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Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    ehemaliges mitglied
    Gast
    Eigentlich wollte ich zum Thema Preisgestaltung nichts schreiben, da mir die Art, wie dieser Aspekt hier eingebracht wurde, nicht sonderlich gefallen hat. Da ich jedoch zu dem Thema anderweitig etwas geschrieben habe, möchte ich diese Gedanken auch hier teilen.

    Hier im Forum gibt es bekanntlich zwei Standpunkte: Den meines Namensvetters als das eine Extrem ... und den Standpunkt von Ralf auf der anderen Seite, der zweifelsohne ein großer Kritiker ist, der seinen Standpunkt durchaus argumentativ darlegt.

    Ich gebe zu, derzeit stehe ich irgendwo dazwischen! Ich bin mir sicher, dass Hublot nie meine Lieblingsmarke wird. Muss es ja auch nicht ... aber zumindest ist es durchaus eine Ergänzung in meinem Portfolio. Und das ist auch schon etwas wert ...

    Wert ... auf diesen Aspekt würde ich gerne näher eingehen. Ralf und andere schreiben, die Uhren seien maßlos überteuert. Was ist der "Maßstab", wenn von maßlos gesprochen wird?

    Ich möchte mal drei andere Marken nehmen, um zu erklären, was ich meine. Ich habe von Glashütte Original den Regulator in Rotgold ... den habe ich hier im Forum vorgestellt. Diese Uhr läuft nahezu lagenunabhängig mit +1 Sekunde am Tag. Die Verarbeitung ist ein Traum, die Verfeinerungen des Werkes über jeden Zweifel erhaben, inkl. verschraubten Goldchatons (die ich bei Patek nicht finden kann) ... dazu Tag- / Nachtindikator, Sekunden- und Minutenreset wenn man die Krone zieht ... Gangreseveanzeige etc. pp. ... ein Manufakturkaliber vom Feinsten in 750er Gold ...

    Nehme ich diesen Regulator als Maßstab, ist jede Lange oder Patek aus meiner Sicht überteuert ... vor allem, was Patek betrifft, so kann ich den Hype in keiner Weise mehr nachvollziehen. Und trotzdem laufen die Leute der Nautilus hinterher ... einer einfachen "Drei Zeiger Uhr", die nicht einmal einen Sekundenstopp hat und die von einer COSC Prüfung noch nie etwas gehört hat ... dazu anfällig für Kratzer wie nur was ... und diese Stahlzwiebel findet für bis zu 30k € Käufer ...

    Ich hoffe, man kann nachvollziehen, was ich damit sagen will ...

    Womit ich wieder auf Hublot, speziell auf diese Uhr, kommen möchte. Wir haben hier ein Manufakturkaliber, welches optisch durchaus sehr zu gefallen weiß, wenn man Industriedesign mag! Es ist interessant, die Uhr "bei der Arbeit" zu beobachten.

    Ja, auch andere Hersteller haben Skelett Uhren ... aber niemand hat ein Kaliber extra nach diesem Gesichtspunkt designt! Das ist schon einzigartig. Was ich auch anerkennen muss: Das Uhrwerk lässt sich butterweich aufziehen ... dagegen ist meine Omega Globemaster ein Krampf, in jeder Hinsicht!

    Und wie schon geschrieben, die Drücker vom Chrono lassen sich wirklich großartig bedienen, butterweich, aber mit Druckpunkt. Und mit +3,5 Sekunden pro Tag läuft sie genauer als mach eine JLC oder Patek ... oder andere Uhren, für die weit mehr aufgerufen wird.

    Dann das Bandwechselsystem, das ist schon einzigartig, keine Frage. Wenn ich dagegen sehe, was für ein Geschiss Rolex veranstaltet, wenn man an eine Daytona mit Metallband ein Lederband möchte ... unglaublich!

    Ich kann die von Ralf geäußerte Kritik zum Thema Gehäuse nachvollziehen ... sprich, ja, auch ich sehe das so, dass man hier einen Container nur "beplankt" ... und dass das technisch weniger anspruchsvoll ist, als komplette Gehäuse aus innovativen Materialien wären. Aber ich sehe auch die Vorteile. So können zum Beispiel defekte Teile vergleichsweise günstig getauscht werden! Ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte.

    Was jetzt den Preis der Uhren betrifft ... ja, sie sind hochpreisig ... aber man kann auch noch (zumindest beim Konzi oder Grauen) noch gut verhandeln ... dann kommt man in Regionen, die ein wenig realistischer sind.

    Aber ... wie geschrieben: Wir haben ein Manufakturkaliber (Chrono mit Flyback, 72 Stunden Gangreserve etc.), welches wirklich hochwertig und auf seine Weise recht einzigartig ist. Dazu Innovationen wie das Bandwechselsystem oder auch die Möglichkeit, Teile am Gehäuse zu tauschen. Und anerkannt sehr guten Service.

