Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : keep 'em flying.... es gibt tage,die sind einfach so.
Thunderstorm-71
09.06.2026, 13:13
Nur sicherer wären die Dinger, solang man nicht über See ist oder gegen irgendwas fliegt, da die Dinger selbst bei einem Motorausfall quasi "langsam gleitend" durch den Wind an den Rotorblättern runterkämen. Ist dem so?
Jo, nennt sich Bodeneffekt.
rainer07
09.06.2026, 13:20
Also für den Bodeneffekt muss der Heli aber schon verdammt nah am Boden sein. Hier ist es einfach so, dass die Vorwärtsbewegung/ der Fahrtwind die Rotorblätter weiter dreht und damit ein relativ kontrollierter Sinkflug statt findet. Solche Landungen gehörten m.W. jedenfalls bei der Bw zur Ausbildung. Muss natürlich recht präzise berechnet werden, denn die Sinkgeschwindigkeit ist fix.
Spacewalker
09.06.2026, 13:22
Jo, nennt sich Bodeneffekt.
Nö, nennt sich Autorotation. ;)
pfandflsche
09.06.2026, 13:30
nein,bzw. nicht nur
autorotation…
fällt im betrieb das triebwerk aus,hat man noch die im rotor gespeicherte „restenergie“.
ist man nun noch hoch genug,bringt man das gerät in einen steilen sturzflug…der erhöht den luftdurchsatz in der…nennen wir sie…“rotorkreisscheibe“…jetzt noch den anstellwinkel der rotorblätter entsprechend angepasst und gegen ende des manövers die nase wieder hochgezogen…macht man das richtig,ist die landung butterweich.
meines wissens ist die kritische mindesthöhe um die hundert meter…darunter klappt es nicht mit der autorotation.
und ja..man hat zu tun…füsse bedienen den „torque“…sprich heckrotor (gibt auch helikopter,die einen teil der turbinenabgase nutzen)….linke hand am kollektivhebel der zum einen den anstellwinkel verändert und zum anderen den „gasgriff“ für die turbine darstellt…rechte am steuerstick…der verändert über die taumelscheibe die neigung des hauptrotors.
allerdings muss man nun nicht ständig alles im griff haben…fliege ich stur gerade aus,kann ich schon mal die füsse von den pedalen nehmen.
der knabe,mit dem ich damals mitflog,hat seine bell nach verlassen der kontrollzone tempelhof komplett auf autopilot knödeln lassen..
-strecke fliegen ist langweilig…kurz vor seelow übernehme ich dann wieder.
so seine worte.
aber ich sehe schon…andere waren schneller.
pfandflsche
09.06.2026, 13:59
so…den noch.
die meisten haben das helikopterfliegen bei irgendeiner armee/luftwaffe erlernt…ist nämlich für den normalbürger unerschwinglich…die betriebskosten einer solchen kaffeemühle ebenfalls.
da ich dingen gerne auf den grund gehe,mir mal einen der piloten nach landung gegriffen und ihm einige fragen gestellt…
gelernt hat er das bei der armee ,die arbeiter und bauern vor dem übergriff des klassenfeindes schützte…sprich NVA.
und wie habt ihr festgestellt,wie der befreite proletarier überhaupt zum fliegen geeignet ist?
-ganz simpel…dauerte fünf minuten…wir hatten einen raum,in dem sich eine reihe tische befanden…die tischplatte war quasi kardanisch mit den steuereinrichtungen eines echten helis verbunden und nach allen seiten hin beweglich…pedale,steuerstick…alles da…und nun einfach eine kugel auf die platte gelegt…hat der bewerber es geschafft,die kugel in der mitte auf der fläche halten zu können,konnte man es weiter mit ihm versuchen.
ich behaupte…für zumindest drei manuelle tätigkeiten muss man geboren sein…
-schweissen
-lkw fahren (also auflieger,bzw. anhänger)
-helikopter fliegen
entweder man hat das irgendwo im blut oder man wird immer nur bestenfalls mittelmass bleiben.
