Mensch, erstmal durchatmen....
bin durch Zufall auf diesen Faden gestoßen, da einige mir gut bekannte Member hier ihre Meinung zu gepostet haben (alle schätze ich übrigens sehr).
Ich persönlich sehe das Thema komplett emotionslos, da mir leider die Mittel (und wie ich hier so lese, auch die Connections) fehlen, eine Patek oder eine Lange direkt vom Konzi kaufen (zu können, zu dürfen, wie sagt man das heutzutage richtig?) zu können.
WAS ich aber zu dem Thema beitragen kann, ist meine Meinung und die ist die folgende:
1.) Patek Philippe hat anscheinen das Marketing für sich entdeckt und das besagt, dass man im 20. Jahrhundert nicht mehr auf Multibrand-Stores baut, sondern eigene Läden hat, wenn man etwas auf sich hält.
Die Modemarken zelebrieren das seit Jahrzehnten (Gucci, Chanel, Armani, ja auch Adidas und Nike etc.pp), dann kamen die Taschenläden (LV) hinzu. OK, hier und da gibt es noch ein Store-in-Store-Kozept, aber die sind ja eher rar gesät.
LVMH hat ganz klar vorgemacht, wie so etwas geht und wie man den Erfolg oder die Brand-Awareness steigern kann.
Denken wir doch mal 3-4 Jahre zurück: LVMH kauft unser aller Lieblings-Kofferfirma Rimowa: alle Verträge mit Resellern werden gekündigt, wenn sie nicht umbauen und die firmenweite CI umsetzen können. Gleichzeitig werden mal eben ALLE Preise erhöht und das Zeugs verkauft sich trotzdem weiter wie nix.
Hätte das vorher jemand gedacht, dass es Läden nur für Koffer EINER Firma geben wird? Ich nicht.
Wenn ihr euch also (sicherlich) zu recht darüber aufregt, dass es nur noch Boutiquen gibt (und in Zukunft geben wird): das ist der Lauf der Zeit, die Uhrenbranche hat ihr lange verstaubtes Image abgelegt und ihr Produkt ist zum musst-have-style-object dieses Jahrzehnts geworden...Instagramm sei Dank.
Dabei ist sie so unauffällig und (für den Laien) schwer zu erkennen...da haben es die Modelabel, Taschen und vor allem die Automarken schon etwas einfacher, wenn sie von einem (wannabe)-Star vorgeführt werden.
Aber gibt es in Zeiten von Social Media (Installiert und FB) überhaupt noch Laien?
2.) Preise und deren Erhöhung
PP,AP und Rolex sind vom aktuellen Erfolg doch geradezu besoffen, oder nennen wir es dezenter: betrunken vor Glück.
Die sehen doch, welche Preise ihre Uhren auf dem Gebrauchtmarkt erzielen und sagen sich: hey, die Beklo....geschätzten Sammler da draußen zahlen doch tatsächlich das Doppelte von dem, was wir für die Uhr nehmen...da lassen wir doch Geld auf dem Tisch liegen, wenn wir die Preise nicht erhöhen (jaja, ich weiß, wird mit Währungsturbulenzen erklärt...bull....t).
Die wollen einfach ein größeres Stück vom Kuchen haben, kann man es ihnen verdenken?
3.) Preiselastizität...ab wann sorgt eine Preissteigerung für zurückgehende Käufe?
Beim Thema Uhren anscheinen gar nicht.
Ich erlebe oft das Phänomen, dass man sich im deutschen Raum über die nach jeder Preiserhöhung gestiegenen Preise beschwert und mit Kaufzurückhaltung droht (was von dem einen oder anderen auch knallhart durchgezogen wird): das ist jedem freigestellt, jeder darf es tun aber man sollte sich darüber im klaren sein, dass das vielleicht dem eigenen Geldbeutel gut tut, die jeweilige Uhrenfirma aber nicht die Bohne interessiert.
Warum auch? Es gibt so viele Regionen auf der Welt, in denen so unermeßlich viel Geld verdient wird, da interessiert es nicht, ob die Uhr nun 20.-,30.- oder 40.000 Geldeinheiten mehr kostet, das Geld ist einfach da.
Ja mein Gott, und wenn die Uhren nicht in D verkauft werden, dann gehen sie eben nach DUB oder in die VAE oder noch weiter in Richtung Osten, nach China und Japan.
Das Schöne an Uhren finde ich ja, dass man sich auch als mittelprächtig verdienender mal ein schönes Stück kaufen konnte...das wird sich eventuell ändern.
PP und AP orientieren sich eher an Firmen wie Ferrari, wo man MEHR als mittelprächtig verdienen muss, um sich so ein Gefährt leisten zu können.
Für einen Porsche reicht auch schon weniger, da siedelt sich Rolex (noch) an. Aber auch da hört man den einen oder anderen Kommentar, der in (hoffentlich ferner) Zukunft böses erahnen läßt.
Fazit: man verflucht das Neue, weil einem das Alte besser gefiel. Man muss sich dann allerdings darüber im Klaren sein, dass das Alte NIE wiederkommen wird und man sich entweder eine andere Strategie (Sekundärmarkt, andere Firma) einfallen lassen muss oder das Spiel der Großen eben mitspielt.
Ich muss diese Entscheidung zum Glück (noch) nicht treffen.
Ergebnis 1 bis 20 von 398
Baum-Darstellung
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30.01.2023, 17:08 #11
Glück auf, Martin
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