Über Mengenangaben zu bestimmten Modellen würde ich nur schmunzeln. Bei größeren ADs oder gar Ketten wissen die "normalen" Mitarbeiter, die oft nicht mal jeden Tag im Geschäft vor Ort sind, vermutlich nicht einmal genau, welche Mengen sie von welchem Modell welches Herstellers erhalten. Schließlich müssen sie ja auch noch die ganzen anderen uninteressanten Marken verkaufenMeint Ihr jeder Autoverkäufer weiß exakt wie viel Stück welches Automodells er wann bekommt? Vielleicht bei einem limitierten Sondermodell, das sind Rolex Uhren bei der großen Produktionsstückzahl wahrlich nicht - das muss man zahlenmäßig eher mit einem Autobauer gleichsetzen.
Man darf sich nichts vormachen: Das Interesse ist groß und wird wohl größer, kein AD hat Interesse an "Cherry Picking" und vergibt so seine beliebten Modelle an seine bevorzugte Kundschaft. Ob das dann langjährige Stammkunden sind, die seit 25 Jahren alle paar Jahre eine neue Uhr kaufen/reparieren lassen oder Neukunden, die ein Edelmetallmodell ohne Rabatt kaufen (für das man sonst gut 20% Rabatt bekommt) oder prominentere Kunden, die einen Werbe- und Multiplikatoreffekt bringen, bleibt jedem Kaufmann selbst überlassen.
Sicher ist das nicht fair - nur für wen ist es jetzt unfair? Hier sind es meist wohl nur die langjährigen "Kleinstammkunden", deren Händlertreue nicht belohnt wird. Kauft jemand als Neukunde eine Platona und eine Day-Date ohne Rabatt und will noch einen Hulk, empfindet er es vielleicht auch als unfair, wenn er keinen "billigen" Hulk dazu kaufen kann. Bei einem anderen AD hätte er deutlich mehr Rabatt als den Preis der Hulk für jede der Uhren bekommen...
Bei prominenteren Kunden wird das Ganze noch viel schwieriger: Wer bei Ferrari/Lambo/Rolls-Royce als erster in Deutschland ein limitiertes Sondermodell oder ein ganz neues Modell geliefert bekommt, für den ist es eine Kleinigkeit noch eine für ihn billige Uhr zu bekommen - welcher AD wirbt nicht gerne damit, dass er Promi xy als Kunden hat... gerade hier in Hamburg weiß ich von einem bekannten 2. Liga Fußballprofi, der bei seinem ersten Besuch bei einem regionalen AD mit einer Stahl Daytona und Pepsi zum Listenpreis den Laden verlassen hat ohne etwas anderes zu kaufen oder jemals gekauft zu haben. Wieso? Na weil er keine Ahnung von Uhren hat, ihm die beiden Uhren aber am besten im Prospekt gefallen haben, er mitbekommen hat, dass die momentan im Trend sind und der Händler "zufälligerweise" noch welche im "Promitresor" liegen hatte.
Einfach Kopf hoch - wenn das nächste mal ein AD jammert, dass er doch so gern eine Uhr für euch hätte, aber gar nichts zum Verkaufen bekommt, sagt ihm doch einfach: "Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit." - Platon![]()
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Thema: Wartezeiten vs Interesse
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06.03.2019, 21:17 #1Yacht-Master
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Eine schöne Uhr zeigt die Zeit an, eine schöne Frau lässt sie vergessen. - Maurice Chevalier
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07.03.2019, 13:07 #2
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07.03.2019, 15:06 #3Yacht-Master
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07.03.2019, 17:36 #4
Doch, ist mir passiert. Ich zog mit der Familie berufsbedingt in eine andere Stadt. Vor einigen Monaten ging ich dann zum ansässigen Konzi, ein familiengeführter Juwelier, also keine der großen Ketten. Die Mitarbeiter mussten sich alles vom Geschäftsführer absegnen lassen, so auch den Verkauf eines verfügbaren Sportmodells, das sie zufällig da hatten. Der Geschäftsführer wollte mir die Uhr aber nicht verkaufen.
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07.03.2019, 18:41 #5Yacht-Master
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Hat er das übliche "bereits reserviert" oder "nur zu Ausstellungszwecken" gesagt?
Absurd so etwas. Es gibt auch Händler, die etwas begehrtere Modelle ins Schaufenster stellen, damit sie (vor allem jüngere) Neukunden anwerben können. Wenn jeder nur Edelmetall oder Datejusts im Fenster hat, hebt man sich nicht von der Masse ab. Ein jüngerer Kunde, der lieber eine Explorer, Air-King, Milgauss, Sub oder GMT tragen möchte, kauft im Laufe seines Lebens vielleicht auch mal andere/weitere Uhren oder Schmuck. Man darf ja nicht vergessen, dass der Großteil der Rolex Kundschaft schon "etwas älter" ist und bei vielen jüngeren Menschen Analoguhren nun nicht mehr so stark im Fokus stehen. Irgendwann stirbt dann ein Teil der Kundschaft zwangsläufig aus. Die Jüngeren, die sich für Analoguhren interessieren, sind wohl größtenteils hier im Forum aktiv
Eine schöne Uhr zeigt die Zeit an, eine schöne Frau lässt sie vergessen. - Maurice Chevalier
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07.03.2019, 19:54 #6
Anfangs ging die Verkäuferin anscheinend davon aus, dass ich einer der typischen Anfragenden bin. Sie zeigte mir einige Modelle, darunter auch begehrte Sportmodelle, wobei mich nur ein bestimmtes Modell interessierte. Zunächst sagte sie noch, dass alle Uhren reserviert seien. Erst als sie merkte, dass ich an einigen der begehrten Modelle kein Interesse hatte, ließ sie durchblicken, dass das lediglich eine Schutzbehauptung war. Denn plötzlich war das von mir ausgesuchte Modell doch verkäuflich. Sie bat den Geschäftsführer herüber, schilderte ihre Eindrücke und bat um Freigabe. Doch er sagte klar, dass daraus nichts wird. Ohne jegliche Begründung. Nun ja, sein Laden, seine Uhren, seine Entscheidung. Dafür kaufe ich dort nichts und werde den Laden auch nie wieder betreten. So einfach ist das :-)
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07.03.2019, 20:38 #7Yacht-Master
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Sowas ist schon absurd. Wenn ein Modell nicht wirklich reserviert ist - und dann würde es wohl nicht einfach im Fenster stehen (außer der Laden hat Lust auf endlose Anfragen) - sollte es doch an jeden verkäuflich sein, wenn dir das schon so erklärt wird. Schließlich zahlt jeder für ein begehrtes Modell den gleichen Preis. Aber viele Händler haben es wohl nicht nötig, neue Kunden zu gewinnen, da das Geschäft noch gut genug läuft. In so einem Laden würde ich auch nicht mehr gehen.