Thunderstorm-71
09.06.2026, 14:04
Nö, nennt sich Autorotation. ;)
Auch ;).
shocktrooper
09.06.2026, 14:04
Ah, danke, verstanden. Dann muss man "nur" Sinkgeschwindigkeit, abnehmendes Tempo der Vorwärtsbewegung und abnehmende Höhe auf den angepeilten Landeort abstimmen, um dort den Moment zu erwischen, an denen dann zusammen mit dem plötzlich auftretenden "Ground Effect" alles gleichzeitig wundersamer Weise im Moment der Bodenberührung auf 0 ist. Easy. Nicht.
Okay. Dann sind doch eig. die großen Transporthubschrauber ohne Heckrotor, dafür mit zwei Rotoren wie der Chinook, prinzipiell viel einfach zu fliegen als die kleinen?
Thunderstorm-71
09.06.2026, 14:05
Also für den Bodeneffekt muss der Heli aber schon verdammt nah am Boden sein.
Das stimmt allerdings.
Spacewalker
09.06.2026, 14:10
Auch ;).
Eigentlich, nur. :)
Spannende Einblicke - Danke :dr:
die mühle rollt also nach den landung aus...war eine cessna 150...sehr viel kleiner geht es nicht mehr...und buchstäblich nach dem einparken stirbt der motor ab...also von alleine...das hört man mit einiger erfahrung ganz gut.
.
Glückwunsch, eindeutig eine "great landing" :op:
Brian Shul : 4:50
https://www.youtube.com/watch?v=hFJMs15sVSY
Irgend was habt ihr auch immer...
pfandflsche
09.06.2026, 14:50
ich weiss nicht,ob es heute noch so ist…aber früher (thirty years ago…) durften hubschrauber mit nur einem triebwerk nicht nach sonnenuntergang,bzw. nachts fliegen…für den fall des triebwerksausfalls.
dazu befragte ich den schon erwähnten herrn mit seiner bell jet ranger…
-stimmt..tagsüber kann ich mir die wiese quasi aussuchen…wenn ich hoch genug bin…nachts sehe ich sie nicht.
ich denke ein chinook ist noch komplizierter…beide rotoren auf gleiche drehzahl zu synchronisieren…abgesehen davon…das ding ist bezüglich der kraftübertragung einfach nur irre konstruiert…
vor zwei jahren habe ich anlässlich der ILA eine flugvorführung eines chinooks gesehen….aaaalter…senkrecht nach oben…wie von einer schnur gezogen..und dazu noch um die hochachse gedreht…wie ein kreisel…auf halber hohe „angehalten“ und dann in gegenrichtung kreiseln…und dann im denkbar steilsten sturz nach unten…
wie gesagt…der einzige teilbereich der fliegerei,der mich juckt, ist der der drehflügler.
zum bodeneffekt möge der geneigte leser mal nach ekranoplan googlen…auch „caspian sea monster“ genannt…das kann man auch nur konstruieren,wenn nach dem aufstehen der erste griff zur wodka-pulle standard ist.
Muigaulwurf
09.06.2026, 14:51
[...] nur
autorotation…
fällt im betrieb das triebwerk aus,hat man noch die im rotor gespeicherte „restenergie“.[...]
Klingt missverständlich; klar musst du noch Restenergie haben, damit der Rotor sich noch dreht bis du die AR eingeleitet hast, das kann man aber auch Massenträgheit nennen. Wirkliche Restenergie brauchst du erst ganz am Schluss beim abfangen am Boden wenn du wirklich die ganze Energie noch einmal aus dem Rotorsystem nimmst um den Luftwiderstand der dann stark angestellten Rotorblätter überwinden zu können und sanft auf Sinkgeschwindigkeit gegen Null anzukommen.
