Und es geht weiter mit der Zerlegung, jetzt wird die Unruhbrücke demontiert. Neben der rechten Befestigungsschraube der Brücke erkennt man die Einstellschraube für die Feinjustierung der Höhenluft. In einigen Internet-Reviews wurde diese einseitige Justiermöglichkeit bemäkelt (beim 3135 gibt es 2 Einstellschrauben, die somit ein absolut paralleles Anheben oder Absenken ermöglichen). Meiner Meinung nach funktional völlig irrelevant, bei der Korrektur der Höhenluft reden wir über ein paar Hundertstel-Millimeter. Die resultierende Schiefstellung ist so gering, dass sie im Grundrauschen der Fertigungstoleranzen untergeht und keine negativen Auswirkungen hat.


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Hier die Schrägansicht.


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Die demontierte Unruhbrücke von unten. Jetzt sieht man, dass die Justierschraube mit einem Zahnrad verbunden ist.


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Der Gegenpart auf der Platine. Im zusammengebauten Zustand greift dann das Zahnrad der Justierschraube in die Verzahnung der Schraube, die die rechte Auflagefläche der Brücke darstellt. Absolut praxisnahes Konzept zur Höhenlufteinstellung: Rechte Brückenschraube lösen, Höhenkorrektur an der Justierschraube vornehmen, Brückenschraube wieder festziehen, fertig.


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Die Befestigung der Spiralfeder am Klötzchenträger und an der Unruhwelle haben sich gegenüber dem 3135 nicht verändert (oder so gering, dass ich es nicht erkennen kann). Eine kleine Überraschung ist die fehlende Sicherungsschraube für den Klötzchenträger (wenn der verdreht wird ändert sich ja der Abfallfehler). Ich gehe einfach mal davon aus, dass die Passung stramm genug und ein ungewolltes Verdrehen ausgeschlossen ist.


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Nun zur Ankerbrücke und zum Anker. Im klassischen Layout liegen ja Unruhlager, Ankerlager und Ankerradlager auf einer Geraden. Beim 3235 nicht, vermutlich haben die Platzverhältnisse das nicht zugelassen.


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Nochmal eine andere Ansicht. Der Anker schlägt sehr weit hinten mit den Aussenseiten der Gabel an den in die Brücke eingefrästen Begrenzungen an.


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Die ausgebaute Ankerbrücke.


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Ein paar Bilder des Ankers. Auf dem zweiten Bild zum Vergleich ein Anker aus meiner Vintage-Schrottkiste (ich weiß leider nicht genau aus welchem Werk, irgendein PUW). Das sind schon extrem filigrane Paletten. Mir graust‘s jetzt schon vor dem Ölen.


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Das Ankerrad - ein wahres Kunstwerk.


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Nun entnehme ich den kleinen Hebel für den Sekundenstop. Dieser greift mit einem Arm in eine Nut im Aufzugsmechanismus, wenn die Krone in Position 3 gezogen wird schwenkt sein anderer Arm gegen den Unruhreif und stoppt somit das Werk.


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Die Minutenradbrücke wird demontiert. Jetzt kann man den Eingriff des Federhauses in das Minutenrad erkennen.


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Das Minutenrad. Zu dem wird es vermutlich noch was zu sagen geben, bin mir aber noch nicht ganz sicher, muss mir das nochmal genau anschauen.


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Und so sieht dann das Werk ohne Hemmung und Räderwerk aus.


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Beim nächsten Mal geht es dann mit dem Aufzug weiter.


Gruß

Erik