Stimmt, das kommt ja in dem Interview auch zum Ausdruck, und ich bin auch ziemlich skeptisch, wie's da weitergeht. Auf der anderen Seite: Wenn ich den Scoutts so lese, scheinen die Rennen doch der Hammer zu werden - aber ich bin gespannt, wie das dann beim Publikum rüberkommt. Neue Übertragungstechnik, alle mit Mikrofonen, engere Kurse, Zwang zu Begegnungen und Ausweichmanövern, das klingt nicht uninteressant. Ich denke, man muss abwarten, bis die ersten Rennen laufen. Allein: In Deutschland wird das sicher nicht übertragen werden, nehme ich an, weil auch kein Syndikat von hier dabei ist. Und wenn ich mir die AC-Geschichte ansehe, war das alles schon mal da: in den 20er Jahren wurden die Schiffe immer größer und nicht mehr handhabbar. Die "Reliance" war 60 Meter lang, hatte einen genau so hohen Mast und musste mit 70 Mann (!) gesegelt werden - und auch da flog denen alles um die Ohren. Seinerzeit war da eine Grenze erreicht, und man erfand die seither legendäre J-Class, und auch das waren noch Regattaziegen, und was für welche! Und es gab damals (zum Beispiel zwischen Thomas Lipton und dem amerikanischen Syndikat um Harold S. Vanderbilt) auch jede Mange gerichtliche Auseinandersetzungen.

Fazit: Gewisse Vorbehalte habe ich durchaus, bin aber auf die ersten Rennen gespannt.