Ich geb dir aber Recht, dass bei einer Hover-AR wirklich rein die Restenergie genutzt wird um zu landen, aber da ist man auch keine zehn Meter über dem Boden.
ist man nun noch hoch genug,bringt man das gerät in einen steilen sturzflug…[...]
ich würde es eher kontrollierten sinkflug nennen, Sturzflug impliziert dem Fußgänger dass die Nase zum Boden zeigt, die ist aber relativ level
[...]der erhöht den luftdurchsatz in der…nennen wir sie…“rotorkreisscheibe“…jetzt noch den anstellwinkel der rotorblätter entsprechend angepasst und gegen ende des manövers die nase wieder hochgezogen…macht man das richtig,ist die landung butterweich.
[...]
korrekt
[...]meines wissens ist die kritische mindesthöhe um die hundert meter…darunter klappt es nicht mit der autorotation.[...]
dafür gibt's das height velocity diagramm spezifisch zu jedem Muster.
365993
und ja..man hat zu tun…füsse bedienen den „torque“…sprich heckrotor (gibt auch helikopter,die einen teil der turbinenabgase nutzen)….[...]
Jein, die MD600 die du meinst nutzt nicht die Turbinenabgase, sondern hat einen vom Hauptgetriebe angetriebenen Fan, der Luft durch den Tailboom drückt, die an einer Seite durch einen entlang laufenden Schlitz ausgedrückt wird und so durch den Downwash des Hauptrotors durch den Coanda Effekt den Tailboom wie einen Flügel wirken lässt, dessen "Auftrieb"(in der Drehrichtung gesehen) den Hauptteil des Drehmoments ausgleicht. Die verstellbare Öffnung am Heck bläst die restliche Luft noch seitlich aus und dient zur Richtungssteuerung bzw gleicht den Rest des Drehmoments aus.
365992
Die heissen Turbinenabgase würde das Alu schnell die Festigkeit verlieren lassen.
allerdings muss man nun nicht ständig alles im griff haben…fliege ich stur gerade aus,kann ich schon mal die füsse von den pedalen nehmen.
[...]
Bei großen und/oder modernen fancy schmancy Dingern mag das so sein, aber viele ältere und kleinere Modelle verlangen schon danach, die Füße immer am Pedal zu haben. Ich mein, Füße wegnehmen kann man schon machen, man stürzt nicht gleich ab, ist halt dann ungeil, weil jedes bisschen Input an der Leistung wieder einen anderen Drehmomentausgleich verlangt und die Maschine dann ungemütlich schiebt und unterschiedlich stark geneigt unter dem Rotorkopf hängt.
Also für den Bodeneffekt muss der Heli aber schon verdammt nah am Boden sein. [...]
doppelter Rotorkreisdurchmesser
pfandflsche
09.06.2026, 14:56
danke…und wieder etwas gelernt…der tag war nicht vergebens.
Spacewalker
09.06.2026, 14:59
ich denke ein chinook ist noch komplizierter…beide rotoren auf gleiche drehzahl zu synchronisieren…abgesehen davon…das ding ist bezüglich der kraftübertragung einfach nur irre konstruiert…
Beim Chinook sind die Rotoren mechanisch verbunden und laufen dadurch synchron.
Wäre sonst auch schlecht, da die Blätter sich sonst berühren könnten.
Beide Turbinen treiben ein gemeinsames Getriebe und Wellensystem an.
ligthning
09.06.2026, 15:31
Theoretisch sind wir alle jetzt schon perfekte Heli-Piloten! ;)
Muigaulwurf
09.06.2026, 15:47
danke…und wieder etwas gelernt…der tag war nicht vergebens.
