Zitat Zitat von Herman Beitrag anzeigen
Für neue Erkenntnisse habe ich immer ein Ohr.


Wieso sollte ich neue Erkenntnisse haben ?
Die könntest Du Dir evtl. Vom Vorbesitzer holen:
Z.B. die Hose wurde vor (10-30 Jahren, je nach Gebrauch ?) neu eingefärbt ?
Dies war auch ein Grund (neben Ausgabenersparniss, Tirol) dafür, Hosen nicht besticken zu lassen, um sie problemloser jederzeit nachfärben zu lassen.
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Ansonsten falls also nicht nochmals neu gefärbt, und da hier sachliches nicht so gefragt ist, eine nur ein klein wenig überspitzte
Kurz-Geschichte :

Jemand erhält, erwirbt eine 70 Jahre alte Lederhose, schön schwarz gefärbt, wie es zu der Zeit der Anfertigung meist üblich war.
Die Hose war die ganzen Jahrzehnte über durchgehend lichtdicht und trocken gelagert. Jedenfalls sah sie nie Sonnenlicht. Schon gar kein UV-Strahlungsreiches.

Eines Tages beschliesst derjenige, die zwar schon sehr alte, aber doch noch jungfräuliche Hose endlich mal ihrem ursprünglichem Zweck, sie zu tragen, zuzuführen.
Er beschließt, da herrlicher Sommertag, eine Wanderung zu unternehmen. Dazu fährt er an den Tegernsee.

Es ist Vormittags. Also beginnt er ab Abwinkl Richtung Norden (Gmund) den See zu umwandern, um möglichst immer schön im Sonnenlicht zu bleiben.

Bereits kurz nachdem er in die Hose gestiegen ist, bemerkt er ganz verwundert, seine geschwärzten Hände. Sieht nach trockenem Russ aus.
Er denkt nach und kommt zum Schluss, das dies mit seiner NEUEN, aber irgendwie doch ALTEN LEDERHOSE zu tun haben könnte.
So grübelt über diese ungewohnte Ereignis und kommt zum Schluss, das die Hose ja aus dem Jahr 1948 ist.
Nachkriegszeit, die haben damals wohl keine richtige chemische Farbe gehabt und stattdessen einfach biologisch abbaubare Naturfarbe genommen.
Sieht heute 70 Jahre später nach den wenigen Minuten Sonnenlicht, jedenfalls verdächtig danach aus, als wäre es einfach bloss Russ gewesen.

Na sowas, der Tag fängt ja schon mal gut an.

In Kaltenbrunn kehrt er dann ein. Auf dem Weg dorthin vermied er den Kontakt seiner Hände mit der Hose.
Aber komplett war dies anscheinend doch nicht der Fall. Jedenfalls musste er dort angekommen, sich sofort die Hände waschen.

Um die Sache kurz zu machen. Nach Ende der Wanderung beschloss er, die Hose muss gewaschen werden.
Das mit der verrussten Hose wird sonst nichts. Die färbt jetzt in Zeitraffergeschwindigkeit (mit Faktor 5-10 zu normal) laufend ab und kein kurzfristiges Ende ist in Sicht ( 3-5 Farbschichten).

Am nächsten Tag wird die Hose also nach zuvor eingeholtem Ratschlag, wie dies zu geschehen hätte, gewaschen. Das Waschwasser mit der Seife sieht aus wie Tinte.

Nach folgender zweitägiger Trockenzeit stellt er dann erfreut fest: der oberflächliche Russ (oberste 2 Farbschichten) ist jetzt grossteils weg.
Zumindest kann er mit dem wenigen, verbliebenen Rest leben.

Noch ein paar mal die Hände waschen (und schlimmstenfalls noch einmal die Hose), genug Sonnenlicht und die Hose hat dann wieder die Grundfarbe der gegerbten Haut (Leder).

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Aber jetzt doch etwas ernsthafter, nur um unnötige Einwände / Fragen wegen russ etc. zu vermeiden. Natürlich war die o.a. Hose nicht mit Russ gefärbt. Aber 70 Jahre alte Naturfarbe entfärbt sich halt wie Russ.
Abrieb auf der Lederhose entsteht immer durch Abrieb. Aber UV-Strahlung und gewöhnliche Alterung der Farbe verstärken den Abrieb gewaltig.
Ich kenne eine Hose, die sogar doppelt so alt ist. Aber ungetragen in einem Museum hängt (sieht jetzt Altschwarz aus) .
Würde man diese auch nur ein Jahr Tragen (mit ständig verschmutzten Händen etc) und vor allem waschen, sähe sie sehr schnell komplett anders aus.

Servus