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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was ist eigentlich mit Boxen los?



Donluigi
28.04.2026, 08:45
Heute zufällig über ein Werbereel für irgendein Box-Event in der SAP-Arena gestolpert und dabei ist mir aufgefallen: ich kenne keinen einzigen der dort startenden Athleten. Das war mal anders: Boxen war ein Straßenfeger und man kannte eigentlich alle nationalen und internationalen Boxer aus Funk und Fernsehen. Wann hat die Sportart ihren Glanz verloren? Und warum?

Mawal
28.04.2026, 08:48
MMA / UFC


Das Leben hat sich weiter entwickelt, niemand interessiert für für zahlreiche und recht fragwürdige Verbände und Kampf-Paarungen.

Sailking99
28.04.2026, 09:19
So ist es.
Außerdem ist Boxen schlechter zu verfolgen für den Zuschauer und Topkämpfe finden zu selten bzw. garnicht statt.

Zusätzlich hat Boxen einen schlechten Ruf bekommen durch die Berichterstattung von langfristigen Hirnschäden durch die vielen Kopftreffer.
MMA gilt als "weniger" gefährlich für Langzeitschäden.

Außerdem wird es von der Jugend als realistischer (dem Straßenkampf näher / nützlicher) betrachtet als Boxen.
Das bedeutet, dass sich auch die Nachwuchsarbeit verändert hat. Die Jugend will MMA machen und dort später viel Geld verdienen oder wenigstens angeben können. In Boxstudios gehen nur noch ältere Anzugträger aus Fitness- und Nostalgiegründen.

Auch hat sich die Berichterstattung und Werbung verändert.
Dana White hat Social Media mit UFC Content überflutet und ein interessantes Format geschaffen.
Das spricht die Leute an.

Hast Du Dir mal die Netflix Doku über Conor McGregor angesehen?
Danach versteht man warum MMA auf so viele Leute einen Reiz ausübt.
Und das schreibt jemand der weder Boxen noch MMA wirklich etwas abgewinnen kann.
Aber wenn ich etwas sehen müsste, dann immer MMA. :D
Dagegen ist Boxen einfach nur veraltet.

Ich hatte gedacht, dass der Boxkampf Mike Tyson vs Jake Paul dem Boxen eventuell noch einmal hilft, aber eigentlich hat dieser Kampf dem Boxen nur Bärendienst erwiesen. :ka:

Jenson
28.04.2026, 09:24
MMA / UFC


Das Leben hat sich weiter entwickelt, niemand interessiert für für zahlreiche und recht fragwürdige Verbände und Kampf-Paarungen.

Das fasst es IMHO recht kompakt zusammen..

Berichterstattung bzw. das fehlen selbiger tun ihr übriges dazu.

Wir haben einen Interims-Schwergewichtsweltmeister und kaum einer kennt seinen Namen - Agit Kabayel


Persönlich muss ich aber auch sagen, dass mich ein guter MMA Kampf inzwischen mehr begeistert als ein Boxkampf.

Joe1010
28.04.2026, 09:31
Heute zufällig über ein Werbereel für irgendein Box-Event in der SAP-Arena gestolpert und dabei ist mir aufgefallen: ich kenne keinen einzigen der dort startenden Athleten. Das war mal anders: Boxen war ein Straßenfeger und man kannte eigentlich alle nationalen und internationalen Boxer aus Funk und Fernsehen. Wann hat die Sportart ihren Glanz verloren? Und warum?

Welcher Glanz? :bgdev:

KINI
28.04.2026, 09:36
Lieber mal wieder Rocky schauen als selber an den Ring.

thewatchjoe
28.04.2026, 10:01
Stimmt. Ich kriege auch höchstens noch mit, wenn Usyk kämpft, aber das ist echt nicht mehr präsent.
Mit einigen UFC-Box-Showkampf-Paarungen kam ja eigentlich mal wieder ordentlich Popularität, aber gehalten hat es scheinbar nicht.

