Ab einer gewissen Grösse sind solche Zertifikate eigentlich selbstverständlich. Auch Christ wird sich dem nicht entziehen. Wobei Viertelkaräter nicht immer zertifiziert sind, weil der Wert des Steins in Relation zu den Zertifizierungskosten ungünstig steht. Gemeinhin zertifiziert man ab 0.47 Karat.
Hauszertis sind halt nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien wird bewertet, wie kann ich als Kunde diese Kriterien nachvollziehen? Diamantgraduierungskriterien sind nicht gesetzlich definiert. Jeder kann sich Diamantzertifizierer nennen und jeder kann Dir theoretisch hier und heute einen x-beliebigen Kieselstein mit Top - Wesselton VVS graduieren, wenn Du ihm dafür 500 Euro gibst. Will sagen: wenn Dein Zertifizierer nicht seriös ist, ist er versucht, bissi am Tacho zu drehen und aus einem I-SI1 Stein einen F-VS1 Stein zu machen. Schwupps: 1.000 Euro verdient. Papier ist geduldig. Und selbst, wenn er nach bestem Wissen und Gewissen graduiert, fehlt ihm meist das Equipment, um all die Möglichkeiten, Steine zu „verbessern“ zu erkennen. Das ist schon eine Wissenschaft und die Graduierer sind zwangsläufig immer einen Schritt hinter den Fälschern. Bissi wie bei Virenscannern beim PC.
Die 4 grossen Zertifizierer, die ich genannt habe, haben sich den eindeutigen und strengen Graduierungskriterien des World Diamond Council unterworfen, haben modernstes Equipment, forschen viel und sind non-profit Organisationen, also ziemlich unbestechlich, man kann mit etwas Erfahrung Steine mit deren Zertifikaten kaufen, ohne sie gesehen zu haben. Ein 0.50 ct Triple VG H-VS1 Stein von irgendeinem der genannten Zertifizierer wird immer passen. Das würde ich bei keinem anderen Zertifizierer machen.
Und - es ist ja so: am Ende des Tages hast Du ein paar Ohrstecker und ein Stück Papier, auf dem 2 Diamanten beschrieben werden. Wie willst Du denn einem etwaigen späteren Kunden belegen, dass die beiden zusammengehören? Wenn die Nummer des Zertifikats auf den Stein graviert ist, ist das doch schon mal ein kostbarer Indikator, dass Zerti und Stein zusammenpassen. Gut, auch Gravuren werden gefälscht und im Zweifelsfall sollte man eh die Steine beim Gebrauchtkauf nochmal zertifizieren lassen, aber irgendein Hauszertifikat ist im Wiederverkaufsfall einfach nicht belastbar. Ein Wempe Zerti wird schon passen, die wissen ja, was sie tun. Als Erstkäufer machst Du da nix falsch. Aber schon der Zweitkäufer muss entweder vertrauen oder prüfen.
Einen Stein um 0.5 Karat würde ich als Laie nur kaufen, wenn er entsprechend zertifiziert ist oder die Preisdifferenz zum zertifizierten Stein entsprechend interessant ist.
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Thema: Diamant Ohrstecker
Baum-Darstellung
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01.07.2023, 13:31 #11
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Von TheLupus im Forum Off TopicAntworten: 2Letzter Beitrag: 29.05.2017, 12:28




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