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Thema: Wölfe (in Deutschland)
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10.09.2015, 08:11 #61Deepsea
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Da muss ich Dir widersprechen, Frank:
1. Kein einziger Wolf wurde in Deutschland (von Tierschützern z.B.) ausgesetzt. Das ist leider eine weit verbreitete, aber falsche Annahme.
2. Die Scheu des Wolfes ist keinesfalls angedichtet, es ist seine Natur. Eigentlich ist das auch logisch, denn wären Wölfe "blutrünstige, draufgängerische" Raubtiere, hätte die Evolution diese Tierart schon früh von Bildfläche verschwinden lassen. Überzeugen kann man sich davon u.a. in dem hier angesrpochen Wolfcenter in Dörverden. Dort gibt es ein Rudel nicht-handaufgezogener Wölfe, die obwohl sie seit Jahren gefüttert werden, immer noch sehr zurückhaltend, fast scheu gegenüber den Pflegern sind.
Natürlich will ich hiermit die Begegnungen, die manche Menschen hatten, nicht leugnen. Ich will das auch gar nicht verharmlosen, aber der Grund für unnormales Verhalten von Wölfen sind (abgesehen von kranken Tieren) wir selbst.Gruß,
Andree
Man sollte so gelassen wie ein Stuhl sein. Der muss auch mit jedem A.... klarkommen!
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10.09.2015, 08:17 #62PREMIUM MEMBER
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10.09.2015, 08:18 #63Deepsea
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10.09.2015, 08:25 #64GMT-Master
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Im Übrigen gewöhnen sich viele Wildtier an den Menschen. Nicht dass sie zutraulich werden, aber dass sie lernen nichts zu fürchten zu haben. War mal ein ausführlicher Bericht im Geo über einen dt Forscher in Romänien, der dort Wölfe, Luchse und Bäre studiert. Das Zusammenleben dort (und zwar auch in Siedlungsnähe, nicht irgendwo abgeschieden) soll sehr problemlos verlaufen.
Achja hier in den Alpen ist das Wetter übrigens eine größere Gefahr für Nutztier und Mensch, als irgendein Wildtier.Liebe Grüße,
Adrian
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10.09.2015, 09:16 #65
Wenn ich das recht verstehe, hat der Wolf seinen Lebensraum auf deutsches Gebiet ausgedehnt. Er wurde nicht angesiedelt! Aufgrund welchen Rechts oder aufgrund welcher Argumentationskette will man seine Ausbreitung verhindern? Gab es bisher einen Übergriff auf menschliches Leben? Nein! Die paar Schafe die von Wölfen gerissen wurden sind doch kein Grund! Wenn dem so wäre, müsste man tausend andere Dinge auch verbieten! Die paar Wölfe, die es derzeit gibt, sind eine Bereicherung in jeder Hinsicht und keine Gefahr! Habe die Sendung über Wölfe auch gesehen. Da war man tagelang auf der Pirsch, um überhaupt mal einen Wolf zu Gesicht zu bekommen. Und das mit allem technischen und personellem Aufwand. Und wenn es mal in hundert Jahren zu viele Wölfe in D geben sollte, mach ich mir keine Gedanken, dass es nicht ein paar unheimlich verantwortungsbewusste Jäger gibt, die die Population mit ihren Gewehren wieder eindämmen. Und das natürlich nur und gezwungenermaßen um die Natur vor sich selbst zu schützen.
Also, kümmern wir uns lieber um die Kampfhunde in Wohngebieten, die neben Kindern Gassi geführt werden, und die (verbotenerweise) freilaufenden Haushunde (auch mancher Promis) in unseren Wäldern, die Jogger anfallen und/oder belästigen und auch mal ein Reh töten. Im Übrigen sind Wildschweine für Menschen eine größere Gefahr im Wald als Wölfe.Geändert von franklin2511 (10.09.2015 um 09:19 Uhr)
Gruß, Frank
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10.09.2015, 09:44 #66Steve McQueen
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Sorry, aber das gehört wirklich nich hierher.
In meinem eigenen Umfeld muss ich oft feststellen, dass die mit dem größten Ökologischen Fußabdruck die lautesten schreine, wenn es um den Naturschutz angeht und die "richtige" ökologische Lebensweise geht.
Ich bin bereits einem Wolf in der Dübener Heide begegnet. Scheu war dieer absolut nicht. Kam etwa auf 15 Meter vorsuchtig an uns (mich + Hunde) heran und hat uns sehr interessiert beobachtet. Er ließ sich weder vom Gebell noch von lauten rufen verjagen und folgte uns eine Zeit lang. Erst nach einer ganzen Weile hat er sich getrollt.Geändert von TheLupus (10.09.2015 um 09:51 Uhr)
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10.09.2015, 09:56 #67Steve McQueen
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Nachtrag: Der Wolf war nicht aggressiv oder ähnliches.
Aber dies zeigt, dass es Exemplare gibt, die durch Gewöhnung oder von Natur aus keine Schei vor dem Menschen zeigen.
