Das Thema habe ich leider erst heute entdeckt und möchte doch noch meinen fachlichen - und hoffentlich qualifizierten - Beitrag dazu abgeben.

Selbst bin ich (Gesundheits- und) Krankenpfleger (sog. examinierte Pflegefachkraft), habe einige Jahre Leitungserfahrung und entschloss mich aus Gründen der ausbleibenden Kostenzusage meines Arbeitgebers für eine Weiterbildung als Stations-/Bereichsleitung zur Aufnahme eines Management-Studiums.
Dieses habe ich im Herbst als einigermaßen stolzerBachelor of Arts abgeschlossen und schaue mir schon seit Jahren den "Zukunfts-" / "Wachstms-" "Markt" Gesundheitswesen an. Es handelt sich ja bekanntlich nicht um einen Markt, sondern um stark sozialistisch geprägte Verteilungswirtschaft mit den konzentrierten Nachteilen des Kapitalismus.

Aufstieg durch Bildung - dieses Motto der Bundesregierung gilt leider nirgends sowenig wie in dieser Branche, wirklich eine der wenigen mit Wachstumspotenzial...

Dennoch: Wenn Deine, TS, Bekannte, das Potenzial hat, eine nach dem berufsintegriert ablaufenden Studium fast zwangsläufig kommende Durststrecke durchzustehen, dann sollte sie sich vielleicht mal etwas ansehen, das ich auch durchlaufen habe:

KFH Freiburg - Management im Gesundheitswesen.

Wir hatten Physiotherapeutinnen als Kommilitoninnen. Der große Vorteil dieses Studiengangs ist m.E. die berufsintegrierte Studienform, d.h. man kann die im Studium rezipierten Inhalte direkt und unmittelbar auf die eigene berufliche Praxis anwenden und sogar direkten studienerfolgs-relevanten Nutzen daraus ziehen, indem man theoretische Inhalte auf praktische Situationen anwendet und wissenschaftlich nachvollzieh- und ableitbare Schlüsse daraus zieht und z.B. eine Hausarbeit darüber verfasst...

Den von Tobias erwähnten Charme des Lehrlingslebens mit >40 kann man von daher positiv relativieren. Ich selbst habe bis 5 Monate vor dem Verfassen meiner Abschlussarbeit auf 75 bis 80% eines Vollvertrags am Klinikum gearbeitet. Hieß allerdings: 3 Jahre kein Urlaub, wenig bis keine Freizeit, erhöhter Schichtdienst-Anteil inkl. Nachtdienst, deutlich reduzierter Freundeskreis, Zusatzkosten durch Fahrerei und Unterkunft etc. Aber wenn man weiß, was man will, hält man es durch und entdeckt sogar vielleicht wieder die verschüttete Freude an einem Beruf, der einem durch äußere Umstände und mangelhafte (auch finanzielle) Anerkennung vermiest wurde und wird...

Fürs Forum war außerdem doch immer mal Zeit

Also ihr und Dir viel Glück und die richtige Entscheidung im neuen Jahr 2009 - und auf den Bachelor 2012