Aus meiner Sicht hast du einen nicht ganz unwesentlichen Punkt in deiner Betrachtung übersehen: in Deutschland sind die Uhrenpreise insgesamt zu hoch für viele deutsche Kunden. Und das spiegelt sich eben in hohen Abschlägen wieder, wenn an deutsche Kunden verkauft wird. Das betrifft m.E. allerdings alle Marken. Ausgenommen davon sind die Modelle, die derzeit in die Uhren-Invest-Blase verkauft werden (z.B. Nautilus, RO, Rolex Stahlmodelle). Aber schau mal bei C24: eine Patek 5396R z.B. bekommst du da neu und unverhandelt für 25% unter LP von einem dt. Grauhändler. Gleiches gilt auch für Rolex (abseits der Stahl-Sportmodelle).
Die Marken haben ihre Preise vor Jahren weltweit "harmonisiert" und versuchen, Mehrwertsteuer-bereinigt international ein vergleichbares Preislevel zu gewährleisten. Und die Musik im Markt spielt nun mal in Asien. Und auch viele Uhren in Europa werden nach wie vor an Touristen aus Asien und Middle East verkauft. Warum also weltweit die Preise senken, wenn der Markt es hergibt. Dass dabei der eine oder andere deutsche Kunde nicht mehr mitmacht, wird in Kauf genommen und verschmerzt. Wir in Europa werden uns daran gewöhnen müssen, nicht mehr der Nabel der Welt zu sein.
L&S fertigt meiner Meinung nach die besten Uhren der Welt. Ob das Design jeden anspricht, ist eine andere Sache. Aber die Qualität der Uhren inkl. Finissage steht aus m.S. deutlich über PP. Warum also eine Uhr zu einem Preis deutlich unter dem Level der vergleichbaren Patek anbieten? Nur um den einen oder anderen deutschen Kunden zu befriedigen, der nicht bereit ist, den Preis zu zahlen. Das wäre langfristig und im internationalen Kontext gesehen schlicht falsch und würde der Positionierung der Marke nicht helfen - im Gegenteil.
Und für 28k bekommt L&S eine Sportuhr locker verkauft - wenn sie denn als Produkt überzeugt. Bei der jährlich sehr überschaubaren Produktionsmenge insgesamt sprechen wir selbst bei 10-15% Anteil einer Sportuhr am Gesamtvolumen von nicht mehr als rund 1000 Uhren im Jahr.
Und ganz ehrlich: wer 20000€ für eine Uhr ausgeben kann, wird auch 28000€ zahlen können. Ich denke, hier dominiert vielmehr die verbreitete Sicht, dass Luxusuhren ein Investment sein und ihren Wert halten müssen, eine Rolle bei der Bewertung.
Aber auch beim Thema Werterhalt verstehe ich die fortdauernde Kritik nicht: für deutsche Kunden ist der Markt doch ein Traum. Viele gebrauchte Uhren gibt es zu sehr attraktiven Preisen und nach einer Kur beim Hersteller hat man eine faktisch neue Uhr. Einziges Problem: bei Neuvorstellungen muss man eben ein paar Jahre warten, bis das Modell im Zweitmarkt verfügbar ist. So what - bis dahin haben die meisten ja genug Alternativen zum Tragen.
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Baum-Darstellung
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23.10.2019, 22:26 #11Viele Grüße
Ralf
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