Eine schöne Uhr zeigt die Zeit an, eine schöne Frau lässt sie vergessen. - Maurice Chevalier
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07.03.2019, 13:17 #8GMT-Master
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Ähnliches hier vor ein paar Wochen. War beim örtlichen Konzessionär bei dem ich seit Jahren mehr oder weniger regelmässig kaufe. Am Nachbartisch freut sich jemand über seine Stahl-Daytona. Wir kommen ins Gespräch: Er hat letzten Endes ca. 3 Monate drauf gewartet. Warum? Weil er Fussballer ist. So isses nun mal und damit muss man leben oder sich eine andere Marke suchen...
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07.03.2019, 13:32 #9
ja Tom, aber das alles hat nichts mit der Info zutun die ein Verkäufer bekommt oder eben nicht.
Und woher willst du wissen dass die Werke bei RSA nicht akribisch von Uhrmachern zusammengesetzt werden?
Und du kannst wohl kaum einen Autohersteller wie Audi mit RSA vergleichen. Das sind wiedermal 2 Paar Schuhe
liebe Grüße
Alex
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07.03.2019, 14:51 #10Yacht-Master
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Ich wollte dir nur zu überdenken geben, dass viele Verkäufer jedem Kunden etwas anderes erzählen, weil sie es so vorgegeben bekommen oder eben gar nichts wissen. Sicher wird auch mal ein ehrlicher Verkäufer dabei sein, nur darf man nicht glauben, dass jeder Mitarbeiter einer Firma über alle Informationen verfügt.
Die genaue Rolex Produktionsmenge ist öffentlich nicht bekannt. Von 800.000 bis 1,5 Millionen ist quasi alles offen. Genaue Zahlen kann man natürlich bei der COSC erhalten. Rechnet man sich den Umsatz von etwas über 5 Mrd. mit einem Durchschnitt-Händler-VK von 10.000 € sowie die Händlermarge ab, scheinen die Stückzahlen auch plausibel.
Meinst du wirklich, dass in der Werkefertigung in Biel bei rund 2.000 Gesamtmitarbeitern (vom Empfang, Hausmeister bis zur Reinigungskraft) diese Menge an Werken in akribischer Uhrmacherhandarbeit ala Manufaktur gefertigt werden können?
Nehmen wir an 1/3 der Mitarbeiter wären Uhrmacher (man bedenke dass es dort 100 verschiedene Jobs gibt), das wären rund 700. Pro Jahr gibt es im Schnitt in der Schweiz 250 Arbeitstage. In der Schweiz hat man mindestens 4 Wochen Urlaub (20 Arbeitstage) = 230 Tage - 10 niedrig angesetzten Kranktagen = 220 echte Arbeitstage.
Bei angenommenen 1 Mio. Werke pro Jahr, müsste jeder Uhrmacher also fast 1.500 Werke pro Jahr bauen, d.h. bei 220 Arbeitstagen im Dauerbetrieb wären das fast 7 Werke pro Tag.
Das kann schon sein, dass man in einer Stunde ein Werk bauen/zusammensetzen kann. Dies ist dann aber keine "Manufakturarbeit", sondern ein einfaches Zusammenstecken der Teile, wie es ein Autobauer mit seinem 5m/h Fließband letztlich auch macht, nur dass der Autobauer deutlich mehr Mitarbeiter für sein Produkt benötigt.
Bei den Mengen, die Rolex herstellt, muss es eine Art "Massenfertigung" oder "Abteilungsfertigung" geben, anders ist eine Produktion in der Größe nicht durchführbar. Das heißt natürlich nicht, dass die Qualität darunter leidet - eher im Gegenteil. Nur durch eine entsprechende Menge kann Rolex spezielle Herstellungsverfahren anwenden und eine dauerhaft gleichbleibende Qualität gewährleisten. Das kann man wieder gut mit dem Autobereich vergleichen: Als Tesla mit niedrigen Stückzahlen angefangen hat, war die Qualität noch sehr übel. Jetzt mit steigender Menge wird die Qualität der Fertigung nach und nach besser. Bis die Tesla Qualität aber die von den deutschen Premiumautobauern erreicht, wird es noch etliche Jahre dauern.Eine schöne Uhr zeigt die Zeit an, eine schöne Frau lässt sie vergessen. - Maurice Chevalier
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