Hallo Julian,
deinen Eindruck kann ich bestätigen.
Ich war auf der Suche nach einer Les Paul und habe daher auch einige Instrumente ausprobiert.
Angefangen hatte ich auch mit einer Standard 50s. Die hat sich ganz ok angehört und angefühlt.
Diese konnte ich dann im Laden mit einer 57er Reissue vergleichen. Insbesondere hatte mich interessiert, ob der Hype um Lackierung, Long Neck Tenon, Holzauswahl, etc. gerechtfertigt ist. Allerdings ist das auch ein bisschen unfair, denn wir vergleichen hier Gitarren für 2,5k mit Gitarren, die etwa doppelt so teuer sind. Mir wäre es aber den Mehrpreis wert gewesen. Die 57er klang viel luftiger und offener und hat sich deutlich besser angefühlt (Lackierung, Halsprofil)
Danach habe ich mir dann noch eine andere 57er und eine 59er Reissue angeschaut. Jede hat ihren speziellen Sound, das wundert mich aber auch nicht, denn jedes Stück Holz ist schließlich anders.
Am Ende ist es dann aber eine Nik Huber Orca 59 geworden.
Da ich schon eine Piet hatte, mit der ich sehr zufrieden bin, habe ich mir dann noch die Orca gekauft.
Was soll ich sagen? Eine Gibson ist eine Gibson. Tradition, Originalität, Vibe, etc. Aber für mich hatte am Ende die Orca doch die Nase vorn. Irgendwie habe ich ein Faible für Gitarren und Amps abseits des Mainstreams.
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13.03.2026, 16:11 #901
Ich hatte diese Woche die Gelegenheit, meine Les Paul Standard 50s gegen mehrere Custom Shop-Modelle zu testen, konkret waren eine R7, eine R8, eine R9 und eine R0 im Rennen.
Es ist spannend, was man dabei hören kann. Meine subjektiven Eindrücke:
1. Jede Gitarre hat ihren ganz eigenen Klang. Eine R7 klingt anders als eine andere R7.
2. Die Klangeigenschaften einer unverstärkten Gitarre können verstärkt ganz anders gelagert sein. Die gestrige R9 beispielsweise klang unverstärkt ein wenig stumpf, verstärkt hingegen entfaltete sie wunderbar luftige Höhen.
3. Die Standard 50s klingt anders als die Custom Shop-Modelle, aber genauso finden sich Unterschiede zwischen den CS-Gitarren (vgl. Punkt 1). Besser oder schlechter ist keine, nur eben anders. Geschmackssache - nichts anderes.
Für mein Empfinden lag meine Standard unverstärkt nah bei der R9. Verstärkt ist der Höhenbereich der Reissue in den Höhen etwas ausgewogener gewesen.
Die Unterschiede sind für mein Empfinden beeindruckend deutlich und das, obwohl ich keine sonderlich guten und geschulten Ohren habe. Eine allgemeine Feststellung konnte ich jedoch identifizieren: die Reissue-Modelle aus dem Custom Shop fühlen sich anders an als die moderne Standard 50s. Es ist ein bisschen wie der Unterschied zwischen einer fünf- und sechsstelligen Rolex.
Mein Fazit: vielleicht schaffe ich mir irgendwann einmal eine Reissue an, allerdings bin ich jetzt erst in der Phase, in der ich die Nuancen zu unterscheiden und einordnen lerne. Eher kann ich mir derzeit vorstellen, den Höhenbereich der 50s ausgewogener zu gestalten. Weil ich sowieso gerade hinsichtlich verschiedener Saiten experimentiere und die richtigen noch nicht gefunden habe, kommen diese Feststellungen sehr gelegen.
Vielleicht interessiert sich jemand für meine Eindrücke aus dem Vergleich. Ich jedenfalls bin nach wie vor beeindruckt, wie viel eigener Charakter in jeder Gitarre steckt.Geändert von Krokodil (13.03.2026 um 16:13 Uhr)
Es grüßt
Das Krokodil
Julian
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15.03.2026, 18:07 #902Submariner
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Gruss
André
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24.03.2026, 16:30 #903
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24.03.2026, 22:04 #904Submariner
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Schöne Gitarre! Farblich passt sie ja zu meinen.
Kannst Du ein bisschen was dazu sagen? Ich bin eher elektrisch unterwegs und kann bei dem schönen Stück nicht mal den Hersteller erkennenGruss
André
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24.03.2026, 23:06 #905
Nichts geht über shaded tops!
