Jein. Ich bin jetzt seit über 30 Jahren im (rechtlichen) Bereich der Luftfahrt seitens einer Behörde tätig und habe auch einige gute Freunde verloren. Zuletzt einen lieben Freund von der Flugsicherung, der vergangenen Juni in Gelnhausen abgestürzt ist. Die meisten Unfälle passieren - human factor - durch zu wenig Flugerfahrung (Absturz in Coburg-Steirücken, kurz nach der Prüfung, Flugzeug voll beladen) oder durch zu viel Flugerfahrung (Absturz EDQI - Lauf-Lillinghof.) In Lauf bin ich 10 Jahre lang geflogen, der Absturz beim Flugtag 2010 wäre nicht passiert, wenn nicht 3000 Stunden Flugerfahrung auf der Tiger Moth dageswesen wären. Nur dann denkt man, man könnte die Physik aushebeln.
Will heißen: Wenn du dich in Übung hältst und nicht nur deine Mindeststunden fliegst, bist du im grünen Bereich. Jeder Tote, der mir im Lauf meiner Tätigkeit "begegnet" ist, gehört zu einer der von mir geschilderten Gruppen. Mein Cousin hat da auch dazugehört. Wahnsinns Flugerfahrung, 1994 in die Wolken eingeflogen (ohne IFR), weil "das klart schon wieder auf und ich kann das ja". Senkrecht aus den Wolken auf den Erdboden ...
Genau deswegen, weil ich momentan nur die Mindststunden fliegen könnte, fliege ich derzeit nicht mehr.
Wenn ich für jemanden, der sich damit beschäftigt, mit der Fliegerei anzufangen, eine Empfehlung abgeben kann: Fangt mit dem Segelflug an. Das ist auch das, was mir von der ganzen Fliegerei am meisten Spaß gemacht hat/Spaß macht. Beim Segelflug lernt man aus meiner Sicht am besten mit einem Flugzeug umzugehen und entwickelt ein Gefühl für die Fliegerei.
Langer Text, aber jetzt trinke ich erst mal auf die Fliegerfreunde, die ich kennen durfte und die nicht mehr unter uns sind.
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05.09.2022, 20:57 #1
Geändert von ferrismachtblau (05.09.2022 um 21:00 Uhr)
Gruß Frank
"Das Leben ist viel zu schnell vorbei - wenn man nicht ab und zu stehen bleibt, könnte man es verpassen!" (Ferris Bueller)
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05.09.2022, 21:25 #2
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05.09.2022, 21:32 #3
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05.09.2022, 22:22 #4Daytona
- Registriert seit
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- südlich vom Nordpol
- Beiträge
- 2.923
Jetzt hat der Faden ja leider noch eine ziemlich nachdenkliche Facette dazu bekommen. Und weitere Argumente, warum es am Ende für mich wohl nix wird mit der Fliegerei.
Angst hätte ich zwar glaube ich keine. Meine Frau schon eher, die möchte am liebsten jegliches Risiko ausschließen, was natürlich nie geht.
Dass mir häufig die Zeit für dieses Hobby fehlen und ich nur immer grad meine Mindeststunden fliegen würde, habe ich von Anfang an als Problem gesehen. Was allerdings die Folgen davon sein können, damit hatte ich mich nicht beschäftigt. Habe mich dem Thema eher von der finanziellen Seite genähert: Will ich das wirklich, einen so großen Teil des nur begrenzt vorhandenen Spielgeldes für dieses Hobby ausgeben?
Am Ende wird es für mich wie so oft darauf hinauslaufen: Ich muss nicht immer alles haben oder können, was andere haben oder können und auch mir gefallen würde. Und von dem vielen Geld, das so eine Lizenz und alles, was dranhängt, kostet, kann ich sehr sehr viele Charterflüge machen und dabei bestimmt unter kundiger Anleitung auch mal selbst probieren. Reicht vermutlich schon für ein breites Grinsen im Gesicht - und nur darauf kommt's mir am Ende an. Faszinierend find ich's trotzdem.
Auf die Flieger
, schöne Grüße
ThomasOffizieller Finisher der "r-l-x-Triathlon-Challenge 2020"- und "521 Tage im November - die Lockdown Streak Running Lauf-Challenge"
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Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut ist.
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