    Nehme ich das in der Summe zusammen, ist das kein Schnapper, aber auch nicht teurer als eine Panerai aus Keramik mit Flyback Chrono ...

    Zudem bedient Hublot mit diesen Uhren einen Nischenmarkt! Kleine Stückzahlen sind immer teurer ... ist leider so. Auch diesen Punkt sollte man berücksichtigen, wenn man den Preis kritisiert.

    Last not least: Wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben, dass bei rationaler Betrachtung alle Rolex, Omega, Patek oder was auch immer maßlos überzogene Preise haben, die kaum zu rechtfertigen sind, außer durch ... ja wodurch eigentlich? Durch die individuelle Emotion, die eine Uhr bei uns auslöst .... oder auch nicht!

    Ein ganz anderer Punkt sind die Modelle ohne Manufakturkaliber, wie die Classic Fusion Linie ... hier kann ich die Preisgestaltung in keiner Weise nachvollziehen ... aber he, wenn sich jemand an einer Classic Fusion freut und sie ihm das Geld wert ist ... wollen wir da wirklich Richter sein?

    In diesem Sinne,
    Sascha

  2. #2
    Daytona Avatar von Flopi
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    Zitat Zitat von Mythbuster Beitrag anzeigen
    Eigentlich wollte ich zum Thema Preisgestaltung nichts schreiben, da mir die Art, wie dieser Aspekt hier eingebracht wurde, nicht sonderlich gefallen hat. Da ich jedoch zu dem Thema anderweitig etwas geschrieben habe, möchte ich diese Gedanken auch hier teilen.

    Hier im Forum gibt es bekanntlich zwei Standpunkte: Den meines Namensvetters als das eine Extrem ... und den Standpunkt von Ralf auf der anderen Seite, der zweifelsohne ein großer Kritiker ist, der seinen Standpunkt durchaus argumentativ darlegt.

    Ich gebe zu, derzeit stehe ich irgendwo dazwischen! Ich bin mir sicher, dass Hublot nie meine Lieblingsmarke wird. Muss es ja auch nicht ... aber zumindest ist es durchaus eine Ergänzung in meinem Portfolio. Und das ist auch schon etwas wert ...

    Wert ... auf diesen Aspekt würde ich gerne näher eingehen. Ralf und andere schreiben, die Uhren seien maßlos überteuert. Was ist der "Maßstab", wenn von maßlos gesprochen wird?

    .....
    Hallo Sascha,

    eigentlich wollte ich mich zu dem Thema zurückhalten, aber nachdem du mich zitierst, hier meine Sicht der Dinge zum Thema Wert/Preis:

    Das Thema „Wert von Luxusprodukten“ ist sicherlich a) komplex und b) oft sehr subjektiv, da eine Orientierung an den Herstell- und Vermarktungskosten plus angemessene Marge natürlich viel zu kurz greift. Aber auch bei Luxusprodukten lassen sich Preispositionen durchaus ins Verhältnis setzen und vergleichen. Vereinfachte Eingangsgrößen sind dazu aus meiner Sicht Produktfunktionen und –Substanz und mit deutlich höherem Einfluss die Stärke der jeweiligen Marke sowie ihre Bekanntheit.

    Gehen wir für die Diskussion einmal davon aus, dass Produktfunktionen und –Substanz der Big Bang Unico in etwa vergleichbar sind mit Uhren gleicher Funktionalität von anderen Marken. Preisunterschiede liegen dann vor allem in der Markenposition begründet.

    Schon aufgrund der Preisstellung suggeriert da Hublot „wir sind auf Augenhöhe mit z.B. AP und über JLC“. Und eben über diese Position „stolpere“ich. Die Stärke einer Marke wächst u.a. über die Zeit durch Leistung – der Historie kommt dabei also durchaus eine Bedeutung zu. Hier haben die als Beispiele genannten Marken AP und JLC über die Jahrzehnte beachtliche Beiträge zur mechanischen Uhr geleistet und einige Ikonen geschaffen, die seit langem und noch immer erfolgreich sind. So etwas positioniert eine Luxusmarke (neben Kommunikation, Exklusivität, Vertriebskanäle etc.) und lässt sich nicht mal eben kopieren oder innerhalb kurzer Zeit durch viel Marketing-Kommunikation kompensieren.

    Eine passende Analogie findet sich bei Autos: BMW M4 undPorsche 911 werden in vielen Vergleichstests mehr oder minder auf Augenhöhe gesehen, der 911er ist dennoch deutlich teurer. Ein Preis auf Niveau des 911er würde beim M4 nicht akzeptiert, da der BMW eben nicht über die Markenstärke des 911er verfügt.

