Die Frage, die Peter stellt ist schon spannend. Die Frage ist, warum er sie stellt.
Warum die Notwendigkeit, Gewalterfahrungen belegen zu müssen oder sie werden angezweifelt.
Zweifelt Peter auch sonst alle geschichten wie beispielsweise im Forum an. Wohl kaum? Und nicht, dass wir nicht die eine oder andere drastische Lügengeschichte gehabt hätten.
Warum also dann bei Gewalterfahrungen? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Eine spannende Frage. Nehmen wir an, wir hätten über Sexuell Promiskuitive (vulgo Vielfigger) geschrieben, wäre die ernsthafte Frage nach Belegen gekommen. Videos vielleicht?
Zu Violens.org: Wir haben Belege zu sehen bekommen, ohne danach gefragt zu haben. Gerichtsprotokolle, Zeitungsartikel und anderes. Und wir haben reichlich Narben gesehen, physische Narben.
Die Gespräche, die wir führen dauern zwei Stunden oder mehr. Dirk und ich stellen beide Fragen, abwechselnd. Sehr direkt und konkret und auch wenig vorhersehbar. Die Gespräche springen in der Zeit hin und her. Sicher kann man uns - mit dem entsprechenden Training und Vorbereitung - täuschen. Bei einem Laien und aus dem Stand stelle ich mir das schwierig vor.
Natürlich stellen wir uns die Frage, wie das zu bewerten ist, was wir gehört haben. Haben wir alles gehört, fehlt was? Das Gefühl haben wir öfters. Eigentlich hat jede Geschichte Löcher, und mit denen versuchen wir umzugehen.
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Hybrid-Darstellung
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21.09.2017, 12:10 #1Martin
Everything!
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21.09.2017, 12:56 #2
So habe ich Violens auch von Anfang an verstanden.
Ich frage mich, als von solch schrecklichen Erlebnissen/Taten bis dato verschont gebliebener Mensch, ist es nicht normal, dass "etwas fehlt", Löcher bleiben? Wie kann ich von einer Person, der derartiges widerfahren ist, erwarten, minutiös und vielleicht noch in einer völlig nachvollziebaren chronologischen Reihenfolge die Ereignisse zu schildern, zu erzählen?
Hier wird ja keine Rolle gespielt, etwas aufgesagt, was ich als Schauspieler gelernt und geübt habe. Hier vertrauen Personen sich und ihre Geschichte zwei wildfremden Menschen, nämlich Dirk und Martin, an. Vielleicht "fehlt" auch (ggf. nach vielen Jahren) aus Scham und/oder Selbstvorwürfen etwas in der jeweiligen Geschichte.
Ich habe nach wie vor großen Respekt vor dem Projekt Violens und hoffe, Ihr macht weiter.Viele Grüße, Jens
Ein Leben ohne mechanische Armbanduhr ist möglich, aber sinnlos
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21.09.2017, 18:42 #3
Kluge Worte, Jens. Danke dir.
Tatsächlich hat keiner unserer Gesprächspartner eine zusammenhängende Geschichte erzählt, das ging immer wild durcheinander, Struktur enstand fast immer erst durch unser Nachfragen. Ich denke, das ist völlig normal.
In gewisser Weise scheint es leichter, dies wildfremden Menschen zu erzählen. Wir haben sehr oft am Ende des Gespräches gehört: "Das habe ich so noch nie jemandem erzählt." Und damit sind Freunde, Familie und Therapeuten gemeint.Martin
Everything!
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21.09.2017, 18:43 #4Gesperrter User
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- 15.01.2009
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- 8.003
Mit dem Hintergrundwissen, dass es in der Konsequenz bei eurem Projekt nicht um die Verurteilung eines Täters oder das Zufügen eines grösstmöglichen Reputationsschadens bei einem politischen Gegner auf Vorrat geht, wollte ich einfach wissen, wie ihr handwerklich und konzeptionell an die Storys rangeht.
Im richtigen Leben da draussen ist es eben mit Hilfe der Medien sehr einfach, eine hoffnugsvolle junge Karriere bereits vor dem Start zu beenden. Juristisch korrekt mit dem Schlusssatz: Für X.Y. aus B. gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung
Aktuelles Beispiel gefällig? Zofingen. Nach spätestens dreissig Sekunden dürftest auch du den vollständigen Namen der Verdächtigen eruiert haben, falls es dich interessieren sollte.
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