Zitat Zitat von Feuerzunge Beitrag anzeigen
Wenn ich mir das Federhaus oben anschaue... wie funktioniert das „durchrutschen“?

Auf dieser Seite ein bisschen nach unten scrollen, dann kommt eine hilfreiche Abbildung zum Thema Zugfederenden.

https://www.info-uhren.de/federn-kleinuhren


Bei einer Handaufzuguhr hat die Feder einen Endhaken und einen entsprechenden Absatz in der Federhauswand, in den der Haken greift. Ist die Uhr voll aufgezogen, kann man die Krone nicht weiterdrehen.

Würde man diese Konstruktion bei einer Automatikuhr einsetzen, dann würde der Rotor auch bei Vollaufzug weiterversuchen, die Uhr aufzuziehen, geht aber nicht, also geht der Impuls voll auf die Verzahnung mit entsprechend frühem Verschleiss oder sogar Zahnbruch. Man braucht also irgendeine Art Rutschkupplung, damit der Rotor weiter aufziehen kann und die überschüssige Energie irgendwo verloren geht. Das wird realisiert, indem das Federende nicht fest mit dem Federhaus verbunden ist, sondern einen Zaum hat, der "nur" an der Wand anliegt und bei einer gewissen Kraft durchrutscht. Die Kunst besteht darin, dieses Durchrutschen sehr präzise einzustellen (da spielen viele Faktoren rein, Federkraft, Oberflächenrauhigkeiten, Schmiermittel, Geometrie, etc.). Rutscht die Feder zu früh durch, verschenkt man Amplitude und Gangreserve. Rutscht sie zu spät durch, besteht die Gefahr des Prellens.

Hoffe, das ist halbwegs verständlich.

Gruß

Erik