Zitat Zitat von 7schläfer Beitrag anzeigen
Wenn du damit „gewollt und nicht gekonnt“ meinst, so nehme ich das anders wahr. Unter Umständen hätte man sich ein wenig Text sparen können, wie z.B. „Doppelfederhaus“. (...)
Die römischen Ziffern, die auf mich bei vielen Uhren meist antiquiert wirken, empfinde ich hier in Verbindung mit dem asymmetrischen ZB als passend für ein Uhrendesign, das „Tradition und Moderne“ kombinieren möchte und – anders als die Calatrava – auf keinen zitierbaren Vorgänger zurückgreifen kann bzw. will.
"Bemüht" heisst vor allem "Gewollt" (das "nicht gekonnt" klammere ich einmal aus), es fehl irgendwie die unangestrengte Selbstverständlichkeit des Cala-ZBs. So wie du es ja ganz richtig geschrieben hast. "Tradition und Moderne kombinieren m ö c h t e". Bei der Cala hat man das Gefühl, da "möchte" keiner was, die "ist" einfach. Daher würde ich auch nicht sagen, dass die einem "Retro-Design" "huldigt", die ist einfach ****trocken und nüchtern eine 96 in etwas aufgeblasen. Da war auch kein "Designer" im Spiel, höchstens einer, der ins PP-Archiv getrabt ist und die Entwürfe der 96 aus dem Schrank geholt hat.
Der neue Fliegerkalender von PP hingegen huldigt; nicht schön.

Der Verweis auf die (mittlerweile in Richtung Tim Mälzer abgeänderte) Louis-C-Jacob Corporate Identity und das (fiktive Berliner) "Reichshauptamt" bezieht sich insbesondere auf die künstliche Retrogtypographie, die mich stets an "neueröffnetes Luxushotel in Hamburg oder Berlin", welches seinen "klassischen" Anspruch wie eine Monstranz vor sich herträgt, erinnert. Und bei ALS empfinde ich es als "fake", so wie das wiederaufgebaute Adlon eben. Bei Breguet hingegen, bei den bemalten Emaille-ZB, da spürt man Puderperücke und Kniebundhose und in Ohnmacht fallende Jungfern, samt dem alten Fritz sein Flötenspiel. Da passt es.