War schon die Einführung des planen Saphirglases bei Rolex ein konstruktiver Blödsinn, so wäre ein gewölbtes Saphirglas noch unsinniger.
Rolexuhren sind ehemals als Strapazieruhren konzipiert worden, daher auch das sehr massive Gehäusedesign der Oystermodelle. Die zur damaligen Zeit extreme Wasserdichtigkeit lag hauptsächlich an der Abdichtungsmethode des Glases. Dieses wurde nicht, wie bei anderen Uhren üblich, in ein Metallgehäuse eingedrückt, sondern über ein Metallgehäuse gestülpt und anschließend mit der aufgepressten Lünette gegen diesen Rand gedrückt wurde.
Diese sehr gute Abdichtung hatte nur einen geringen, optischen Nachteil, nämlich den weit über den Gehäuserand stehenden Glasrand. Da dies bei der Einpressmethode anderer Hersteller aber ähnlich aussah, machte sich damals niemand Gedanken darüber.
Problematisch wurde es, als die ersten Mineralgläser auftauchten. Diese konnten so in das Gehäuse integriert werden, daß sie tatsächlich plan mit dem Gehäuserand abschlossen (z.B. IWC-Ingenieur). Viele Konkurrenten von Rolex gingen im Laufe der Jahre zur Verwendung von planen Mineralgläsern über - Rolex weigerte sich standhaft dies bei den Oystermodellen einzuführen (die wußten schon warum). Irgendwann mußte sich Rolex als Luxusprodukt jedoch dem Willen der Käufer fügen und lancierte, sehr zum eigenen Mißfallen, die heute bekannten, planen Saphirgläser.
Da heute leider nicht mehr "form follows function" gilt, sondern ein Design mehr Bedeutung hat denn eine sinnvolle Technik, stehen die Saphirgläser eben genauso über den Gehäuserand hinaus wie ehemals die Tropicgläser und bieten damit beste Möglichkeiten die messerscharfen Kanten dieses Glases zu beschädigen oder gleich das ganze Glas zu "schrotten", wenn man entsprechend irgendwo anstösst.
Würde Rolex jetzt auch noch ein gewölbtes Saphirglas bei den Sportmodellen zum Einsatz bringen wäre das Problem noch größer. Ein solches Glas muß nun mal unter "Spannung" sitzen um eine entsprechende Wasserdichtigkeit zu garantieren. Solange das Glas flach ist, ist die Spannungsverteilung relativ gleichmäßig über die Glasfläche verteilt, bei einem gewölbten Glas würde allerdings die größte Spannung direkt im Zentrum des Glases wirken und es bedürfte dann nur kleinerer Stösse um diese Gläser reihenweise zum Bersten zu bringen. Abhilfe könnte hier eine höhere Glasdicke schaffen dies würde aber sehr zu Lasten der Optik gehen, also gilt erneut "function follows fashion".
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Thema: Gewölbtes Saphirglas
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20.08.2006, 17:52 #1Date
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