So ist es.
Das Kfz muss mindestens zu 50% betrieblich genutzt werden, damit er überhaupt zum Beriebsvermögen wird. Um dies nachzuweisen genügt in der Regel ein Fahrtenbuch für den Zeitraum von etwa drei Monaten.
Dann kann die 1%-Regelung angewendet werden.
Diese lohnt meist nur bei Neuwägen, da Bezugsgröße der (ehemalige) Bruttolistenpreis ist.
Vg,
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Thema: 1% Regelung?
Hybrid-Darstellung
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03.04.2012, 05:24 #1Jürgen
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03.04.2012, 07:57 #2
Viel Halbwissen. Aber der obrige Post stimmt halbwegs.
Grundsätzlich muss du eine Nutzung von mindestens 50% haben. Hier zählen dann allerdings die Fahrten Wohnung / Arbeitsstätte mit!
Erst dann kannst du den Wagen betrieblich nutzen und ggf. die 1%-Regel anwenden. Dazu kämen dann noch die schon erwähnten 0,03%.
Als Nachweise reichen "Aufzeichnungen" aus denen hervorgeht, dass die Nutzung mehr als 50% für betriebliche Zwecke beträgt. Ein richtiges Fahrtenbuch braucht hier nicht geführt zu werden!!!
Etwas anderes gilt bei Kapitalgesellschaften. Selbst wenn der Arbeitnehmer (Geschäftsführer) den Wagen ausschließlich privat nutzt, kann dieser betrieblich geltend gemacht werden.
So mal ganz kurz und knapp....Geändert von Treo (03.04.2012 um 07:58 Uhr)
Lieben Gruß René
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04.04.2012, 04:36 #3
Hab zwar mit Steuersachen wenig am Hut, aber ich glaube, dass ist auch nur Halbwissen. Mein Halbwissen zu diesem Thema ist, dass Rene für den Fall Recht hat, wenn der PKW vom z.B. Firmeninhaber oder Freiberufler selbst genutzt wird. Hierzu ist bei jeder Neuanschaffung eines PKWs die betriebliche Nutzung von mehr als 50% der gefahrenen Kilometer erneut durch eine Aufzeichnung bzw. Fahrtenbuch nachzuweisen.
Wird ein PKW einem Arbeitnehmer überlassen, geht das FA meines Wissens automatisch davon aus, dass es sich um ein betrieblich genutztes Fahrzeug handelt. Egal ob mehr oder weniger als 50% betriebliche Nutzung!
Aus meiner Sicht kann Sippel damit für seinen zu 90% privat genutzten Dienstwagen die 1% Regelung in anspruch nehmen.Geändert von Hans E. (04.04.2012 um 04:37 Uhr)
Gruß Hans
Manchmal, wenn mir langweilig ist, ruf ich bei DHL an und frag, wann die Sendung mit der Maus kommt.
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04.04.2012, 09:59 #4
Hans. Du liegst mit Deinem "Halbwissen" richtig. Deshalb nur zur Erläuterung:
Überlassung an Arbeitnehmer (hierzu zählt auch der geschäftsführende Gesellschafter) stellt einen Leistungsaustausch zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber dar: PKW-Nutzung als Teilentlohnung für die Arbeitsleistung. Insofern handelt es sich aus Sicht des Arbeitgebers immer um einen 100% betrieblichen Zweck. Die Bemessung des geldwerten Vorteils erfolgt nach der 1%/0,03%-Regelung oder alternativ auf der Grundlage eines ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuches.
Nutzung durch "Unternehmer" (Einzelunternehmen, Personengesellschaft). Vereinfachtes Fahrtenbuch für einen repräsentativen Zeitraum (i.d.R. 3 Monate). Hieraus ergibt sich, ob das Fahrzeug überhaupt Betriebsvermögen ist: Unter 10% nein, zwischen 10 und 50% gewillkürtes Betriebsvermögen oder Privatvermögen (Wahlrecht), über 50% notwendiges Betriebsvermögen. Sofern gewillkürtes BV vorliegt, kann der private Nutzunganteil nicht nach der 1%/0,03%-Regel ermittelt werden, sondern nur nach dem tatsächlichen privaten Nutzungsanteil. Sofern notwendiges Betriebsvermögen vorliegt, gilt das, was über die Überlassung an AN ausgeführt wurde. Das vereinfachte Fahrtenbuch ist bei Neuanschaffung oder grundlegender Nutzungänderung neu zu führen.
