Also, ich fotographiere ja nicht nur den Hulki, sondern habe früher einige Jahre in der Lautsprecherentwicklung gearbeitet. Die mit Abstand beste Art, Musik zu genießen, ist der Konzertbesuch, idealerweise in einem Konzertsaal, über den sich Akustiker vor der Planung und dem Bau ein paar Gedanken gemacht haben.
Zu Hause hören wir Konserven, das aber -fast unabhängig vom eingesetzten Geld- verblüffend gut. Wenn man sich einmal von den mannshohen Lautsprecherboxen und deren unbestrittenen Fähigkeiten gerade im Tief-und Tiefstonbereich verabschiedet hat, gibt es in fast jeden Raum die Möglichkeit, richtig gut Musik zu genießen.
Tiefe Töne werden annähernd kugelförmig (also nach allen Seiten gleich stark) abgestrahlt, je höher die Frequenz wird, desto gerichteter werden diese Töne abgestrahlt. Das ist der Grund, warum man vom freundlichen Nachbarn zuerst die Bässe hört.
Nehmen wir eine kleine, baßschwache Lautsprecherbox, dann wird diese deutlich kräftiger klingen, wenn ich sie direkt vor eine Wand stelle. Warum? Der rückwärtige Schallanteil wird nun mit nach vorne abgestrahlt. Das Verschieben von einem halben Meter vor oder zurück liefert deutliche Unterschiede. Blöd ist, daß ein vor einer Wand stehender Lautsprecher häufig dröhnt.
Ursache hierfür sind oft "stehende Wellen", das sind Resonanzen, die an den Wänden einen Druckknoten haben und deshalb hier besonders gut angeregt werden können. Genau zwischen zwei Wänden hat man dann das Gegenteil: hier ist der Druck sehr gering und die Luftgeschwindigkeit hoch. Unser Ohr arbeitet im Prinzip als Druckempfänger. Deshalb hören wir, wenn wir genau zwischen zwei Wänden sitzen, von den Tönen, deren halbe Wellenlänge zwischen diese Wände passt, fast nichts, setzen wir uns dagegen direkt vor eine Rückwand, werden wir diese Töne unnatürlich laut hören.
Wenn es dumm läuft, sind die Wandabstände in unserem Hörraum Vielfache voneinander, ein Würfel wäre der GAU. Wild zerklüftete Frequenzgänge, ein unsauberer Grundtonbereich und dröhnende Bässe sind dann die Folge.
Wenn man ein wenig mit dem Abstand vom Hörplatz zur Rückwand und dem Abstand des Lautsprechers zur anderen Wand spielt, kann man sehr viel an der Wiedergabe verbessern, und das kostenlos und oft wohnraumverträglich.
Daß ein Lautsprecher vom schallharten Bereich in den stärker gedämmten Bereich spielen sollte, wurde ja hier schon angesprochen. Ein Vorhang hinter dem Hörplatz wirkt hier oft Wunder.
Wichtiger als die Qualität von Signalquelle und Verstärker ist meiner Meinung nach die Paargleichheit der Lautsprecherboxen links und rechts. Selektion der eingesetzten Chassis und der Frequenzweichenteile führen zu minimalen Paarabweichungen, und nur so kann geschehen, was eine gute Anlage auszeichnet: der Klang "löst" sich von den Boxen, mit geschlossenen Augen kann man kaum noch sagen, wo die Kisten stehen.
Wenn möglich, sollten beide Lautsprecher seitlich ähnliche Wände beschallen. Wenn links ein großes Bild hinter Glas hängt, während rechts entweder garkeine oder aber eine stark gedämmte Wand vorhanden ist, wird das nix mit einem losgelösten Klangbild, oder aber das Klangbild wandert: wenn bei bestimmten Tonhöhen recht und links ähnliche Reflexionen (indirekter Schall) vorhanden sind, bei höheren Tönen aber eine Wand mehr reflektiert, wird eine Stimme "wandern".
Nun sind die meisten Wohnzimmer ja eher zum Wohnen als zum Musikhören gedacht...aber es gibt einen schönen Ausweg, wenn man hin und wieder einen HiFi-Abend genießen möchte, ohne den ganzen Raum zu verunstalten: ich nehme dann gerne kleine Lautsprecher, die meist auch nicht zentnerschwer sind, und stelle sie vielleicht einen oder anderthalb Meter voneinander frei im Raum auf und setz mich dann auch nur anderthalb Meter weit weg davor. Man kann ein wenig spielen, ob die Boxen leicht zum Hörer angewinkelt werden oder parallel zu den Seitenwänden aufgestellt werden.
Das Ganze sieht komisch aus, ja, aber dadurch lassen sich gerade bei moderaten Lautstärken tolle Ergebnisse erreichen, die Raumeinflüsse sind weitgehend ausgeschaltet, vielleicht kann man das mit einem guten Kopfhörer vergleichen, ohne dabei so ein Gestell auf dem Kopf zu haben.
Ein Glas wein, Augen zu und los geht's.
Dieses kleine "Stereodreieck" funktioniert gerade bei kleinen Lautstärken toll, dementsprechend wenig Verstärkerleistung benötige ich. Hier kann dann manch ein kleiner, aber gut gebauter Verstärker auftrumpfen, eine gescheites Lautstärkepoti (Kanalgleichheit!) hilft natürlich.
Danach ist die ganze Anlage schnell wieder verstaut, der Hörgenuß war da und das Wohnzimmer sieht wieder nach Wohnzimmer aus![]()
Ergebnis 1 bis 20 von 70
Hybrid-Darstellung
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08.12.2016, 19:13 #1580Gast
Geändert von 580 (08.12.2016 um 19:14 Uhr)
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...aber es gibt einen schönen Ausweg, wenn man hin und wieder einen HiFi-Abend genießen möchte, ohne den ganzen Raum zu verunstalten: ich nehme dann gerne kleine Lautsprecher, die meist auch nicht zentnerschwer sind, und stelle sie vielleicht einen oder anderthalb Meter voneinander frei im Raum auf und setz mich dann auch nur anderthalb Meter weit weg davor. Man kann ein wenig spielen, ob die Boxen leicht zum Hörer angewinkelt werden oder parallel zu den Seitenwänden aufgestellt werden.
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