Der 944 S2 ist ein klasse Auto, vom Fahrgefühl her vermutlich das beste Auto, das ich je hatte.
Meiner war einer der letzten aus dem Jahr 1990, US-Reimport mit Klimaanlage, heruasnehmbarem Dach, Tempomat, Fahrer- und Beifahrerairbag, Lederausstattung, den Schmiedefelgen vom Turbo, aber leider ohne M030 Sportfahrwerk. Der S2 war mit Tempomat 150 mit einer Tankfüllung von Freiburg im Breisgau zu meiner damaligen Freundin in der Nähe von Bremerhaven zu fahren (830km!), hat sich mit Normalbenzin zufrieden gegeben, war dank Euro 2 steuerlich total unbedenklich und hat so gut wie keine Versicherung gekostet. Wie gesagt, vermutlich das beste Auto, das ich je hatte. Ich vermisse ihn bis heute und ärgere mich regelmäßig, dass ich ihn verkauft habe.

Zur Zuverlässigkeit und Unterhalt vom S2: Wie hier shcon angemerkt wurde, ist der S2 nicht billig im Unterhalt. Im Grunde ist es gar kein Problem, wenn ein S2 300.000 km runter hat, sofern er gut gepflegt wurde. Nur viele machen genau das nicht, denn die Pflege kostet Geld, was viele Käufer im Bereich dieses günstigen Einstandspreis nicht zu investieren bereit sind. Nach 200 tkm sind die Einspritzdüsen in der Regel hinüber, kosten an die 800 € nur für die Teile. Die Kupplung zu ersetzen kostet bei einer freien Werkstatt auch schnell 1300 €. Der S2 und der 968 haben eine konstruktive Eigenheit, die auch Zuwendung braucht: Nur die Einlassnockenwelle ist durch den Keilriemen angetrieben, die Auslassnockenwelle wird durch eine kurze Kette von der Einlassnockenwelle geschleppt. Die Gleitschienen des Spanners dieser Steuerkette verschleißt mit der Zeit und kann - sofern nicht regelmäßig getauscht - zum kompletten Motorschaden führen. Das andere Problem dieser Konstruktion ist, dass mit der Kette natürlich auch die Kettenräder verschleißen. Leider sind die fester Teil der Nockenwellen, d.h. zwei Nockenwellen + Kette + Schienen des Spanners + Einbau .... da sind bei sehr hohen Laufleistungen gut und gerne mal ein paar Tausend Euro zu investieren.
Hat man aber einen S2, der gut da steht und ordentlich gewartet wurde, hat man einen absolut zuverlässigen, alltagstauglichen Sportwagen mit erstaunlich geringem Verbrauch, wahnsinnig gutem Fahrwerk, der genialsten Lenkung aller Zeiten und dazu noch richtig guten Fahrleistungen, auch heute noch.

Wollte ich noch mal einen S2, würde ich nicht vor hohen Laufleistungen zurück schrecken und den nehmen, der die beste Karosserie und schönste Ausstattung hat und dann technisch selbst neu machen. Neu machen heißt: Stoßdämpfer, Bremsscheiben, -beläge und -leitungen, Gleitschienen vom Steuerkettenspanner, falls nötig Kupplung und in dem Abwasch den Kurbelwellensimmerring auf der Kupplungsseite, Luftfilter, den obligatorischen Ölwechsel mit Filter, Zündkerzen, Dichtung vom Ventildeckel (wird gern undicht und der Deckel muss eh runter für den Steuerkettenspanner), Keilriemen, falls nötig Einspritzdüsen, Steuerkette und Nockenwellen. Auch der Temperatursensor der Lambdasonde fängt manchmal an zu spinnen.
Der Motor macht noch viel mehr Spaß, wenn man in dem Zug gleich auf einen Luftmassenmesser umrüstet, den Luftfilterkasten etwas öffnet und ggf. leicht flottere Nockenwellen einsetzt.
Billig ist ein so hergerichteter S2 dann aber auch nicht mehr.
Im Innenraum gibt es zwei Themen: Die Digitaluhr ist fast immer kaputt. Ersatz ist schweinisch teuer, um die 400 €. Die Digitaluhr braucht kein Schwein, also einfach so lassen. Die Bedieneinheit von Heizung / Klimaanlage fängt auch gern an, blöde Sachen zu machen. Kostet auch um die 300-400 €, jedoch gibt es unter Umständen kein herum um den Tauch der Bedieneinheit. Bei meinem S2 kam irgendwann nur noch heiße Luft aus dem Gebläse, was besonders im Sommer prächtig beschissen ist.
Hat er das herausnehmbare Dach, sollte man gleich noch Geld für dessen Dichtungen und Einstellung der Dachmechanik einplanen. Die Abläufe setzen sich gerne zu und sollten schön frei sein, sonst hat man das Wasser schnell im Innenraum...
Typische Roststellen an der Karosserie sind die Seitenschweller, das "Ablagefach" hinter dem hinteren Radkasten und die Ecken der Radkästen (Steinschlagzone). Im großen und ganzen sind das recht rostarme Autos.
Ach, noch was: Die Heckscheibe, das Scheißding. Unbedingt darauf achten, dass das Glas auch noch sauber im Rahmen sitzt, sich der Kleber nirgends löst. Gerade bei Reimporten aus der Sonne kann das passieren. Das Gerät ist richtig teuer, deutlich über 3000 €.

So, mehr fällt mir nicht mehr ein.

Transaxles sind die total verschätzten Porsches. Das sind keine 911-Ersatzmittel, wie ein Boxster oder Cayman auch niemals Ersatz für einen 911 sein kann. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass ausgerechnet die nicht-911er meiner Meinung / Erfahrung nach die besseren Sportwagen sind. Der 911 ist halt ein 911 und stand sich damit schon oft genug im Weg, während die nicht-911er alle entwicklerische Freiheit genossen und einige Qualitäten vorweisen können, die der 911 immer hat vermissen lassen. Dafür sind die Transaxles wiederum kein 911, haben nicht dessen Klang und manche finden am 911 ja gerade toll, dass er kein perfekt ausbalancierter, immer neutraler Sportwagen ist, sondern von fiesem Untersteuern bis fiesem Übersteuern alles bietet...

Worauf ich hinaus will: Willst Du einen Transaxle, weil es ein Transaxle ist, dann kauf unbedingt einen, denn es sind geile Autos. Willst Du jedoch einen Transaxle, weil es ein vermeintlich günstiger Porsche ist, dann lass es sein.