    Bei Hublot hat es JC Biver sehr geschickt geschafft, Kunden zu "blenden", die geblendet werden wollen. Sehr viel Sport-Sponsoring schafft einerseits mit publikumswirksamen Plattformen viel „Share of Voice“ und steigert die Bekanntheit. Hinzu kommt die unterschwellige Botschaft „wir sind erfolgreich, da wir uns all diese Sponsorings auch leisten können“. Wesentliches Erfolgskriterium ist sicher auch das markante Design, dass geschickt andere „prominente Designmerkmale“ nutzt. Verknüpft wird dies mit einer sehr smarten Innovations-Kommunikation, wobei die meisten Innovationen eher optischen statt funktionalen Nutzen bringen. Auch damit liegt Hublot prima im Trend – optische Effekte werden derzeit mehr beklatscht, als technische Substanz. Mit all diesen Aktivitäten schließt Hublot aus meiner Sicht nicht wirklich zu den etablierten Haute-Horologie-Marken auf mit Ausnahme des Preises.

    Aber das ist meine Meinung und meine persönliche Erklärung, warum ich Hublot im Vergleich überteuert finde. Bei einem Luxusprodukt entscheidet letztlich jeder selbst, was es ihmwert ist.

    Bei einem bin jedoch völlig bei dir: es würde mich sehrfreuen, wenn die Service-Philosophie von Hublot bei anderen Marken zu einem positivem Umdenken führt.
    Viele Grüße
    Ralf

  3. #3
    Zitat Zitat von Flopi Beitrag anzeigen
    Hallo Sascha,

    eigentlich wollte ich mich zu dem Thema zurückhalten, aber nachdem du mich zitierst, hier meine Sicht der Dinge zum Thema Wert/Preis:

    Das Thema „Wert von Luxusprodukten“ ist sicherlich a) komplex und b) oft sehr subjektiv, da eine Orientierung an den Herstell- und Vermarktungskosten plus angemessene Marge natürlich viel zu kurz greift. Aber auch bei Luxusprodukten lassen sich Preispositionen durchaus ins Verhältnis setzen und vergleichen. Vereinfachte Eingangsgrößen sind dazu aus meiner Sicht Produktfunktionen und –Substanz und mit deutlich höherem Einfluss die Stärke der jeweiligen Marke sowie ihre Bekanntheit.

    Gehen wir für die Diskussion einmal davon aus, dass Produktfunktionen und –Substanz der Big Bang Unico in etwa vergleichbar sind mit Uhren gleicher Funktionalität von anderen Marken. Preisunterschiede liegen dann vor allem in der Markenposition begründet.

    Schon aufgrund der Preisstellung suggeriert da Hublot „wir sind auf Augenhöhe mit z.B. AP und über JLC“. Und eben über diese Position „stolpere“ich. Die Stärke einer Marke wächst u.a. über die Zeit durch Leistung – der Historie kommt dabei also durchaus eine Bedeutung zu. Hier haben die als Beispiele genannten Marken AP und JLC über die Jahrzehnte beachtliche Beiträge zur mechanischen Uhr geleistet und einige Ikonen geschaffen, die seit langem und noch immer erfolgreich sind. So etwas positioniert eine Luxusmarke (neben Kommunikation, Exklusivität, Vertriebskanäle etc.) und lässt sich nicht mal eben kopieren oder innerhalb kurzer Zeit durch viel Marketing-Kommunikation kompensieren.

    Eine passende Analogie findet sich bei Autos: BMW M4 undPorsche 911 werden in vielen Vergleichstests mehr oder minder auf Augenhöhe gesehen, der 911er ist dennoch deutlich teurer. Ein Preis auf Niveau des 911er würde beim M4 nicht akzeptiert, da der BMW eben nicht über die Markenstärke des 911er verfügt.

    Bei Hublot hat es JC Biver sehr geschickt geschafft, Kunden zu "blenden", die geblendet werden wollen. Sehr viel Sport-Sponsoring schafft einerseits mit publikumswirksamen Plattformen viel „Share of Voice“ und steigert die Bekanntheit. Hinzu kommt die unterschwellige Botschaft „wir sind erfolgreich, da wir uns all diese Sponsorings auch leisten können“. Wesentliches Erfolgskriterium ist sicher auch das markante Design, dass geschickt andere „prominente Designmerkmale“ nutzt. Verknüpft wird dies mit einer sehr smarten Innovations-Kommunikation, wobei die meisten Innovationen eher optischen statt funktionalen Nutzen bringen. Auch damit liegt Hublot prima im Trend – optische Effekte werden derzeit mehr beklatscht, als technische Substanz. Mit all diesen Aktivitäten schließt Hublot aus meiner Sicht nicht wirklich zu den etablierten Haute-Horologie-Marken auf mit Ausnahme des Preises.

    Aber das ist meine Meinung und meine persönliche Erklärung, warum ich Hublot im Vergleich überteuert finde. Bei einem Luxusprodukt entscheidet letztlich jeder selbst, was es ihmwert ist.

    Bei einem bin jedoch völlig bei dir: es würde mich sehrfreuen, wenn die Service-Philosophie von Hublot bei anderen Marken zu einem positivem Umdenken führt.

    Gruß
    Bobo

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