Nur mal angefragt, was habt ihr den jetzt für einen Vorstand, wollen die nur abwarten....???? Gruß Andreas
Hm, da ich ja auch dazugehöre, eine kurze Antwort:

50 Prozent der Vereinsmitglieder sind über 65 Jahre alt. Von den Booten, die am Vereinsgelände liegen, gehören fast alle diesem Teil. Dann gibt es relativ viele passive, fördernde Mitglieder, die eigentlich nur aus Tradition dem Verein treu geblieben sind und ihren kleinen Beitrag zahlen. Unser Vereinsgelände ist 70 km entfernt. Der Verein wurde bis vor 4 Jahren durch den damaligen Vorstand "heruntergewirtschaftet" - nicht finanziell sondern dahingehend, dass ein ehemals gut besuchtes Gelände von den regulären Mitgliedern nicht mehr angenommen wird. Den "Alten" ist der Weg zu weit zu fahren, und der Sprit kostet auch nicht mehr 50 Pfennig wie in den 70ern.

Wir haben vor 4 Jahren den Vorstand komplett neu besetzt und durch Aktionen versucht, das Gelände "wiederzubeleben" - ohne jeglichen Erfolg. Das einzige, was sich dort noch abspielt, ist die Ausbildung für den SBF Binnen. Die Arbeitsdienste am Gelände und die Ausbildung bleiben komplett am Vorstand hängen, da die anderen
- keine Interesse haben
- zu alt sind.

Uns fehlt der komplette Nachwuchs und eine gesundes "Mittelalter". Wir haben keine Möglichkeit, Nachwuchs aus der näheren Umgebung des Geländes oder Familien auf das Gelände zu bekommen, das das von der Verpächterin nicht gewünscht ist. Sie liegt mit den umgebenden Ortschaften seit Jahren im Streit und hat den damals am Gelände ansäßigen örtlichen Segelverein im wahrsten Sinn des Wortes rausgeekelt. Frau L. hat seit 30 Jahren den Spitznahmen "Seehexe" - und das ist nicht übertrieben. In letzter Zeit gab es jetzt auch bei uns einige unangenehme Vorkommnisse, die es eigentlich allen vergällt, derzeit auf das Gelände zu fahren.

Tja, was ist das für ein Vorstand? Ein zutiefst frustrierter. Einer, der keine Zukunft mehr für den Verein auf Grund der Gegebenheiten sieht und der es leid ist, sich letztendlich für einen Totentanz zu engagieren. Wir haben 4 Jahre lang Unsummen an Zeit investiert und 1000e von km verfahren, damit bei einem Verein mit über 100 Mitgliedern 2 reguläre Mitglieder übrig geblieben sind, die es dieses Jahr tatsächlich schon geschafft haben, seit Mai 2mal zum Gelände zu kommen. Der Vorstand ist jedes Wochenende drüben, denn der muss ja die Ausbildung abhalten ...

Die Antwort ist jetzt doch etwas länger geworden - aber vielleicht ist jetzt etwas deutlicher geworden, worum es geht. Wir sehen für den Verein absolut keine Perspektive mehr und stellen uns deswegen auch nicht mehr zur Wahl. Den Verein vorher aufzulösen macht keinen Sinn - eine leise Hoffnung habe ich ja noch, dass sich zumindest bis zum Ende des Pachtvertrages jemand findet, der das Ganze übergangsweise leitet. Derzeit ist auch davon auszugehen, dass der Pachtvertrag nicht verlängert wird.

Frustriert, ferris