Original von mutprobe
Kann eine solche kleine Feder in der Entwicklung so teuer sein, dass die meisten Hersteller die Spirale zukaufen?

Dass Rolex 5 Jahe Entwicklungszeit für die PB-Spirale benötigt hat, kann ich mir gar nicht vorstellen... Was macht das so kompliziert?
Spiralen sind in der Tat hochkomplex! Nur ein Beispiel: Der Werkstoff

Auch wenn sich Rolex gerne zugeknöpft gibt, einiges veröffentlichen sie schon. Rolex musste sich bei der Entwicklung einer Manufaktureigenen Spirale mit dem Thema des Frequenzdrifts, bzw. der Frequenzvariation beschäftigen. Das geht aus veröffentlichten Patentanmeldungen hervor.

Unruhspiralen können aus ferromagnetischem Material oder aus paramagnetischem Material hergestellt werden. Rolex erläutert in den Veröffentlichungen, dass sie Spiralen aus paramagnetischen Legierungen verwenden. Als paramagnetisch bezeichnet man Substanzen, welche eine positive magnetische Suszeptibilität besitzen. Paramagnetische Materialien magnetisieren sich in einem externen Magnetfeld so, dass sie das Magnetfeld in ihrem Innern effektiv verstärken. Der gegenteilige Effekt – eine Abschwächung des Magnetfeldes – wird als Diamagnetismus bezeichnet.

In beiden Fällen, bei Spiralen aus ferromagnetischem Material oder aus paramagnetischem Material, kann es zu einer Veränderung der Schwingiungsfrequenz (Frequenzdrift) kommen, wobei dieses dann zu Abweichungen bis zu 10s/Tag (!) für das Uhrwerk führen kann. Die Erklärung des Phänomens erspare ich Euch hier (Störungen im Kristallgitter, Young-Modul, Sauerstoffaffinität).

Bei Spiralen aus ferromagnetischem Material kann die Frequenzvariation mit Wärmebehandlung vermindert werden, was aber bei paramagnetischen Legierungen nicht zu helfen scheint.

Rolex hat in langer Entwicklungsarbeit herausgefunden, dass sich das Problem der Frequenzvariation bei paramagnetischem Material in einem gewissen Masse verhindern lässt, wenn die Spirale mit einer Oxidschicht bedeckt ist. Rolex hat z.B. Folgendes als Erfindung angemeldet:
Spirale für einen mechanischen Spirale-Unwucht Oszillator eines Uhrwerks, wobei die Spirale aus einer paramagnetischen Legierung besteht, welche mindestens eines der Elemente Nb, V, Ta, Ti, Zr, HF beinhaltet, und welche durch eine Oxidschicht bedeckt ist, die eine Stärke grösser oder gleich 20 nm hat.


Werkstofffragen sind nur EIN Beispiel. Auch die Fertigung/Produktion, insbesondere eine vollautomatisierte, dürfte Rolex lange beschäftigt haben.