Es sind keine Fluchttiere, die sich wie ein Damhirsch (wenn nicht zufällig in der Brunst) einfach verjagen lassen.
In meinem Fall weder durch lautes Rufen, noch von dem Hundegebell.
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10.09.2015, 10:00 #68
Bist Du Dir 100 % sicher, dass es ein Wolf war? Das Fernsehteam dachte bei einer Begegnung auch erst, es sei ein Wolf. Hinterher hat es sich herausgestellt, dass es ein Huskie war.
Gruß, Frank
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10.09.2015, 10:12 #69Steve McQueen
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Eigentlich bin ich mir sehr sicher. DER Wolfsexperte bin ich natürlich nicht und kann ein Irrtum natürluch nicht ausschließen.
Das Verhalten ist aber auch schon anderen aufgefallen.
http://www.n-tv.de/wissen/Woelfe-koe...e14655646.html
Dabei handelt es sich in allen Berichten, die ich gelesen habe immer um Einzelexemplare.
Vielleicht ein "einsamer" Wolf auf der Suche nach einem Rudel, der in dieser Situation zutraulicher als normalerweise war.
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10.09.2015, 10:36 #70
Möchte die Integrität dieser Frau, die von sieben Wölfen verfolgt wurde, nicht anzweifeln. Traue aber auch nicht jedem Spaziergänger zu, einen Wolf zu erkennen. Und wenn man mit dieser Geschichte auch noch in die Öffentlichkeit kommen kann, um so besser in der heutigen Zeit.
Bei dem Fernsehteam war ebenfalls ein Wolfsexperte dabei und der Huskie zeigte genau das beschriebene Verhalten. Aber auch der Experte erkannte nicht gleich, dass es kein Wolf war.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem beobachteten Verhalten von Wölfen (?) und der Tatsache, dass diese Menschen selber mit Hunden unterwegs waren?Gruß, Frank
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10.09.2015, 12:47 #71PREMIUM MEMBER
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Hier in der Gegend wurde vor einigen Jahren der Luchs wieder angesiedelt. Im Gegensatz zum Wolf, der von ganz alleine wieder zurück kommt, weil die Lebensbedingungen für den Wolf in Deutschland offensichtlich wieder attraktiv werden, wie hier schon mehrfach festgestellt wurde, wurde der Luchs tatsächlich wieder angesiedelt.
Ähnlich wie beim Wolf, gingen auch damals hier die Sorgen und manchmal die schiere Panik um: Der Luchs hätte die Scheu verloren, weil es ihn ja gar nicht mehr wild gäbe, überhaupt wäre er nie scheu gewesen, wie Horrorgeschichten aus dem kalten Winter 1745 belegen würden, er wäre ein gefährliches Raubtier und mache weder vor Hunden, Hauskatzen, Kälbern, ausgewachsenen Rindern, Schafen oder Kindern halt. All das war hier in der Gegend zu lesen und zu hören. Der ein oder andere Bauer fragte gar beim Veterinäramt an, ob er seine Fresserweide noch nutzen könne oder ob seine 350-400kg schweren Jungrinder durch den 20kg leichten Luchs gefährdet seien. Und wo er EU- oder Landeshilfe in so einem Fall beantragen könne.
Ich habe über die letzten Jahre live alle Seiten in der Luchssache mitbekommen. In der Verwandtschaft habe ich sowohl den damaligen örtlichen Amtstierarzt, der sowohl die Landwirte mit ihrer Tierhaltung betreut, wie auch bei der Wiederansiedlung mit hinzu gezogen wurde, ausserdem mehrere von der Wiederansiedlung des Luchs betroffene Landwirte und Jäger (tatsächlich sind meine beiden Geschwister und ich die einzigen Nachkommen in der Familie, die nie den Jagdschein gemacht haben).
Nichts, aber auch wirklich gar nichts der befürchteten Geschichten trat ein und bis heute ist hier in Deutschland die illegale Bejagung laut Kreisjagdamt die größte Gefahr für den Luchs.
Das gleiche wird für den Wolf befürchtet, auf beiden Seiten, jedoch mit noch viel mehr Angst auf Seiten der Gegner.
Hier in der Gegend, die gemeinhin als sehr attraktiv für Wölfe erachtet wird, taucht der Wolf allmählich auf und man geht davon aus, dass es nur noch eine Frage kurzer Zeit ist, bis sich auch hier Rudel ansiedeln und nicht nur ab und an ein Einzeltier auftaucht. Erst vor ein paar Monaten wurde ein ca. eineinhalbjähriger ganz in der Nähe überfahren. Es sind definitiv und nachweislich bereits Wölfe da, auch wenn hier noch kein Rudel Junge groß zieht (oder man es einfach noch nicht entdeckt hat). Direkt auf der anderen Seite der Grenze, keine 50km Luftlinie entfernt, leben Wolfsrudel in den Vogesen. Man hört nichts, null Komma gar nichts, über Vorfälle im Elsass mit Menschen. Genauso hier.