:dr:
Spacewalker
09.06.2026, 15:56
Theoretisch sind wir alle jetzt schon perfekte Heli-Piloten! ;)
Ich nur für kleine Helis. :D
365997
Muigaulwurf
09.06.2026, 16:50
Sehr cool! :supercool: mir wurde gesagt dass sich Modellhubschrauberpiloten deutlich schneller in einem echten Heli zurechtfinden, weil sie plötzlich nicht nur zusehen sondern spüren wie die Maschine reagiert, du hast uns wahrscheinlich also allen was voraus :dr:
ligthning
09.06.2026, 16:59
Vorteil: Bei der Modellfliegerei dürfen die Füsse ruhig bleiben! :bgdev:
Thunderstorm-71
09.06.2026, 17:35
Eigentlich, nur. :)
Das eine geht vom Fluggerät aus, das andere vom Boden. Am Ende im Zusammenspiel. Insofern „auch“ :).
Andy Ommsen
10.06.2026, 00:06
Meine Erfahrung als Heli-Passagier beschränkt sich auf:
Alouette II - Konturenflug
Bell UH-1D - Autorotation
Blackhawk, Chinook, Super Puma AS332 L1 - jeweils Fast Roping :D
Und dann war da noch der Nachtflug über Las Vegas, das Modell weiß ich leider nicht mehr ;)
AndreasS
10.06.2026, 07:13
Ich hatte mal mit einer Bell 407 einen Nachtflug über Manhattan, die Maschine wird dafür anscheinend recht oft verwendet, da 7 Passagiere reinpassen.
rainer07
10.06.2026, 10:55
Da fällt mir ein:Bundeswehr-CH53 von Fundus nach Feysabad - und später wieder zurück - nahe der offenen Heckklappe in Baumwipfelhöhe mit ICE-Tempo. Uff! Die Ziegenhirten in den Bergen deren Tiere wir aufscheuchten fanden uns nicht lustig.
Boah ist das alles spannend hier ! Klasse Thread :verneig:
Wirklich sensationell- hab den Thread leider erst heute morgen um 5.58 Uhr im Rahmen meiner senilen Bettflucht zum ersten Mal wahrgenommen 😉 bitte mehr von deinen Berichten - und als alten West-Berliner haste mich gleich doppelt abgeholt!
Danke dafür und liebe Grüße
Wulf
pfandflsche
13.06.2026, 09:47
zunächst mal danke...freut mich,wenn et jefällt.
und nicht falsch verstehen...diese stories sind das destillat aus beinahe vier jahrzehnten tätigkeit auf den drei berliner flughäfen...und nicht jeden tag ist hier doomsday...aber bisweilen ist der auch nur einen wimpernschlag entfernt...und wie so oft...nicht eine ursache alleine ist für die katastrophe verantwortlich...meist sind dafür mindestens derer zwei notwendig.
einer meiner ersten jobs (damals noch in tegel) war das beladen der flugzeuge für eine catering-bude...körperlich nicht unanstrengend und bei jeder anfahrt an den kostbaren flugkörper zudem mit der gefahr behaftet,die hülle zu beschädigen...das war ein mächtiges gezirkel...zudem unter zeitdruck,denn gemäss der sog. "aufstellordnung" war man als letzter an der reihe...nach dem gepäck..nach dem cleaning...und an sich kurz vor dem boarding...und zu allem überfluss sollte man auch schon von bord sein,wenn der first-class-reisende samt seiner badeente einsteigt...daher war auch immer die vordere "galley" zu erst auszuräumen und neu zu bestücken...also wuselte man zwischen metrosexuellen pursern und sonstigen besatzungsmitgliedern herum und hoffte nur,dass nicht noch ein "trolley" so verkeilt im "compartment"feststeckt,dass nur ein beherzter stiefeltritt mit stahlkappe das ding lockern kann.
es gab besatzungen,die einen offen verachteten..es gab besatzungen,mit denen man gut klar kam...es gab luftfahrzeugführer,die sich bedankten und solche,die offen drohten,wenn ihnen das nicht schnell genug ging.gerade dann,wenn der eimer ohnehin schon zu spät kam und unbedingt ein rotations-delay vermeiden wollte.