Gitarre wurde 2009/2010 gebaut von Willi Henkes und Rudie Blazer im Martin Style 18 - Mahagoni-Korpus, Decke Alpenfichte (gewachsen und geschlagen keine 200km Luftlinie von mir), sehr sparsam ornamentiert, eben Style 18: dunkles Binding (Schwarz oder Tortoise), wenig Perlmutt/Abalone - leider haben die Jungs ihre Werkstatt/ihren Laden in Tübingen vor zwei Jahren für immer geschlossen. Ein Jammer.
Gibt deswegen auch keine Seite mehr im Interné und Infos nur noch in Fach-Foren.
Beste Grüße,
Kurt
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24.03.2026, 23:21 #906
Vielleicht ganz interessant, wenn einem die zwei Namen nichts sagen:
https://www.fretboardjournal.com/fea...enkes-guitars/
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25.03.2026, 06:47 #907PREMIUM MEMBER
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Hallo Kurt,
sehr schönes Stück! Henkes & Blazer haben zu gemacht? Das ist schade... hatte dort zwei alte Guild gekauft, eine JF-33 und eine Jf-33-12, beides noch Westerly RI. Die 12'er habe ich einige Jahre später wieder verkauft, aber die "kleine" ist noch bei mir. Bild folgt...
Grüßle Dietmar
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25.03.2026, 07:53 #908PREMIUM MEMBER
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aaaah... JF-30 muss es heißen und JF-30-12... meine Finger wollten nicht vom 3'er weg :-)
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25.03.2026, 09:02 #909
Ich war früher sehr oft in dieser Ecke von Tübingen und kann mich gerade noch an einen kleinen Gitarrenladen erinnern
>> Gruß Siggi <<
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25.03.2026, 11:06 #910
Die Akustik kommt etwas zu kurz ...

Was für eine schöne moderne 18er Interpretation, Kurt!
Hier zum Vergleich meine alte Martin 00-18 aus 1967:
20260325_105506.jpgServus
Georg
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25.03.2026, 11:47 #911
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25.03.2026, 13:37 #912
Servus Kurt,
ich glaube zu erkennen, dass bei Dir der Hals (Griffbrett) etwas breiter ist als früher üblich. Und vermutlich hat Deine 18er ein moderneres Shaping am Hals. Meine hat ein leichtes V Shaping. Das V muss man mögen. Und sehr wahrscheinlich hat Deine 18er einen verstellbaren Halsspannstab (Trusd Rods). Bei den alten Martins muß man zum Neck Reset den Hals entfernen, was ein rieeesen Aufwand ist ...
Ist Deine 18er die Dreadnaught Version oder eine OM - Variante?
LGServus
Georg
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25.03.2026, 13:43 #913
Ich liebe Menschen, die sich so intensiv mit ihren Hobbies auseinandersetzen, wie Du, Georg. Das könnte so auch ein Gitarrenbauer kaum besser ausdrücken.
>> Gruß Siggi <<
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25.03.2026, 14:03 #914
Meine Gitarre ist einer Martin D-18 von 1937 nachempfunden, hat dementsprechend zeitgemäß einen 1 3/4 Hals und 2 5/16 am Steg. Der Halsstab ist, anders als 1937, kein T-Bar, sondern, wegen des Gewichts, aus Carbon. Selbstredend starr. Der Hals ist exakt dem einer 1937er D-18 nachempfunden.
Wenn du meinen Link klickst, wirst du sehen, dass Blazer und Henkes zu den ausgewiesenen Spezialisten gehö(t)en, wenn es um die Reparatur alter Pre-War Martins und dem "Nachbau" selbiger gehören - wie zum Beispiel auch TJ Thompson oder John Arnold. Sie haben auch, unter ihrem Firmennamen Antique Acoustics, etliche verschiedene zeitgenaue Reproduktionen von Bridge Pins fertigen lassen, die exakt den Vorbildern der alten Originale entsprechen und vielen Sammlern von Vorkriegs-Martins geholfen haben.