Laut SWR leben in der Lausitz ca. 220.000 Menschen in seit ca. 15 Jahren von Wölfen besiedeltem Gebiet und auch dort gab es keinen "Übergriff" von Wolf auf Mensch oder dessen Haustiere (nicht Nutztiere!).
Hauptsächlich betroffen sind ja anscheinend in der Lausitz wie im Elsass die Schäfer, die zumindest hier in der Gegend im Gegensatz zur Rinder- und Schweinehaltung, die aufgrund der Haltungsformen und der Größe und Wehrhaftigkeit der Tiere weit weniger betroffen sind, auch wirtschaftlich, als Futterquelle und kulturell überhaupt keine Relevanz haben.
Deren Ärger kann ich nachvollziehen, nicht aber den Anspruch mancher, aktiv in das Lebensrecht hier ursprünglich heimischer Tiere eingreifen zu wollen, um die eigenen industriell-wirtschaftlichen Interessen zu schützen, weil man nicht bereit ist, in anderweitige Schutzmaßnahmen (z.B. Zäune) zu investieren. Dass der Mensch den Wolf in Deutschland 1904 schon einmal ausgerottet hat, gibt ihm schlicht nicht das Recht, das ein zweites Mal auch nur zu versuchen.
Meiner Meinug nach leben wir VON der Natur und uns sollte das bewusst sein. Wenn wir Ressourcen der Natur - im Fall der Schäfer den Boden und die Tiere - nutzen wollen, müssen wir damit rechnen, dass die Natur uns irgendwann in unsere Geschäftsstrategie fährt. Die Natur war zuerst da und wir leben von ihr, nicht umgekehrt. Genauso, wie ich Schäden durch die Natur (Stürme, Hochwasser, Schnee, Eis, Kälte, Hitze, Krankheiten, Raubtiere) im privaten in Kauf nehmen muss, muss ich es im Geschäftlichen. Entweder, ich nehme es in Kauf, versichere mich ggf. dagegen oder ich erbringe geeignete Schutzmaßnahmen.
Die altertümliche Schutzmaßnahme, also Raubtiere ganz einfach auszurotten, schadet der Natur. Die Natur zu verändern hat sich in der Vergangenheit als schlechte Strategie erwiesen (Überhandnehmen einzelner Populationen, weil der Räuber fehlt, Ausbreitung von Krankheiten, Bodenerosion durch Monokultur und Rodung usw.) und zum Glück kapiert es die Menschheit zunehmend.
Was bleibt uns also übrig, ausser uns mit der Natur zu arrangieren? Zumal der wirtschaftliche Schaden durch Raubtiere in Relation zu unserer Gesamtwirtschaftsleistung schlicht nicht relevant ist, der Schaden durch das Eingreifen des Menschen in die Natur hingegen sehr wohl.
Unsere Natur inklusive der Fauna zu erhalten und wo möglich wieder herzustellen, ist zurecht sogar Teil unsere Naturschutzgesetzes (§37 Abs. 3).
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10.09.2015, 12:52 #72GMT-Master
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Schön geschrieben Max.
Liebe Grüße,
Adrian
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10.09.2015, 12:54 #73
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10.09.2015, 12:56 #74Deepsea
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10.09.2015, 12:59 #75
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10.09.2015, 13:49 #76
Schöner Beitrag, mit einem kleinen Widerspruch:
.Meiner Meinug nach leben wir VON der Natur und uns sollte das bewusst sein. Wenn wir Ressourcen der Natur - im Fall der Schäfer den Boden und die Tiere - nutzen wollen, müssen wir damit rechnen, dass die Natur uns irgendwann in unsere Geschäftsstrategie fährt. Die Natur war zuerst da und wir leben von ihr, nicht umgekehrt
Wir SIND Natur, und zwar mit all unserem ökonomischen und technischen Handeln. Letzteres ist das Resultat eines evolutionären Produktes, unseres Gehirns, wie der Begriff "Natur" auch. Der postulierte Gegensatz Mensch-Natur ist ein philosophischer, basierend auf ursprünglich kreationistischen Vorstellungen."In einer Zeit allgegenwärtigen Betruges ist es ein revolutionärer Akt, die Wahrheit zu sagen.“
George Orwell
Stößchen
Holger
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10.09.2015, 14:30 #77PREMIUM MEMBER
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Holger, wir meinen das selbe. Gerade, dass wir Teil der Natur sind und unsere Lebensgrundlage nicht für uns alleine zur freien Verfügung haben, ist mir wichtig. Der Gegensatz von Mensch und Natur oder schlimmer noch Tierwelt und Mensch (als ob der Mensch kein Tier wäre...) passt mir nicht.
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10.09.2015, 14:40 #78Beste Grüße, Tobias
Die Banken kratzen an den Wolken
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10.09.2015, 15:18 #79
Gerade im Saarländischen Rundfunk:
"4 Schafe auf einer Weide bei St. Wendel von Wölfen gerissen."Grüße
Bernd
I´m on a "highway to hell" 'cause "hell ain't a bad place to be"
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10.09.2015, 16:06 #80
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