Neue Zeiten bei LV?

Letzten Freitag war ich mit der Liebsten mal wieder in München und auch bei LV in der Residenzpost. Eine Kleinigkeit vom Einkaufszettel streichen und mal sehen, was sonst noch so ins Beuteschema passt. Also rein ins Geschäft, wie immer freundlich begrüßt worden, und, das erste Mal seit Jahren, keine Wartezeit auf eine(n) Verkäufer(in).

Dem netten Verkäufer erklärt, dass ich gerne einen Anhänger für den Schlüssel vom Spaßauto hätte und mir was ansehen möchte. Das wäre kein Problem, wir sollen bitte folgen und schauen. Anscheinend hatte der Verkäufer aber die Aufgabenstellung nicht wirklich verstanden, was folgte waren Taschenanhänger in unzähligen Variationen. Auf meine Nachfrage hin, da müsse es doch mehr geben, kam die bedauernde Antwort, das wäre alles. Nachfrage: Ob es denn im Untergeschoß keine Schlüsselanhänger mehr gäbe? Da müsse er mal fragen. Und siehe da, es gibt doch noch Schlüsselanhänger.

Freundlich bedankt, ab ins UG und gewartet. Nach ein paar Minuten kommt dann ein anderer netter Verkäufer, der uns mit den Worten „Kann ich euch irgendwie helfen?“ begrüßt. Meinen Wunsch vorgetragen, die wirklich geringe Auswahl an Schlüsselanhängern mit Band (gerade mal drei oder vier verschiedene Modelle) begutachtet und mich für den entschieden, der meinen Vorstellungen am nächsten kam.

Während wir auf das Einpacken des Schlüsselanhängers warteten, haben wir dann am gleichen Tresen noch einige hübsche Schals entdeckt. Bei der anschließenden Beratung gab es dann noch das ein oder andere Mal die Anrede „euch“. Ich hab‘ dann (trotzdem) einen Schal für mich mitgenommen, fand diese plumpe Ansprache aber schon seltsam. Wenn ich in der Polo-Filiale was fürs Motorrad hole, weiß ich vorher, dass da geduzt wird, aber bei LV?

Wieder hoch ins Erdgeschoß, da nochmal umgeschaut und mal wieder der Versuchung erlegen, noch ein Monogram-Tuch für die Liebste mitzunehmen. Zum Glück haben wir jetzt eine Verkäuferin, die uns gut und freundlich beraten hat.

Ab zur Kasse und bezahlen. Während ich mich wundere, dass ich nur nach der Zahlungsart und nicht nach meinem Namen gefragt werde, druckt die Mitarbeiterin als Rechnung einen hübschen Streifen Thermopapier à la Kaisers Kaffee aus. Ihr gefiele das auch nicht, das wäre aber jetzt so.

Haben wir da am Freitag einfach zwei von drei Mitarbeitern auf dem falschen Fuß erwischt, oder ist das jetzt so üblich? Und die Papierrechnungen wurden weg rationalisiert, bei LV? Oder bewege ich mich langsam in Richtung renitenter Rentner?