Original von R.Oyster
Hallo Holger!
Ich entnehme Deinem Schreiben, dass Du beruflich Rolexe reparierst. Stimmt es also nicht, dass Rolex die wasserdichtesten und robustesten Uhren der Branche baut?
Heist das, dass die jüngeren Modelle oftmals Mängel im Bereich Krone-Tubus - Gehäuse haben?
Kann ich selbst feststellen, ob der Tubus richtig sitzt?
Wenn Du schreibst " regelmäßig satte Wasserschäden..." bedeutet das
von 100 Rolex Uhren die du siehst hat eine einen Wasserschaden oder jede zweite?
Lassen sich Wasserschäden wieder völlig beseitigen?
Welche Teile müssen nach einem solchen Schaden ausgetauscht werden?
Was kostet das durchschnittlich?
Danke für die Mühe!
Gruß
Ingo
Ene Menge Fragen auf einmal. I´ll try my best.
1.)Rolex baut mit Sicherheit die dichtesten Uhren die ich kenne.Abgesehen von einigen Exoten wie der Omega Ploprof.Wenn alle Dichtungselemente intakt sind braucht man sich keine Sorgen zu machen. Regelmäßige Prüfung schadet also auf keinen Fall. Bei mir Kostenlos, bei den meisten Mitbewerbern für ein paar Euros machbar. Am besten eine Firma suchen die nicht am Prüfgerät gespart hat und eine Prüfung in mehreren Unter und Überdruckphasen vornehmen kann. Prüfung am besten kurz vor Beginn der Badesaison machen lassen.Und nicht vergessen! Die Prüfung ist nur eine Momentaufnahme. Ein Schlag auf die Krone kann ausreichen um die Pforten zu öffnen.
2.)Die Tuben werden bei Rolex wohl ohne Schraubensicherung montiert. Meist tritt diese undichtigkeit erst nach der ersten Revision auf wenn das Gehäuse im Ultraschall gereinigt wurde.Wenn dann nicht der Tubus erneuert wurde, oder beim Gehäuseaufarbeiten entfernt und anschließend mit Schraubensicherung montiert wurde fällt die WD Prüfung gerne mal negativ aus. Kein Uhrmacher würde diesen Fehler belassen. Wer weiß worauf zu achten ist, und Gründlich arbeitet spart sich also eine eventuelle Nacharbeit.
3.) Fest sitzt er wenn er sich nicht mit der Krone zusammen rausdreht.Ob das Gewinde dicht hält merkt man bei der WD Prüfung. Mit Hausmittelchen ist eine Überprüfung nur schwer zu realisieren.
4.) Von 100 Uhren haben bestimmt schon 30-40 irgendwann mal mehr oder weniger Wasser gezogen. Ursache liegt aber zu 99% immer an mangelhafter Wartung und Pflege. Darunter sind u.a. auch Uhren die seit 15-20 Jahren keinen Service mehr gesehen haben.
5.) Wasserschäden lassen sich zu 100% durch Austausch der Teile beseitigen. Wird der Materialbedarf sehr hoch, schicke ich die Uhren nach Köln. Ist für den Kunden immer billiger als wenn ich die Ersatzteile auf dem Graumarkt beschaffen muß. Wenn es nur ein paar Werkteile sind mache ich alles selber.
6.) Sämtliche Dichtungselemente, und alle Werkteile die Rost angesetzt haben. Seltener auch beschädigte Zifferblätter
7.) Dafür gibt es keinen Pi mal Daumen Preis. Ist abhängig vom Materialbedarf. Kann aber satt vierstellig werden wenn im Gehäuse nur noch ein Rostbrauner Block steckt und das gesamte Innenleben erneuert werden muß.
Gruß
Holger