ich gewöhnte sich daran und nach einiger zeit lernte ich ,schaumschläger und dummschwätzer von anderen zu unterscheiden.
an sich waren das gute jahre...nicht die besten...aber ich hatte davor schlechtere.
rückblickend passte der job damals genau in meine lebensphase...heute möchte ich ihn nicht mehr machen müssen...alleine schon körperlich..von den immer dichter getakteten bodenzeiten mal ganz abgesehen.
jeder kennt die notrutsche...nur wenige haben sie gesehen...ich schon..also zum teil...und das war auch ganz gut so.
here we go....
hat ein flugzeug abgehoben,ertönt die ansage..."flight attendants...alls doors in flight position"...mal beim nächsten flug darauf achten...falls der kopfhörer nicht zu sehr auf die nuss druckt.
im klartext heisst das...das je nach flugzeugbaumuster entweder ein in der tür befindlicher hebel umgelegt...oder eine art stange an der innenseite der tür unten in ein gegenstück auf dem teppich der kabie eingehängt wird.
beide methoden haben den zweck,dass im falle der bauchlandung man einfach die türen öffnet und sich die notrutschen vermittels druckluftkanister selbbttätig aufblasen..und zuvor noch...die verkleidungen des ganzen wegsprengt werden.
ist die "jerker airt ransport international" glücklich in moron city gelandet,hört man noch während des rollvorgangs..."flight attendants...all doors in park position"..und nun werden wieder hebel umgelegt,stangen entfernt und somit sind die treibsätze in den türen inaktiv.
vielleicht ist dem einen oder anderen schon mal der ""spion" in einer flugzeugtür ausgefallen...der dient nicht dazu,den zeitschriftendrücker oder zeugen jehovas zu erkennen...er dient der nonverbalen kommunikation mit der bodenmannschaft.
erst mal zwischenspeichern...dem server traue ich soweit wie der regierungserklärung.
pfandflsche
13.06.2026, 10:31
so..weiter im text...
wie schon erwähnt...catering...hubwagen...flugzeugtür...notr utsche...spion...handzeichen.
es war ein sonnatg im jahr 1993...und es war sommer...und ich hatte spätschicht...auftrag war die beladung eines airbus a300 der weltfirma lufthansa...der unfehlbaren...der airline,die das fliegen quasi erfunden hat...also ihrer ansicht nach.
das ganze in tegel an der position 08...hubwagen voll ausgefahren und darauf wartend, dass der/die/das flugbegleitende (oder sich so gelesen wünschende person..) vermittels des "daumen-oben-signals" mir quasi die erlaubnis gab,die tür von aussen zu öffnen...weil sie..die tür..sich in "park position" befindet..notrutsche inaktiv.
das geschieht von aussen durch durch hochschwenken eines hebels...wobei airbus industries hier ein wenig weiter bei der konstruktion gedacht hat...und annahm,dass,wenn man als helfender nach einer bruchlanung den hebel erreichen kann,die überwindung einer höhendistanz durch notrutsche nicht mehr nötig sein dürfte..und somit die auslöung verhindert.
in der theorie.
also..handzeichen kommt...hebel nach oben...es knallt infernalisch...die tür springt mir entgegen...bleibt am ausleger meines hubwangens hängen...was zu meinem glück die weitere auslösung der rutsche unterbrach...und nun stand ich da..in 7 meter fuffzich höhe...und jetzt nur keine panikreaktion...mir war klar..senke ich den hubwagen oder verändere nur den ausleger...dann fegt mich die gummiwurst auf den beton des vorfelds...woll`n wa nich`
und zeitgleich kreischt die als flugbegleiterin gelesene person in dauerschleife...
-ich habe auf park gestellt..ich habe aus park gestellt...ich habe....
und jetzt eine männliche stimme aus dem off quasi...den ein einblick in die kabine war mir ja zu dem zeitpunkt unmöglich.