Donluigi
28.04.2026, 10:24
Ja, aber selbst MMA hat nicht den Stellenwert wie boxen. Ich kenn nur einen MMA Fighter namentlich, und der ist glaub ich garnicht mehr aktiv. Ich hab manchmal den Eindruck, dass Kampfsport generell aktuell so uncool ist wie - sagen wir - Alkohol.

Jenson
28.04.2026, 10:27
Ja, aber selbst MMA hat nicht den Stellenwert wie boxen.

nicht ganz, arbeitet aber dran... wenn ich schaue, wie viele live-zuschauer die Oktagon events teilweise haben... Schon am aufsteigen nach wie vor...

Was denke ich auch ne rolle spielt ist eben, dass vieles nur noch über streaming verkauft wird und es gar nicht mehr DEN hype geben kann wie es damals zu Zeiten von Tyson/Holyfield/Maske/Schulz etc war

jk737
28.04.2026, 10:30
Bei uns ist Boxen tot, aber international, Canelo, Crawford, Usyk, da gibts schon immer wieder top Kämpfe.

Sailking99
28.04.2026, 10:36
Es ist schon auch ein deutsches Problem.
Randsportarten haben es in Deutschland besonders schwer.
Wird einfach nicht darüber berichtet und es wird sowieso fast alles durch den allgegenwärtigen Fußball überlagert.

MMA wird aber kommen, wenn die UFC irgendwann den deutschen Markt für sich entdecken wird. Im Moment stehen halt andere Märkte noch im Fokus.

Renke
28.04.2026, 11:18
MMA wird bereits seit einiger Zeit von RTL übertragen (Oktagon) und das sehr regelmäßig. Das wird hier auch deutlich interessanter sein als die UFC da die deutschen Kämpfer hier schon sehr gut überzeugen und natürlich auch Show machen. Die deutschen Stadien sind immer nahezu restlos ausverkauft. MMA erlebt hier in Deutschland mMn gerade einen totalen Hype. Es ist als Sportart für jeden Kampfsportler interessant. Vor allem wenn verschiedene Ursprungssportarten gegeneinander Kämpfen. Ein Boxer gegen einen Judoka beispielsweise. Absolut interessant und nicht nur auf eine Sportart fixiert.

slc5.0
28.04.2026, 11:21
Gibt schon tolle Kämpfer zb. Anthony Joshua aber ja du hast recht das Feeling ist irgendwie weg.

Kann mich gut erinnern das mich mein Pa schon mit 7 Jahren zu kämpfen von Tyson, Lenox Lewis und co aufweckte.
Das sind tolle Erinnerungen und es waren Spektakel, mit ein Grund mit Sicherheit die Fernsehrechte für solche Events.
Ist ja kaum noch frei zugänglich.

thewatchjoe
28.04.2026, 11:26
Das mit Oktagon bekomme ich auch verstärkt mit. Echt beeindruckend.
Und hey, UFC lassen sie nun sogar ins Weiße Haus.

Mawal
28.04.2026, 11:44
Ja, aber selbst MMA hat nicht den Stellenwert wie boxen. Ich kenn nur einen MMA Fighter namentlich, und der ist glaub ich garnicht mehr aktiv. Ich hab manchmal den Eindruck, dass Kampfsport generell aktuell so uncool ist wie - sagen wir - Alkohol.

Willkommen im Club der Älteren. :bgdev:

Früher war es cool so nebenbei ein bisschen zu boxen. Heute macht man BJJ.


Boxen ist ein bisschen wie klassisches Theater, ein Nischen-Event, dass verzweifelt versucht an die Relevanz früherer Tage anzuknüpfen. Man sieht halt auch wenig Ritter-Turniere dieser Tage - auch wenn der Morgernstern eine prächtige Waffe ist und ich mehr Ritter als Boxer oder MMA Fighter kenne.

Sailking99
28.04.2026, 11:48
:verneig:

Edmundo
28.04.2026, 12:56
Wenn ihr vom Boxen redet, meint ihr das generell oder als Sportart für einen selbst?