Meine Gitarre ist insofern "modern interpretiert", dass B&H lieber jahrzehntelang gewachsene Alpenfichtendecken statt heute schnell gewachsenen Adirondack-Fichten für die Decke verwenden, und eben einen Carbon Halsstab statt des stählernen T-Bars. Ansontsen ist es eine exkate Rekreation einer alten Pre-War-D-18. So gesehen ist deine Giatarre, wenn auch ein wunderschönes Stück, in vielen Aspekten sogar die "modernere" Gitarre als meine, wenn man die Details vergleicht. Auch wenn sie natürlich 50 Jahre mehr auf dem Buckel hat. Als Beispiele: Drop-in Sattel statt echtem Through-Sattel bei dir, dickere Decke, dickere Beleistung - und noch einiges andere.
Ein verstellbarer Halsstab hat übrigens überhaupt nichts mit einem möglicherweise nötigen Neck Reset zu tun, bzw. kann man einen notwendigen Neck Reset nichts mit Verstellen eines Ein-Oder Zwei-Wege-Trussrods vermeiden. Der verstellbare Halsstab ist ausschließlich dazu da, die Krümmung des Halses einzustellen, für nichts weiter. Er wird allerdings von vielen Leuten fälschlicherweise zur Einstellung der Saitenlage benutzt.
Beste Grüße,
Kurt
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25.03.2026, 15:16 #915
Schöne Gitarre Kurt,
danke für die Infos. Mit "modern interpretiert" wollte ich die Qualitäten der D18 nicht in Frage stellen, im Gegenteil. Da ist Dir anscheinend eine Laus über die Leber gelaufen. Tschuligom.
Beim Truss Rods hast Du recht. In der Praxis wird er aber oft zweckenfremdet, um einen sich ankündigenden Neck Reset aufzuschieben. Und das funktioniert bis zu einem gewissen Grad. Ist aber eine Behelfslösung.Servus
Georg
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25.03.2026, 16:10 #916
"Eine Laus über die Leber gelaufen" - mitnichten Ich wollte eben nur wissen, worin die du "modernde Interpretation" gerade bei einer Blazer & Henkes-Gitarre siehst, und deine späteren Ausführungen zeigten mir dann, dass du mit den Gitarren der beiden wenig vertraut zu sein scheinst. Was auch nicht weiter schlimm ist - wie Rudie im oben verlinkten Interview ja auch selbst sagt, gehen bzw. gingen 90 Prozent ihrer Gitarren eben an Spieler und Sammler in den USA, wo der Markt für Pre-War-Martins und deren "Reproduktionen" ja auch weitaus größer ist als hier, während sie hier nur einem kleineren Kreis von Gitarristen bekannt sind.
Martin versucht sich ja seit Anfang der 2000er selbst in "Reproduktionen" ihrer gesuchten und inzwischen hochbezahlten Pre-War-Modelle mit den verschiednen "Authentic"-Modellen, und auch wenn sie in manchen Punkten "originaler" sind, wie zum Beispiel in der Verwendung von Adirondack-Decken, und auch wirklich sehr gute Gitarren sind, sind sie in leider doch in wesentlich mehr Punkten weniger originalgetreu als Willi und Rudie ihre Gitarren gebaut haben - hier im Bild meine Martin D-18 Authentic 1937:

Als "modern interpretiert" würde ich das bezeichnen, was Bill Collings so baut bzw. bauen lässt (bzw. noch genauer "ließ", da er ja leider nicht mehr unter den Lebenden weilt) - zwar wunderbar gut klingende Gitarren, aber doch dann in vielen Punkten sehr modern gebaut, z.B. mit verstellbarem Halsstab (two-way truss rod), noch mehr aber mit einem hybrid Mortise and Tenon neck joint (verschraubt) anstatt eines klassichen Martin Dovetail neck joints, und trotzdem von vielen Bluegrassern geschätzt - hier im Bild meine im Style 18 gebaute D1AT:

Beste Grüße,
Kurt
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25.03.2026, 16:39 #917
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26.03.2026, 18:41 #918
So schöne Gitarren wie Ihr habe ich leider nicht, dafür viel Freizeit! Am Samstag habe ich mal wieder was aufgenommen:
https://www.smnh.de/random/nico/ssd.mp3
Alles ein take, null edits, nur am Ende bin ich bei einem Takt nochmal rein (wer bis zum Ende hört, wird hören, wo das war
).
Danke für's Reinhören
Aber Pils seid Ihr beide, nich?
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26.03.2026, 19:28 #919
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26.03.2026, 19:33 #920
Ich kann leider nicht Gitarre, sorry!
Aber Pils seid Ihr beide, nich?
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