-beruhigen sie sich und hören sie auf,hier herumzuschreien.
-ich habe doch auf park gestellt
-HALTEN SIE DENN MUND
im schmalen spalt zwischen tür und rumpf erscheint ein kerl im weissen hemd und vier goldenen balken auf den schultern....ahhh...der herr flugkapitän...wir sehen uns in die augen und er..
-keine sorge..entweder technischer defekt oder fehler unserer flugbeleiterin.
-na dann...und wie nun weiter?..ich muss meinen supervisor hinzuziehen...die nummer hier ist schon gewaltig.
-machen sie das..ich rufe unsere technik.
gesagt,gefunkt,getan...
technik erscheint und bestellt ein förderband...denn wie gesagt...der ausleger des hubwagens war die letzte mechanische sicherung vor der vollentfaltung. auf diesem band hangelte sich ein techniker zu mr in den kofferaufbau...hat die druckgaspatrone samt der zusammen gefalteten rutsche aus der verkleidung gefummelt...sie inaktiv geschaltet und dann auf meine ladefläche gezerrt....und dann durfte ich den aufbau absenken....so ganz wohl war mir trotz der versicherung,das ding könne jetzt nicht mehr hochgehen,dennoch nicht bei dem vorgang und den damit verbundenen,unvermeidbaren erschütterungen...erinnerungen an den film "lohn der angst" flammten auf.
schlussendlich ging alles gut...die rutsche wurde auf einem gepäckanhänger abtransportiert....eine neue rutsche war nicht im lager...und nun musste umverteilt werden...die mühle war voll ausgebucht...aber eine tür wäre im havariefall nicht benutzbar...und nun mussten sich 50 passagiere finden lassen,die von ihrem flug zurücktreten,sich auf eine spätere verbindung umbuchen lassen oder ganz einfach ihre fluggastrechte in anspruch nehmen würden...die fanden sich auch...
und so ging der haufen mit nur 90 minuten verspätung wieder nach frankfurt....mit 200 figuren...einer inaktiven tür vorbe rechts...aber irgendwas ist bekanntlich immer.
wenn nicht heute,dann morgen...spätestens aber übermorgen.
in diesem sinne...
Andy Ommsen
13.06.2026, 11:21
....Weltklasse :gut:
kurvenfeger
13.06.2026, 11:38
Spannend! Aber auch irgendwie unverständlich. Bei einem solch wesentlichen Manöver könnte man doch leicht ein von außen eindeutig erkennbares Signal bereitzustellen, ein Pin oder Licht in der Guckluke oder sogar außen. Dass man hier jedesmal auf den Menschen setzt…. muss irgendwann schief gehen…
pfandflsche
13.06.2026, 11:46
....und dann war da noch die als flugbegleiterin gelesene person,die eine maschine kurz vor dem boarding "mal richtig durchlüften" wollte und zu diesem zweck die hintere linke tür aufschwenkte...leider war auch hier die notrutsche entweder niemals oder schon wieder in flight position....
und rummsss...kam die gummiwurst raus...entfaltete sich...und baumelte im warmen wind eines sommernachmittages...der abflug verzögerte sich nur unwesentlich...auf etwa 0230 nachts....aber will schon pünktlich in den urlaub fliegen? völlig abstruse vorstellung.
-ich habe auf park gestellt..ich habe aus park gestellt...ich habe....
-HALTEN SIE DENN MUND
:rofl:
Ansonsten drängt sich mir die gleiche Frage auf wie Kurvenfeger.
Da könnte man doch von aussen sichtbar ein F oder P anzeigen.
