«Technologie hat ihren berechtigten Platz im Marketing und im Wahlkampf, ist aber nicht der Heilige Gral der Massenkommunikation. Menschen sind von Natur aus schwer zu beeinflussen. Weder Big-Data-Modelle noch dystopische Zukunftsfantasien können das ändern. Trumps “Wahlerfolg” (er hat 2,5 Millionen Stimmen weniger bekommen als Clinton) basierte nicht auf Technologie, sondern … (hier wird's im Originaltext politisch), ähnliches lässt sich über die Brexit-Kampagne sagen.

Trumps effektivstes Wahlkampf-Werkzeug waren vermutlich seine Rallies und mehr Low-Tech geht es fast nicht. Wer Trumps Sieg erklären will, kann ihn nicht alleine an einem angeblichen geheimen Datenmodell festmachen. Auch sind menschliche Entscheidungen komplexer und Situationsabhängiger und lassen sich nicht durch ein paar Facebook-Posts alleine beeinflussen.

Big Data Targeting bedeutet am Ende auch einen fast nicht zu realisierenden Aufwand auf der Content-Seite. Ich muss nun nicht mehr nur ein paar Dutzend Nachrichten verfassen, sondern Hunderttausende für jede noch so kleine Zielgruppe. Eine Arbeit, die sich (noch) nicht automatisieren lässt. Jedes noch so gute Targeting der Welt ist schließlich wertlos, wenn meine Inhalte schlicht nicht gut, relevant oder interessant sind.»

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