Ich habe den Thread noch einmal von Anfang an gelesen.
Man stelle sich einmal vor, es würde hier einer aus dem Forum seinen 911 SC VERkaufen - da kämen vermutlich Floskeln wie "ehrliches Auto", "muss ein bisschen was dran gemacht werden", "interessante Historie mit Rennbezug", "Immer in Porsche-Oldie-Fachwerkstatt gepflegt", "Probefahrt und ausführliche Untersuchung vor dem Kauf problemlos möglich", "realistischer Preis", "ne echte 3- aber dafür authentisch".
Dann verkauft unser Forumskollege den Wagen an einen offenkundig im Erwerb von Youngtimern eher unerfahrenen Käufer (fragt bei Kauf eines 37 Jahre alten Sportwagens nach Rat im Uhrenforum - wie wenn man beim beabsichtigten Kauf einer Double Red Substanzen ins PFF ginge - , bezieht sich auf i.d.R. viel zu optimistisch gestaltete "Gutachten" welche vom VERkäufer in Auftrag gegeben wurden, erwähnt im Vergleich zu technischen Fundamentaldaten Nebensächlichkeiten wie "originales Radio" oder "neue Sitzbezüge", "Kumpel mit Hebebühne, jeder Menge Werkzeug und Erfahrung (allerdings nicht Porsche-spez.)", "Aus der Oldtimer/Youngtimerscene bin ich bei Autos komplett raus") und, es kommt noch besser, der Käufer HATTE sogar mal so eine Nudel und müsste wissen, wie es sich damit verhält ("von 1993 bis 1994 hatte ich mal einen 1982er SC (204PS), da war ständig was dran").
Besagter Käufer nimmt anscheinend seine due dilligence auch nicht besonders ernst (Probefahrt vor dem Kauf?? Ankaufsuntersuchung??), ist eher mit emotionalen Dingen ("den Wagen meiner "Jugend" wieder fahren, hat was der Gedanke") beschäftigt, was total sympathisch ist, aber nicht zielführend.
Wir reden über beinahe 50t EUR, also richtig Geld.
Besagtes Gutachten sagt sogar schwarz auf weiss, dass es sich eher um eine Pi-mal-Daumen-Versicherungs-Marktwert-Betrachtung handelt, kein technisches Röntgenbild.
Die Experten im vom Käufer zu Rate gezogenen fachfremden Forum äußern sehr deutlich ihre Bedenken, was Zustand/zu erwartende Folgeinvestitionen und auch die zu erwartenden Fahrleistungen betrifft. Der Käufer hingegen ist gedanklich schon ganz woanders ("...es wird immer verrückter...der verstorbene Herr hat den Wagen vor 12 Jahren von seinem Rennfahrkumpel aus 2. Hd. gekauft und der betreibt die Oldtimerwerkstatt die den SC jahrelang gewartet hat...ich denke, Deal!"). Irgendwo zwischen Scheunenfund und Duzfreund von Walter Röhrl. Vielleicht gingen ihm gedanklich nun endgültig die Gäule durch, glaubend, er hätte seine Blaue Mauritius an der Angel (keinesfalls wollen wir in diesem Zusammenhang DonLuigi zitieren, dessen "Renditespacko" nun wirklich ein hässliches Wort ist).
Der Käufer kauft, lässt dies in seinem Forum feiern - und drei Tage nach der Hochzeitsnacht nun der Kater. Irgendwie fährt sich ein 37 Jahre altes Auto der damaligen Basismotorisierung der Baureihe doch nicht so flott wie erwartet, zudem überbringt die Werkstatt Hiobsbotschaften, die zwar Gutachten und erfahrene Forumskollegen vorher avisierten, doch da war der Käufer vermutlich gedanklich schon auf dem Siegerpodest einer der vielen Klassikrallies im lauen Sommerlüftchen, davon Bilder im Forum einstellend.
Nochmal: Zustand 3-, 37 Jahre alt. Ein Viertel des Kaufpreises (hier also ca. 10t EUR) ist sicherlich eine gute Faustregel, wenn es um die im Anschluss an den Kauf zu erwartenden Investitionen geht.
Naja, nun rollt also der Käufer wieder auf den Hof, argumentiert kundig mit den Kostenvoranschlägen der Werkstatt - und drückt unserem Forumskollegen und Verkäufer die Schlurre wieder in die Hand ("hast ja kein Geld dabei verloren").
Auf das Narrativ aus Verkäufersicht, insbesondere bei den teils hier sehr markig auftretenden Herren, wäre ich sehr gespannt.
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31.12.2017, 12:31 #1Gesperrter User
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Geändert von 5130G (31.12.2017 um 12:40 Uhr)
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31.12.2017, 13:31 #2
Glückwunsch! Erst überschwemmst du im Dauerfeuer diesen Porsche-Thread mit Aston Martins, alternden Playboys und süffisanten Kommentaren, um dann mit einem moralischen "Narrativ" dem Themenstarter nochmal seine vermeintlichen Verfehlungen aufzuzeigen, obwohl dieser sich scheinbar schon längst mit der Verkäuferin gütlich geeinigt hat. Welch ein fulminantes Finale
Ciao, Carlo
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