Ich kann mir nicht vorstellen, dass die neuen Strategien, egal ob AP, ALP oder PP, nachhaltig sein werden.

Bis jetzt konnte man sich in der Uhrenleidenschaft entwickeln, zwischen den Marken, aber auch innerhalb einer Marke. Man hatte seinen Konzi, und ich denke die Mehrheit hat mit einfacheren Marken angefangen, dann Rolex, und später erst HH. Und auch bei den HH Marken fängt man meistens klein an.

Wenn der Konzi jetzt aber nicht mehr alle Modelle bekommt, klappt das nicht mehr. Wenn die bestehende Kundenhistorie für die Boutique nicht zählt, bricht aus meiner Sicht die Markenbindung komplett weg. Damit wird der Gruppe der langjährigen Uhrenkäufer der Weg zur HH verschlossen. Die angestrebte Kundschaft der Superreichen wird sich in den Boutiquen auch nicht vorführen lassen - glaube kaum dass man hier noch 3Zeiger und Jahreskalender auf dem Weg zur Großen Komplikation verkaufen kann - diese Kundschaft ist es gewohnt direkt alles kaufen zu können, ohne Kopplungsgeschäfte. Man muss dann also auch mal die Uhren nachfragegerecht produzieren. Und wenn die Boutiquen immer mehr Uhren verkaufen sollen, dann wird es da auch wenig entspannt zugehen. Bei mir hat ein Uhrenkauf immer länger als eine Stunde gedauert, und bei meinem Konzi gab es da auch nie Zeitdruck.

Wenn AP und PP in D geschätzte 5000 Uhren/Jahr verkaufen wollen, dann waren um die 30 Verkaufsstellen vielleicht etwas zu viel (bei 300 Verkaufstagen jeden 2. Tag eine Uhr), 10 sind aber schon etwas knapp, wenn man die Uhren auch zeigen will, Kontakte pflegt, und nicht nur den Kauf abwickeln will. 3 Boutiquen sind schon fast Fließbandarbeit, 5-6 Uhren pro Tag, da wird man den Erwartungen der Kunden sicher nicht dauerhaft gerecht werden können.