windhoek bis nach Südafrika geht und durchgängig geteert ist. Sehr ähnlich einer deutschen Bundesstraße, aber hier wie fast alle Teerstraßen wenn es sie denn gibt mit 120km/h Geschwindigkeitsbeschränkung.

Auf dem Weg zur Kalahari Anib Lodge kurzer Halt am Hardap Damm für ein Getränk, dort treffen wir eine von zwei Hauskatzen in Namibia:

sie hats nach eigenen Angaben sehr hart.

Und wir treffen auch Johannes, unseren Waiter. Er ist irgendwie nicht so beeindruckt von unserer Namensgleichheit wie ich.
Kurz vor der Kalahari Anib Lodge dann die ersten Schotterstraßen. So ein bisschen hab ich sie schon vermisst, Namibia auf Teer fühlt sich komisch an.

...und das erste mal hier hab ich auch so richtig das Gefühl mitten in Afrika zu sein. Ich kanns nicht sagen woran es liegt, ziemlich cheesy, aber dieses Licht bei Tagesanbruch und Tagesende, das trockene Buschgras, die Stille, einfach herrlich.


Morgens machen wir einen Game Drive - die meisten Tiere kennen wir schon, aber manchmal ists ganz interessant was die jeweiligen Guides so erzählen und nur weil wir ein Tier schonmal auf der Bingo-Card abgehakt haben, heisst das ja nicht dass wir es nicht nochmal sehen wollen.

Was wir fast immer und überall gezeigt bekommen: die Nester des "Social Weaver Birds". Wie der Name schon sagt bauen/weben sie ihre Nester, viele Generationen zusammen in einem Baum. Diesen Baum verlassen sie auch nur, wenn das Nest zu schwer wird und abbricht, oder der ganze Baum stirbt.

Die Eingänge sind alle an der Unterseite des Nests, um es Schlangen so schwer wie oder sogar unmöglich zu machen reinzukommen.

Deshalb auch immer die Warnung nicht (zu lange) unter einem dieser Nester zu stehen, weil es tatsächlich vorkommen kann dass Schlangen aus dem Baum fallen.
Fun fact: es gibt auch nicht so sociable weaver birds, da sind die Nester alle einzeln im Baum verteilt.
Laut Guide der hässlichste Vogel der Welt, der Marabou:

Find' ich persönlich unfair, denn in der Luft sieht der schon recht imposant aus mit seinen 2,5-3m Spannweite.
Nachmittags ziehts etwas zu und ich mach eine Wanderung, während Sarah am Pool bleibt. Natürlich hab ich mir die längste Wanderstrecke rausgesucht, was sind schon 9km? Besonders wenns bedeckt ist, absolut kein Problem. Nur hats nach Kilometer eins richtig aufgerissen und die afrikanische Hitze hat mich den Rest begleitet. Trotzdem kein Problem, ich hatte genug Wasser, ich hatte Snacks dabei und am Handy war ich auch ortbar.
Zwischendrin wär ich auch gern am Pool geblieben, aber am Pool sieht man halt sowas nicht:



Zum Sonnenuntergang dann doch wieder am Pool

Unser nächstes Ziel war die Alte Kalköfen Lodge, benannt nach: den beiden alten Kalköfen auf dem Gelände (d'uh):

Diese Lodge hat ein bisschen diesen "derelict chic" für sich perfektioniert. Es sieht alles aus als wäre es aus Schrott und Altteilen zusammengesetzt/wiederverwendet, dabei ist es doch recht modern und funktional. Oftmals wirkt so etwas optisch schnell tatsächlich heruntergekommen oder einfach nur kitschig, aber hier passt es perfekt zusammen, ohne überhaupt künstlich zu wirken.

Zwei weitere Besonderheiten: die Lodge, bzw. das Gelände sind wissenschaftlich "wichtig", da hier wohl besondere Vögel irgendein besonderes Verhalten zeigen und dafür wohl regelmäßig Ornithologen hier sind, und sie ist bekannt für die (zweit-?)größte Sammlung, Zucht und Erforschung von "Lithops" - lebenden Steinen.
Das sind Wüstenpflanzen, die aussehen wie die Sohle eines Paarhufers und alle paar Jahre eine kleine Blüte hervorbringen.

Auch ist der Besitzer wohl recht religiös, auf der Veranda zum Eingang der Lodge ist unter Glas am Boden eine Bibel aufgeschlagen. Zusätzlich sieht jedes Zimmer so aus:

bitte schön Befruchtungsabstand einhalten
Wir haben die Betten schon ein wenig zusammengeschoben - Händchen halten wird wohl erlaubt sein, schließlich sind wir verheiratet 
Auch als kurzen Zwischenstopp kann ich das Restaurant sehr empfehlen. Das Essen ist wirklich gut und das Personal mit viel Liebe dabei.
Nach einem leckeren Frühstück

gings weiter zur Fishriver Lodge - mehr dazu dann im nächsten Post.
Geändert von Muigaulwurf (05.05.2026 um 11:20 Uhr)
Gruß, Joe
draussen nur Hähnchen
Kow How Joe
-
05.05.2026, 12:14 #2
-
05.05.2026, 12:19 #3
Wunderbar! Ich war noch nie in Afrika, deswegen mag ich diese Berichte ganz besonders.