Auf das Thema Pauschalversteuerung für die Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte will ich hier nicht eingehen und auch auf das Thema Umsatzsteuer nicht, denn das läuft u.U. nicht parallel zur Einkommensteuer. Sprich der PKW kann z.B. ertragsteuerlich Privatvermögen sein aber aus umsatzsteuerlicher Sicht trotzdem s.g. Unternehmensvermögen
Grüße
Bernd
I´m on a "highway to hell" 'cause "hell ain't a bad place to be"
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04.04.2012, 11:48 #5
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04.04.2012, 10:47 #6
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04.04.2012, 11:10 #7
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04.04.2012, 18:50 #8
Für den Bruchteil einer Sekunde hätte ich mich fast verunsichern lassen. Gott sei Dank war dem aber nicht so

-> Die Antwort ist nein.
Es gibt kein Gesetz, keine Richtlinie, keine Verfahrensanweisung, die besagt, dass ein Oldtimer kein Firmenfahrzeug sein darf.
Es gibt Gerichtsurteile, die Kosten für Oldtimer nicht als Betriebsausgabe anerkennen. Die sind aber nicht allgemeinverbindlich. Und es ist zu unterscheiden ob die Oldtimer Betriebsvermögen sind oder nicht.
O.g. Aussagen stammen von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (WP) bei der ich nicht arbeite und sie decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen.
Was angeblich lt WP von Fall zu Fall zu Problemen führen kann, ist eine H-Zulassung mit gleichzeitiger Abrechnung als Firmenfahrzeug. Das ist dann irgendwie doppelt "begünstigt".
Und wer jetzt ein Gesetz, eine Richtlinie oder eine Verfahrensanweisung findet, die meine wertvolle Information an euch widerlegt, lässt es mich bitte NICHT wissen, sonst kann ich nachts nicht mehr schlafen.
H. d. E.
Johann
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05.04.2012, 11:58 #9
Schon etwas besser als Dein erster Beitrag zu diesem Thema. Fakt ist, es gibt keine Verwaltungsanweisung zu dieser Rechtsfrage - weder auf Landes- geschweige denn auf Bundesebene. Insofern sind Deine Ausführungen, dass dies von Bundesland zu Bundesland anders gehändelt wird falsch. Auch gibt es keinen Bestandsschutz für "Altsachverhalte".
Die Frage wird in Abhängigkeit vom individuell immer anders gelagerten Sachverhalt vom jeweils zuständigen Sachbearbeiter unter eventueller Rücksprache mit seinem Sachgebietsleiter abgehandelt. Sprich, wenn´s dort abgehackt wird, ist´s durch.
Weshalb das in den beiden entschiedenen Fällen (1 mal Bundesfinanzhof, 1 mal nur Erstinstanz) in die Hose ging, hab ich oben kurz umrissen. Die extremen Gestaltungen wurde mit 2 verschiedenen Rechtsansätzen von den Gerichten zerbröselt. Entscheidungskriterien sind jedoch immer: Jahresfahrleistung und Kosten pro km. Passt das einigermaßen, ist die Oldtimereigenschaft m.E. unerheblich !
Mein Lieblingshinweis zu extremen Gestaltungen: Kirche im Dorf lassen ! Sie darf allerdings ruhig am Dorfrand stehen. Steht Sie jedoch außerhalb des Dorfes, kommt jemand, der stellt sie in´s Dorf und zwar genau in die Mitte
.
Grüße
Bernd
I´m on a "highway to hell" 'cause "hell ain't a bad place to be"
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05.04.2012, 12:07 #10
Im meinem Büro wurde gerade laut gelacht. Ich hoffe du hast nichts dagegen, dass ich deinen Beitrag laut vorgelesen habe.
Bevor ich jetzt zum Weißwurstessen geh, darf ich zusammenfassen:
1%-Regelung und Oldtimer schließen sich weiterhin nicht aus.
Wär ja noch schöner.
Nix für ungut
JohannBUSHEISLPARTY!
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05.04.2012, 12:50 #11
Natürlich hab ich nichts dagegen, dass Du meine Ausführungen in Deinem Büro vorliest. Bin ich ja gewohnt, dass meine Auslassungen zu Steuerthemen vorgelesen werden. Besonders freut es mich jedoch, dass Ihr mit Humor beim Lernen seid und über solch trockene Themen auch laut lachen könnt
.
Grüße
Bernd
I´m on a "highway to hell" 'cause "hell ain't a bad place to be"
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