Zitat Zitat von CarloBianco Beitrag anzeigen
Das könnte man meinen, Tobias. Und du wie ich und viele andere hier haben sicher kein Problem damit, ein solches Auto wert zu schätzen, seinen Fahrer als Connoisseur zu identifizieren und als einen Menschen von gutem Geschmack zu beglückwünschen - unabhängig von seinem Beruf. Aber ein Quattroporte ist in meinen Augen einfach zu schön, als dass ihn nicht selbst der größte Depp als etwas besonderes erkennt. Wie diese Einschätzung dann wiederum in einem bestimmten sozialen Kontext interpretiert wird, muss jedem selbst überlassen werden und ist wohl schwer vorhersehbar.

Und hier, mal allgemein und da die Frage ja immer wieder auftaucht: Wir alle wissen, dass deutsche Autos wie BMW, Mercedes, Audi und Porsche bezüglich Technik sowie Effizienz Vorreiter und in puncto Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit nahezu untouchable sind. Nicht umsonst gewinnen sie seit Jahrzehnten fast jeden Vergleichstest. Aber das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass man woanders nicht auch gute Autos bauen kann. Wer unter Umständen mit etwas mehr Verbrauch, dem Navi von letztem Jahr und dem ein oder anderen Schnick-Schnack weniger leben kann, findet in einem Alfa, Maserati oder eben Jaguar ein schönes und individuelles Auto mit viel Herzblut sowie einen meist ebenso treuen Begleiter. Und den gelegentlichen "Montagswagen" gibt es ohnehin überall. Alles nur eine Frage der Priorität und des persönlichen Geschmacks… Just my Senf

Schönen Abend,
Carlo
Zum Thema Deutsche Autos und Zuverlässigkeit hab ich meine eigene Meinung. Passiert oft genug, daß auch aktuelle deutsche Großserienwagen jeder Klasse ihren Dienst quittieren und die Werkstatt das nicht in den Griff bekommt. Hier ist die Schere merklich zusammengegangen imho, der krasse Gegensatz etwa in den 70ern und 80ern, in denen es eine sichere Wette war, auf den baldigen Ausfall eines just gekauften Engländers oder Italieners zu setzen und in denen im Gegenzug deutsche Autos so robust waren, daß in osteuropäischen und afrikanischen Ländern auch heute noch nahezu ausnahmslos Benze dieser Zeit das Straßenbild prägen, ist längst dahin.

Heute sind doch in fast allen Autos die gleichen Komponenten verbaut, alle bedienen sich aus den Lagern der gleichen Zulieferer. Die exotischen Marken, die wertvoll und vielversprechend genug waren, sind von Großkonzernen geschluckt worden und profitieren von deren Großserienskills, deren Engineering- und Testabteilung, sodaß heute ein 10-jähriger Maserati oder Jaguar problemlos zu bewegen ist. Im Gegenzug haben findige Marketingbubis hierzulande erkannt, daß Langlebigkeit nicht unbedingt Top-Prio hat, wenn man konstant Autos verticken möchte. Schrempp und co. haben seinerzeit doch eindrucksvoll bewiesen, daß man E-Klassen auch so bauen kann, daß sie binnen kurzer Zeit wegrosten. Als hätte es den 123 und den 124 nie gegeben.