Man könnte das:
„Shisa Kankō“ (指差喚呼) – auf Englisch oft „Pointing and Calling“.
etablieren.
https://www.youtube.com/watch?v=RZun7IvqMvE
Nutze ich privat auch ;-)
pfandflsche
13.06.2026, 12:36
verabschiedet euch bitte von der vorstellung,dass die fliegerei,bzw. die luftfahrt eine perfekte welt ist.
hatte ich hier schon mal erwähnt...kein flugzeug ist ist technisch aktuell so unterwegs wie auf der blaupause in seattle/washington oder hamburg finkenwerder gezeichnet.
irgendendetwas ist immer im oasch...daher gibt es die berühmte MEL...minimum equipment list...davon gib es zwei..die des herstellers und die der jeweiligen fluggesellschaft.
da blinkt ein lämpchen im cockpit....aber im handbuch steht...nach auftreten dieser meldung darfste noch 50 stunden fliegen...da blinkt noch ein lämpchen....joaaa....im ölfilter nummer zwo ist eine erhöhte konzentration an spänen festgestellt worden...darfst damit aber noch 20 stunden fliegen.
und ihr kommt hier mit weissen handschuhen aus japan...
shocktrooper
13.06.2026, 13:06
Hattet ihr eig. auch russische A124 im Flugbetrieb? Hab da immer wieder mal Storys von den Piloten und dem Gerät gehört/gelesen, welche für mich eig. ins Reich der Fabel gehören. Wobei ich den russischen Piloten mit langer militärischer Vergangenheit schon einiges an Umgang mit dem Gerät unter widrigsten Bedingungen zutraue, bei dem sich LH-Piloten einstuhlen würden.
Mal irgendwo ein Video gesehen, wie die mit dem Ding fast quer abhoben. Keine Ahnung ob, real oder fake. Und der Funkverkehr mit dem entsetzten Tower..
"Antonov is a big plane, this is a light sidewind for Antonov"... "Antonov does not follow physics rules" ...
"Nothing is impossible when you drink vodka" 8o
verabschiedet euch bitte von der vorstellung,dass die fliegerei,bzw. die luftfahrt eine perfekte welt ist.
hatte ich hier schon mal erwähnt...kein flugzeug ist ist technisch aktuell so unterwegs wie auf der blaupause in seattle/washington oder hamburg finkenwerder gezeichnet.
irgendendetwas ist immer im oasch...daher gibt es die berühmte MEL...minimum equipment list...davon gib es zwei..die des herstellers und die der jeweiligen fluggesellschaft.
da blinkt ein lämpchen im cockpit....aber im handbuch steht...nach auftreten dieser meldung darfste noch 50 stunden fliegen...da blinkt noch ein lämpchen....joaaa....im ölfilter nummer zwo ist eine erhöhte konzentration an spänen festgestellt worden...darfst damit aber noch 20 stunden fliegen.
und ihr kommt hier mit weissen handschuhen aus japan...
was hat das mit menschlichem Versagen zu tun? :ka:
pfandflsche
13.06.2026, 14:26
@666 feet…
zunächst nichts…im falle „meiner“ notrutsche konnte ein technischer defekt zumindest nicht ausgeschlossen werden.
@shocktrooper…
ja hatte ich…die flog maschinenteile oder/und hilfsgüter weeeeit hinter den ural…oder sonst wo hin.
aber der russische pilot als solcher ist ohnehin…sagen wir…spezieller natur….funkverkehr auf englisch… nix gutt für iwan iwanowitsch aus stalingrad…daher…und das ist kein witz…parlierten towerlotsen zu zeiten des eisernen vorhanges auch bevorzugt in russisch mit den herrn…dafür mussten sie ein jahr in moskau leben und ausgebildet werden.
der alte flughafen sxf hatte einen extrem langen taxiweg,der parallel zur südpiste des flughafens lag…der war nicht nur lang…sondern auch breit…und was macht sergej burlaklow? genau…auf dem taxiweg landen…wäre da irgendein fahrzeug unterwegs gewesen,hätte es gerummst.
