Gibt für mich 3 Punkte, die hier erwähnt wurden, die für mich Sinn machen würden, das derzeitige Geschäftsgebaren zu erklären:
1. Anpassung an die Marktpreise auf dem Graumarkt, um zumindest temporär deren Geschäft zu schwächen und selber ein größeres Stück vom Kuchen abzubekommen.
2. Fokussierung weg von Europa hin zu (zahlungskräftigerem) Klientel in Asien, VAE, etc.
3. Aufhübschen der Bilanz und stärkere Etablierung eines eigenen Boutique-Netzwerks, um die Voraussetzungen für einen Verkauf (LVMH) zu schaffen und den Preis in die Höhe zu treiben.
Evtl. auch eine Kombination aus allen drei. Würde alles kurz- bis mittelfristig vermutlich sogar Sinn machen. Strategisch und langfristig gedacht, halte ich es allerdings für einen Fehler.
Da bin ich zum einen bei Carsten, dass die Marktpreise, zumindest bei den nicht gehypten Modellen (Calatravas, einfache Komplikationen) sicher nicht mehr ewig auf dem derzeitigen Niveau bleiben werden. Diese Goldgräber-Stimmung ist alles nur nicht nachhaltig. Gier frisst Hirn triffts ganz gut.
Und zweitens bin ich bei Michael. Wenn Patek die uhrenbegeisterte und kaufkräftige Generation (sagen wir mal 50+) irgendwann mal weg bricht, und eine Generation nachkommt, die sich eher weniger für Luxusgüter an sich und mechanische Uhren im speziellen interessiert, haben sie ein ganz gewaltiges Problem. Da heißt es immer, man will sich verjüngen und die jüngere Zielgruppe stärker in den Fokus nehmen, was durch die Modellpolitik ja auch teilweise schon ganz gut gelungen ist. Aber dann bepreist man die "Einsteigsmodelle", a la 3 Hand Calatrava, bereits so hoch (um die 40K), dass sich das nahezu kein U40er mehr leisten können wird. Macht für mich strategisch gedacht also auch keinen Sinn.
Und abschließend zum Boutique-Konzept. Auch wenn mir kleinere familiengeführte Konzis lieber sind, hätte ich da prinzipiell kein Problem damit, wenn man es gut und kundenorientiert aufzieht und das nicht nur in 2-3 Großstädten macht. Sollte aber z.B. die Hochnäsigkeit und das Bussi-Bussi-Gehabe der Münchner Boutique der neue Standard werden, dann gut Nacht!
Und ich kann natürlich jeden verstehen der frustriert ist, weil er bereits eine gute Beziehung zum Konzi aufgebaut hat und diese jetzt dann weg bricht. Dass es z.B. Bauer in München trifft, hatte ich bereits vermutet.
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Hybrid-Darstellung
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01.02.2023, 12:52 #1Going beyond the hype...
Gruß,
Chris
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01.02.2023, 17:47 #2
Ich fürchte, das ist ein sehr deutscher Blick auf die Entwicklung. Vielleicht müssen wir einfach akzeptieren, dass die Entwicklung heute in anderen Regionen der Welt sehr viel anders und dynamischer verläuft, als hier.
Studien zeigen, dass das Interesse an Luxus in der jüngeren Generation immer noch sehr hoch ist und sogar steigt. Und in USA und Asien gibt es eine Menge Kunden zwischen 20 und 40 Jahren, die locker der Geld haben für Uhren im Bereich 40-100k. Und wenn man dann noch einbezieht, dass die HH Marken wie PP, L&S, AP und einige andere in Summe nicht mehr als vielleicht rund 150.000 Uhren im Jahr fertigen, kommt man unweigerlich zum traurigen Schluss, dass wir hier für die Ausrichtung des Geschäftes der Marken keine wirklich entscheidende Rolle mehr spielen.Viele Grüße
Ralf
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