Individualverkehr und Umweltschutz, wie soll das denn zusammenpassen?
Dafür bin ich wahrscheinlich zu einfach gestrickt. Das EAuto fahre ich, weil ich egoistisch bin und mich überwiegend im städtischen Bereich bewege. Die Emissionen werden ins Kraftwerk verlagert, Geräusche reduziert und durch viele Kurzstreckenfahrten wird kein Verbrennungsmotor mehr gequält.
Klar nerven mich Diesel, die wie großvolumige Benziner klingen, ebenso schüttel ich den Kopf über die Poser, die lautstark im V8 durch die Stadt bollern. Doch meine „Liebe“ zu Verbrennern mit 3, 5 oder 6 Zylindern in Reihe bzw. 8,10 oder 12 Zylindern in V-Form habe dadurch nicht verloren, auch wenn ich in meinem Alltag keinen Verbrenner mehr fahren müssen möchte.
Derzeit nervt mich bei der ganzen Sache, daß „sinnfrei“ der Kauf subventioniert wird, statt die Nutzung schmackhaft zu machen. Diesel wird seit Jahrzehnten über eine niedrigere Mineralölsteuer gefördert und trotz der ursprünglich höheren Anschaffungskosten, hat er sich stark verbreitet.
Mir hat bisher ein Diesel in meinem Autofahrerleben gereicht - ist trotz üppigen Drehmoments nicht mein Ding - doch wen die Selbstzündereigenschaften nicht stören oder er sich einen SUV nur mit 9 Liter Diesel statt 14 Liter Benzin leisten will/kann, der soll das tun.
Der Verkehrkollaps auf unseren Straßen hängt nicht mit der Antriebsart zusammen, sondern mit unserem „Lebens- bzw. Mobilitätskonzept“. Das gilt es zu überdenken und nicht der einen oder anderen Antriebsart den schwarzen Peter zuzuschieben.![]()
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Hybrid-Darstellung
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02.02.2019, 07:03 #1Daytona
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Gruß, Kai
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02.02.2019, 09:26 #2
Absolut richtig, Kai. Volle Zustimmung. Hier gibt es dazu viel zu lesen:
Harald Lesch: „Die Menschheit schafft sich ab“
Wie Du schreibst, nicht nur die Mobilität, sondern auch andere Eigenarten unseres Lebens machen uns kaputt. Am schlimmsten ist wohl der ständige Drang nach vermeintlichem Fortschritt, Prestige, falsche Wertvorstellungen usw.
Manchmal macht mich das sehr nachdenklich. Schöne Grüße,
Christian#beyondpatek
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02.02.2019, 09:44 #3
Dieses Lebenskonzept hat uns natürlich dazu gebracht, dass wir uns hier alle tummeln.

Zum anderen ist das Mobilitätskonzept ja auch dadurch geprägt, dass es ländliche Räume gibt, wo ein ÖPNV sich quasi nicht lohnt. In München komme ich oft gut ohne Auto aus, aber eben nicht immer. Aber die normalen Sachen fahre ich U-Bahn. Jetzt fahre mal vom Düsseldorfer Flughafen woanders im Ruhrgebiet öffentlich, nach Haltern, Dorsten oder wo auch immer - da musst Du zig mal Umsteigen und bist für ein paar Kilometer 2-3 Stunden unterwegs. Das macht ja keinen Sinn. Und Ruhrgebiet ist jetzt noch nicht ländlich. Irgendwo in Schleswig Holstein von einem kleinen Ort wegzukommen - kaum möglich. Aber wie willst Du das machen? Da braucht man den Individualverkehr. Punkt. Das in Frage zu stellen wird uns Lebensqualität kosten.
Dass man Antriebsarten optimiert, wechselt, warum nicht. Warum nicht auch den LKW-Verkehr auf die Bahn umlenken. Mehr freie Straßen bedeutet auch weniger Schadstoffausstoß. Zudem ist die Belastung der Autobahnen geringer und es müsste weniger repariert werden. Solche Szenarien gehören auch auf den Tisch. Wenn Du das mit Mobilitätskonzept meinst, bin ich bei Dir.
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02.02.2019, 10:12 #4
Ich glaube nicht, dass er das mit dem Mobilitätskonzept gemeint hat, Elmar. Es geht wohl vielmehr darum, dass wir uns generell nicht so viel durch die Welt bewegen sollten oder Waren bewegen lassen sollten - egal, mit welchen Konzepten. Klar, das bedeutet massivste Änderungen der Lebensqualität, wie wir sie jetzt kennen und lieben. Global gesehen, ist diese unsere Lebensart höchst unsozial, aber wir sind eben auch nur Menschen.

Ganz schwieriges Thema...
Christian#beyondpatek
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02.02.2019, 11:17 #5Daytona
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- 2.476

Wenn ich in meiner kleinen Welt witterungsbedingt statt mit dem Fahrrad mit ÖPNV in die 2km entfernte Innenstadt fahren möchte, kostet mich das derzeit pro Weg € 2,70 => € 5,40. Nehme ich das vorhandene Auto bin ich zeitlich flexibel und bezahle für 2 Stunden Parkhaus max. €4.
Da fehlt mir als nicht Öko dann doch der Anreiz auf das Auto und die damit verbundene Bequemlichkeit zu verzichten.
Daher finde selbst ich als Elektroautofahrer ein reines Dieselfahrverbot nicht zielführend.
Gruß, Kai
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