Ich habe mir vor ein paar Monaten auch einmal Gedanken gemacht wie es mit mechanischen Luxusuhren weitergeht in Zeiten von Smartphone und Smartwatch usw.
Gedanken dahingehend da es ja "nebenbei" um sehr viel Geld geht das man investiert. Unabhängig aus welchen Gründen man Uhren kauft würde es wohl keinem hier
gefallen, wenn z.B. eine GMT Master II Stahl heute 8k kostet und in 10 Jahren für 100 Euro auf dem Flohmarkt verkauft werden. Das würde niemanden von uns gefallen.

Aber eine Aussage die ich im Frühjahr mal irgendwo gehört oder gelesen habe hat mich überzeugt: "Mechanische Uhren sind schon seit 40 Jahren nutzlos und trotzdem noch da". Da ist viel wahres dran.

Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Ich bin 35 Jahre alt und männlich. Allgemein sehr technisch interessiert. Kaufe von Büchern, Druckerpatronen, selbst manche Lebensmittel online. Streame Filme über Netflix und kaufe mir jedes Jahr das neueste IPhone, weil ich allgemein interressiert und begeistert bin von
der neuesten Technik in vielen Bereichen.

Es wird sich auch allgemein sehr durch die Digitalisierung ändern. Die nächsten 20 Jahre werden da echt interessant werden.

Das merke ich privat bei Automobilen. Ich fahre seit 12 Jahren Audi (A3, TT, A5 Coupe, A5 Sportback, aktuell noch SQ5). Mein Geschäftsleasing läuft 07/2018
aus und ich werde keinen neuen Audi mehr leasen. Habe mir vor 4 Wochen einen Tesla Model S P85D bestellt. Weil mich die Technik begeistert und ich überrascht bin
was heute schon möglich ist und auf der Strasse rumfährt wo deutschen Hersteller auf der IAA noch Studien für 202x vorstellen. Zugegeben, 3 Jahre Leasing ist keine Lebensentscheidung und einfach mal ein Test. Zugeben ich habe direkt vor der Haustür eine kostenlose Möglichkeit zu Strom zu laden. Den Tesla kann man übrigens auch über eine App (IPhone oder auch Iwatch) steuern.

Worauf will ich hinaus: Trotz meiner Technik-Begeisterung habe ich meine Leidenschaft dieses Jahr im Frühjahr für mechanische Uhren entdeckt. Hab ja
wie hier vorgestellt innerhalb von 4 Monaten auch richtig Gas gegeben (GMT II, 116520, 16750). Logischer wäre eigentlich eine Applewatch.
Gibt mir aber nix. Einer stromlosen mechanischen Uhr zuzusehen wie der Sekundenzeiger wandern ist viel faszinierender als mit Siri zu sprechen..
Meine Frau Jahrgang 1987 hat eine Apple-Watch, da Sie hauptberuflich Fitness und Personaltrainer ist. Geniales Arbeitswerkzeug, aber Emotion null.
Privat trägt sie Ihre Junghans Max Bill Automatic und freut sich jedes Mal wenn sie auf die Uhr schaut.

Luxusuhr würde ich in der heutigen Zeit gleichsetzen wie ein Schmuckstück, nicht mehr und nicht weniger. Frauen tragen heute auch noch gerne einen Smaragd-Ring
oder eine Kette mit Diamanten. Männer halt Uhren. Würde ich 1:1 gleichsetzen. Und Schmuck tragen Menschen seit 5.000 Jahren.

Eine Rolex als Arbeitsuhr/Tool-Watch zu bezeichnen finde ich in der heutigen Zeit falsch. Kein Mensch braucht mehr eine GMT um da umständlich eine zweite Zeit einzustellen, wenn man im IPhone bei Bedarf 20 verschiedenen Uhrzeiten einstellen kann. Ich bin Sporttaucher, ich kenne keinen der sich eine 8.000 Euro Submariner umschnallt wenn er in die Tiefe geht. Eher einen guten Tauchcomputer von Mares der neben der Tauchzeit auch die Tiefe, Restluft, Temperatur anzeigt manche Modelle sogar einen Kompass oder digitales Navi enthalten haben.

Das Argument Toolwatch lass ich (subjektiv gesehen) in der heutigen Zeit nicht mehr gelten, vielleicht noch vor 60 Jahren. Ist heute eher ein Marketing-Gag.

Eher würde ich eine Luxusuhr = als männliches Schmuckstück ähnlich bei Frauen einen Smaragdring gleichsetzen.

Und das hat Zukunft. Und daher finde ich persönlich den Vergleich mit einer Apple-Watch nicht angemessen.

Es grüsst
Tobias
-mtcosmic-