Vielen Dank dafür. Was ist die beste Reisezeit für Namibia?Gruß Kalle
...acta, non verba...
-
05.05.2026, 12:29 #4PREMIUM MEMBER
- Registriert seit
- 03.12.2022
- Ort
- Bei Berlin
- Beiträge
- 2.811
Toll. Wunderbar die Atmosphäre von dort unten rübergebracht.
Gruß Micha
Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist.
-
05.05.2026, 12:33 #5
Wir waren jetzt zweimal Ende März, Anfang April das ist der Herbst in Namibia und eigentlich das Ende der Regenzeit. Wir hatten am Ende dieser Reise ein paar Tage mit Regenschauern und Freunde von uns eine Woche später hatten richtig viel Regen. Da war dann für sie das Sossusvlei direkt überschwemmt und in Etosha überall Wasser, was es insofern schwieriger macht Tiere zu sehen, weil sie sich nicht wie in trockeneren Zeiten an den Wasserstellen treffen und versammeln.
Bei unserer ersten Reise war die Regenzeit vorbei und es war schon wieder recht trocken.
Die Temperaturen sind um die Zeit warm, aber nicht mehr extrem heiss, die Nächte sind dadurch auch nicht besonders kalt. Ich würd jetzt sagen Ende April, Anfang Mai ist eine gute Zeit, danach kanns in den Nächten schon auch sehr kalt werden hab ich mir sagen lassen und viele Lodges leben auch von dieser offenen Experience mit Abends draussen sitzen oder sogar draussen schlafen.Gruß, Joe
draussen nur Hähnchen
Kow How Joe
-
05.05.2026, 12:40 #6
Herrlich - vielen Dank bis hierher, ich freue mich auf die Fortsetzung.
Es grüßt der Stephan

-
05.05.2026, 12:41 #7
Sehr geil! Ich war nur vor zwei Jahren mal ein paar Tage in Südafrika, aber seitdem ist mir klar, dass ich noch mehr von Afrika bereisen will.
-
05.05.2026, 12:45 #8
Super!!
Gruß,
Michi
If the government says you don`t need a gun......buy two!
-
05.05.2026, 12:49 #9
Joe, großartig!!!

Vielen Dank und gerne mehr
Aloha,
Can
I am the REAL Checker Can!
Gibt‘s das auch mit Approved?
-
05.05.2026, 12:55 #10Freccione
- Registriert seit
- 22.01.2011
- Ort
- Kölle am Ring
- Beiträge
- 5.844
Sehr schöner Bericht!
Es grüßt der Bernd
-
05.05.2026, 12:58 #11Officially Certified Hell Driver 2015, 2016, 2018, 2019 & DoT Winner 2022
- Registriert seit
- 29.12.2005
- Beiträge
- 8.415
So geil, danke Joe.
Urlaub? Hier klicken! oder anrufen: +49 7131- 902020 liebe Grüße, Jochen
-
05.05.2026, 13:02 #12Yacht-Master
- Registriert seit
- 25.08.2017
- Ort
- Köln
- Beiträge
- 1.871
Sehr geil danke, überlegen im Juli dort hin und auch eine Tour zu machen.
-
05.05.2026, 13:09 #13
Wir waren vor 1,5 Jahren im November unten.
3 Wochen Selbsfahrerrundreise. Das war eine der schönsten Reisen die wir bislang gemacht haben. Und wir haben schon viel gesehen.
Alles was Joe oben geschrieben hat kann ich nur bestätigen.
Den ganz südlichen Teil hatten wir bei der letzten Reise weggelassen, aber das holen wir diesen November nach.
Wir starten in Windhuk, erforschen eine Woche den Süden und fahren dann nach Südafrika weiter. Dort geht es dann in 2 Wochen und bis Kapstadt und von dort zurück.Grüße aus den Rheinland
Frank
-
05.05.2026, 13:11 #14
Danke für den tollen Bericht und die schönen Fotos
Ohne Signatur
-
05.05.2026, 13:48 #15
Mega

Dankeunder Milkwood
LG
Stephen😎
-
05.05.2026, 14:04 #16
Wow, Landschaft, Tiere, Gebäude, einfach genial! Danke für die Mühe!!
77 Grüße!
Gerhard

-
05.05.2026, 14:14 #17
Ach wie schön, das macht richtig Spaß!
Die großen Leute verstehen nie etwas von selbst, und es ist ermüdend für die Kinder, ihnen immer wieder und wieder alles erklären zu müssen. - Der Kleine Prinz
-
05.05.2026, 14:19 #18
-
05.05.2026, 14:27 #19
Saucool !
Gerald
Wenn man mit seinem Zweitwagen zu seinem Drittwagen fährt und merkt, dass man den Schlüssel des Drittwagens in seinem Erstwagen vergessen hat, dann weiß man einfach: Man hat es geschafft.
-
05.05.2026, 14:31 #20
Wundervolle Bilder, tolle Beschreibung, sensationelle Bilder - bitte gerne mehr davon.
Liebe Grüße vom Ralph
"Harte Zeiten schaffen starke Männer. Starke Männer schaffen gute Zeiten. Gute Zeiten schaffen schwache Männer. Und schwache Männer schaffen harte Zeiten". G. Michael Hopf, Zykliker.
Ähnliche Themen
-
Namibia - wie Deutschland, nur afrikanischer
Von Muigaulwurf im Forum Fotografie & ReisenAntworten: 83Letzter Beitrag: 29.04.2023, 00:26 -
Namibia Mai/Juni: Eure Tipps?
Von walk im Forum Fotografie & ReisenAntworten: 3Letzter Beitrag: 14.03.2012, 10:49 -
Impressionen Namibia
Von AlexH im Forum Fotografie & ReisenAntworten: 36Letzter Beitrag: 09.05.2011, 06:11 -
Namibia Tips?
Von AlexH im Forum Fotografie & ReisenAntworten: 7Letzter Beitrag: 07.01.2011, 16:54


Zitieren
Themenstarter

Lesezeichen