gerummst hat es dann ziemlich genau vor vier jahrzehnten…das war so eine verkettung der umstände…schlechte sicht…mikail am steuerhorn…und im endanflug erfolgte die anweisung zum wechsel der landebahn…hat er leider nicht hinbekommen und legte seinen hobel in ein waldstück…72 tote…ich hatte kollegen,die zum aufräumen abkommandiert wurden…als „problemlöser“ und psychologische stütze wurde alkohol in absurden mengen auf tischen vor der eigentlichen absturzstelle angeboten,samt der aufforderung,davon reichlich gebrauch zu machen.
ein anderer kollege,der als bordingenieur für die „interflug“ sein berufsleben zubrachte,wusste von begebenheiten der dritten art zu berichten,als man im rahmen interkultureller schulungen mit dem klassenbruder checkflüge unter erschwerten bedingungen über der russischen steppe durchführte und der herr alexej nach drei abgebrochenen landeanflügen um ein gläschen branntwein bat,sich dieses in den schlund kippte und dann völlig problemlos die mühle zu boden brachte…also in einem stück.
die meiner ansicht und erfahrung härtesten hunde fliegen bei el al.
ich erinnere mich an eine nachtschicht…gewitter vom feinsten…unzählige maschinen kreisten im „holding“ über dem platz…einige waren schon auf dem weg zu ausweichflughäfen…und dann kam captain shlomo silberberg… meldet sich wie beim schönsten sonnenschein…der tower schon gewarnt…wind von hier…wind von da…heavy thunderstorm…gusts up to 35 knots…heavy rain…shlomo juckt das alles nicht…er hält stur kurs…der turm fragt noch kurz vor erteilung der endgültigen landeerlaubnis,ob ein finaler „windcheck“ gewünscht sei…“not necessary….see ya on ground“…
an sich geht mir das ganze ja am bobbes vorbei…aber da habe ich mich sogar aus dem schemel herhoben und mir das angesehen…die denkbar sanftest vorstellbare landung…butterweich.
auch da vermute ich,dass sehr oft militärisch geflogen wird.
pfandflsche
04.07.2026, 02:11
dieser anblick ist in neun monaten geschichte…und das ist auch gut so…
https://up.picr.de/51064349dd.jpeg
ein michael
04.07.2026, 07:40
Was sind schon 9 Monate;)
"Ground control to Major Tom" :D
Kronenträger
05.07.2026, 10:24
Ich stöbere gern mal auf flightradar rum und schaue, was gerade so in der Luft ist. Dabei ist mir aufgefallen, dass in Berlin auch die Fahrzeuge am Boden angezeigt werden, auf anderen Flughäfen aber nicht. Lars, weißt Du, was es damit auf sich hat?
Schöne Grüße
Thomas
pfandflsche
05.07.2026, 10:35
das ist korrekt…jedes auf dem flughafen herumeimernde landfahrzeug hat einen transponder…und befindet sich zudem in einer zugewiesenen „gruppe“…dem transpondersignal ist noch ein buchstabe vorgesetzt…beispielsweise ein P für petrol…oder F…für fahrzeuge des betankungsdienstes, bzw. der feuerwehr.
mir erleichtert es die auftragsvergabe an „meine“ follow-me…wer ist in der nähe des zu erledigenden zwischenfalls…wer ist gerade wo…macht das leben auf der nicht geraden gesamtfläche leichter.
war damals bei der einführung ein riesen-bohei…musste betriebsrätlich abgesegnet werden.
transpondersignale von fahrzeugen werden aber auch auf anderen häfen in flightradar angezeigt…wien…meine ich zumindest.
ganz nebenbei ist flightradar auch für mich/uns eine arbeitsgrundlage.bisweilen präziser als alle anderen systeme die wir so haben.
Kronenträger
05.07.2026, 10:40
Danke für die Erklärung.
Habe gerade mal in Wien geschaut, konnte dort keine Fahrzeuge sehen. Aber in Hamburg werden sie angezeigt, Leipzig auch.
Schöne Grüße
Thomas
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