Also ich bin ein riieesiiiiger New-Orleans Fan. Allein schon wegen der Musik die diese Stadt bietet. Das muss man mal erlebt haben und es ist absolut top.

New Orleans ist eine schöne Stadt und davon gibt es in USA nicht sehr viele. Frisco hat auch was und in gewissem Sinne auch New York. Aber Atlanta oder LA oder Dallas sind wirklich unter aller Kanone.

Allerdings hat New Orleans nicht unbedingt eine typisch amerikanische Bevölkerungsstruktur. Sehr viele Farbige und Hispano-Einwanderer prägen das Bild der Stadt sehr stark. Das tut New Orleans sehr gut und macht das Flair aus.

Aber viele dieser Menschen sind sehr arm und wer einmal in den Aussenbezirken von N O war, der weiss was ich meine. Dort leben sehr viele die sich für 20 Dollar am Tag 10 Stunden und mehr abrackern. Drogenhandel, Prostitution und Gelegenheitsdiebstähle sind dort an der Tagesordnung. Und es geht dabei keineswegs zimperlich zu.

Diese Menschen hatten noch nie sehr viel Besitz und jetzt wo es nur um ein wenig Essen und etwas Wasser geht, erleben sie das die Hilfswelle wesentlich langsamer kommt, als die Wasserwelle. Verständlich dass sie sauer sind. Sie fühlen sich von ihrem Staat im Stich gelassen während George W. Bush im TV wie üblich grosse Reden, an der Realität vorbei schwingt.

Absolut unmöglich auch die Kommentare von Herrn Trittin, die in dem Satz gipfeln die Amerikaner seien selber schuld, weil sie ja die Klimakatastrophe selbst verursachen durch ihren verschwenderischen Umgang mit Energie. Auch wenn da was Wahres dran ist, hat das mit den Überschwemmungsopfern im Süden der USA gar nichts zu tun. Das ist die übelste Art von Polemik-Politik die man sich denken kann. Auf diese Weise hat wurde hier mal von einem kleinen gehbehinderten Mann Front gegen Andersdenkende und Andersgläubige gemacht. Das ausgerechnet ein Grüner dieses Vorgehen kopiert ist wohl sehr bezeichnend.

Das was in Louisiana jetzt passiert ist auch nicht zu vergleichen mit einer deutschen Flutkatastrophe. Da fliesst das Wasser nach Erreichen des Höchstpegels wieder ab. Zurück bleibt Dreck und Schlamm, der nach 2 Wochen wieder beseitigt ist. Nur in seltenen Fällen ist das ganze Haus weg oder so schwer beschädigt, dass es abgerissen werden muss.

In Süd-USA ist neben dem Wasser meist auch ein grosser Sturmschaden zu verzeichnen. Ausserdem fliesst das Wasser nicht ab, sondern muss zumindest in NO wieder abgepumpt werden. Und hier muss nicht ein Keller leergepumpt werden sondern eine ganze Stadt.

Jetzt wo es ums nackte Überleben geht, werden wir noch viele Szenen sehen die an zivilisiertem Verhalten zweifeln lassen. Aber ich hüte mich darüber den Stab zu brechen.

Weil ich sitze hier und trinke gerade einen Prosecco zu meinem Hüftsteak in Gorgonzolasauce. In USA sitzen derzeit 5 Millionen Menschen ohne Strom und Wasser.