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  1. #1
    Gesperrter User
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    Also ich versuchs mal zu erklären, die Aufzugfeder einer Automatikuhr ist ja nicht fest mit der "Innenwand" des Federhauses verbunden, wie es bei einem Handaufzuguhr der Fall ist . Daher hat ja eine Uhr mit Handaufzug auch einen "Anschlag", einen Punkt bei dem man die Krone beim Aufziehen nicht mehr weiter drehen kann. Nicht so bei einer Automatik, hier ist das äussere Ende der Zugfeder über einen Gleitzaum verbunden. Eine Art Rutschkupplung, die bei Vollaufzug "durchrutscht". Der Rotoraufzug ist doof, der weiß nicht wanns genug ist. So zieht er auch dann auf wenn es eigentlich gar nix mehr zu tun gibt.

    So, wäre nun das äussere Ende der Feder ebenso fixiert wie beim Handaufzug würde der Rotor gegen einen festen Widerstand ankämpfen, und so sich selbst beschädigen.
    Bei Vollaufzug rutscht also der Gleitzaum durch. Dieser "Punkt des Durchrutschens" muß ein ganz definierter sein, damit nicht zuviel Kraft ans Räderwerk abgegeben und somit ein Vorgang erzeugt wird. Man steuert diesen Durchrutschpunkt unter anderem durch Schmierung mit Fett, die richtige Menge an die richtige Stelle.

    Ist nun zuwenig Fett, bzw. verschlissenes Fett vorhanden, rutscht der Gleitzaum später, bei einer höheren Zugfederspannung, durch. Dadurch gerät mehr Kraft ans Räderwerk, Hemmung und Unruh. Ein Vorgang ist die Folge. Da beim Joggen die Arme beständig in Bewegung sind, bewegt sich freilich auch der Rotor mehr als sonst mit und liefert beständig Aufzugarbeit. Der Gleitzaum ist ständig am Durchrutschen, aber eben am "falschen Punkt ". Das ist 100%ig die Ursache.

    Eine Beeinflußung der Unruh halte ich für weniger wahrscheinlich, da auf sie ja beschleunigende und verzögernde Faktoren einwirken, und man nicht so einfach sagen kann das aus dieser oder jener Bewegungssituation ein Vor- oder Nachgang resultiert. Daher meine, wie immer lautende, Frage wann war die letzte Revision ??

    Adriano22

  2. #2
    Steve McQueen
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    Zitat Zitat von adriano22 Beitrag anzeigen
    Also ich versuchs mal zu erklären, die Aufzugfeder einer Automatikuhr ist ja nicht fest mit der "Innenwand" des Federhauses verbunden, wie es bei einem Handaufzuguhr der Fall ist . Daher hat ja eine Uhr mit Handaufzug auch einen "Anschlag", einen Punkt bei dem man die Krone beim Aufziehen nicht mehr weiter drehen kann. Nicht so bei einer Automatik, hier ist das äussere Ende der Zugfeder über einen Gleitzaum verbunden. Eine Art Rutschkupplung, die bei Vollaufzug "durchrutscht". Der Rotoraufzug ist doof, der weiß nicht wanns genug ist. So zieht er auch dann auf wenn es eigentlich gar nix mehr zu tun gibt.

    So, wäre nun das äussere Ende der Feder ebenso fixiert wie beim Handaufzug würde der Rotor gegen einen festen Widerstand ankämpfen, und so sich selbst beschädigen.
    Bei Vollaufzug rutscht also der Gleitzaum durch. Dieser "Punkt des Durchrutschens" muß ein ganz definierter sein, damit nicht zuviel Kraft ans Räderwerk abgegeben und somit ein Vorgang erzeugt wird. Man steuert diesen Durchrutschpunkt unter anderem durch Schmierung mit Fett, die richtige Menge an die richtige Stelle.

    Ist nun zuwenig Fett, bzw. verschlissenes Fett vorhanden, rutscht der Gleitzaum später, bei einer höheren Zugfederspannung, durch. Dadurch gerät mehr Kraft ans Räderwerk, Hemmung und Unruh. Ein Vorgang ist die Folge. Da beim Joggen die Arme beständig in Bewegung sind, bewegt sich freilich auch der Rotor mehr als sonst mit und liefert beständig Aufzugarbeit. Der Gleitzaum ist ständig am Durchrutschen, aber eben am "falschen Punkt ". Das ist 100%ig die Ursache.

    Eine Beeinflußung der Unruh halte ich für weniger wahrscheinlich, da auf sie ja beschleunigende und verzögernde Faktoren einwirken, und man nicht so einfach sagen kann das aus dieser oder jener Bewegungssituation ein Vor- oder Nachgang resultiert. Daher meine, wie immer lautende, Frage wann war die letzte Revision ??

    Adriano22
    Danke, Adriano!
    Wieder was dazu gelernt!

  3. #3
    Sea-Dweller Avatar von misterbannister
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    Zitat Zitat von adriano22 Beitrag anzeigen
    Also ich versuchs mal zu erklären, die Aufzugfeder einer Automatikuhr ist ja nicht fest mit der "Innenwand" des Federhauses verbunden, wie es bei einem Handaufzuguhr der Fall ist . Daher hat ja eine Uhr mit Handaufzug auch einen "Anschlag", einen Punkt bei dem man die Krone beim Aufziehen nicht mehr weiter drehen kann. Nicht so bei einer Automatik, hier ist das äussere Ende der Zugfeder über einen Gleitzaum verbunden. Eine Art Rutschkupplung, die bei Vollaufzug "durchrutscht". Der Rotoraufzug ist doof, der weiß nicht wanns genug ist. So zieht er auch dann auf wenn es eigentlich gar nix mehr zu tun gibt.

    So, wäre nun das äussere Ende der Feder ebenso fixiert wie beim Handaufzug würde der Rotor gegen einen festen Widerstand ankämpfen, und so sich selbst beschädigen.
    Bei Vollaufzug rutscht also der Gleitzaum durch. Dieser "Punkt des Durchrutschens" muß ein ganz definierter sein, damit nicht zuviel Kraft ans Räderwerk abgegeben und somit ein Vorgang erzeugt wird. Man steuert diesen Durchrutschpunkt unter anderem durch Schmierung mit Fett, die richtige Menge an die richtige Stelle.

    Ist nun zuwenig Fett, bzw. verschlissenes Fett vorhanden, rutscht der Gleitzaum später, bei einer höheren Zugfederspannung, durch. Dadurch gerät mehr Kraft ans Räderwerk, Hemmung und Unruh. Ein Vorgang ist die Folge. Da beim Joggen die Arme beständig in Bewegung sind, bewegt sich freilich auch der Rotor mehr als sonst mit und liefert beständig Aufzugarbeit. Der Gleitzaum ist ständig am Durchrutschen, aber eben am "falschen Punkt ". Das ist 100%ig die Ursache.

    Eine Beeinflußung der Unruh halte ich für weniger wahrscheinlich, da auf sie ja beschleunigende und verzögernde Faktoren einwirken, und man nicht so einfach sagen kann das aus dieser oder jener Bewegungssituation ein Vor- oder Nachgang resultiert. Daher meine, wie immer lautende, Frage wann war die letzte Revision ??

    Adriano22
    ich lese immer sehr gerne was der adriano da immer so schreibt und erklärt......!!!!
    dont envy me, i"ve got my own pain

    gruß thorsten

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