Ich habe Schwergewicht gerne gesehen, Fliegengewicht und so was hat mich nie gereizt. Daher würde ich mich auch nicht als Fan sehen, wenn man Rosinen rauspickt.

Ich war hier mal in der Boxfabrik, um ein paar Sachen für ein Shooting zu leihen. Gibt es ja leider nicht mehr. :( So wie man sich den Besitzer vorstellt. Trainingsanzug aus Ballonseide, goldene Brille und Kettchen. Könnte man jetzt sagen, dass alle Vorurteile bestätigt wurden. Dann kamen ein paar Kinder nach der Schule, dann wurde erst Essen ausgegeben und dann trainiert, total herzlich. Ich war beeindruckt. Und ich glaube das hat auch das Boxen ausgezeichnet, dass man Leute von der Straße holt. Heute daddelt man lieber am Telefon. Zeiten ändern sich.

Milou
28.04.2026, 13:06
...
Boxen ist ein bisschen wie klassisches Theater, ein Nischen-Event, dass verzweifelt versucht an die Relevanz früherer Tage anzuknüpfen. Man sieht halt auch wenig Ritter-Turniere dieser Tage - auch wenn der Morgernstern eine prächtige Waffe ist und ich mehr Ritter als Boxer oder MMA Fighter kenne.

Sind nicht die EM-, WM-, Liga-"Turniere" auch als neuzeitliche Form zu sehen.
Und ich wette Du kennst mehr Fussball-Recken als Ritter ;)

Likeclockwork
28.04.2026, 13:13
früher sind wir nachts aufgestanden, um Mike Tyson zu sehen, oder saßen samstagabends mit der ganzen Familie vor dem Fernseher, wenn Henry Maske oder die Klitschkos in den Ring gestiegen sind, das war noch was andres. Dieser krasse Bedeutungsverlust hat meiner Meinung nach mehrere Gründe, aber einer der größten ist das totale Chaos bei den Weltverbänden. Es gibt mittlerweile so viele verschiedene Gürtel und lächerliche Interims-Titel bei der WBA, WBC, IBF und WBO, dass selbst Experten kaum noch durchblicken, wer jetzt eigentlich der wahre Champion is. Dazu kommt, dass das Boxen im deutschen Free-TV fast komplett ausgestorben ist und hinter Paywalls bei Streamingdiensten wie DAZN verschwunden ist, was dazu führt, dass die breite Masse gar keine Chance mehr hat, neue Idole überhaupt kennenzulernen.

shocktrooper
28.04.2026, 13:24
Die letzten Boxkämpfe, die ich mit Genuss geschaut hab, waren als der Box-Influencer namens Jake Paul sowie der Herr Raab so richtig vermöbelt wurden.

Ansonsten bin ich ja altersmäßig verwöhnt. Für Muhammad Ali bin ich lange wach geblieben, für Schulz, die Klitschkos, Lennox Lewis auch. Ich meine damals noch eine gewisse Ästhetik beim Boxen gesehen zu haben, die mir heutzutage völlig fehlt. Ja, MMA mag die komplette Palette aller Kampfsportarten abdecken, aber ich finde nichts sehenswertes dabei, wenn jemand auf dem Rücken liegt und ein anderer über ihm fortwährend auf den Kopf schlägt.

Kronenträger
28.04.2026, 14:02
Zugegebenermaßen sehr zugespitzt, aber ich konnte mich noch nie dafür erwärmen, anderen dabei zuzuschauen, wie sie sich gegenseitig auf die Frexxe hauen. Den sportlichen Anspruch und die Leistung der Kämpfer kann ich sehr wohl würdigen, aber ich finde die Sportart trotzdem doof.

Gruß
Thomas

Smoke
28.04.2026, 14:57
Ich bin seit vielen Jahren in einem Kampfsportverein - Boxen und Kickboxen - als Kickboxer aktiv.
Kickboxen ist tatsächlich nicht breitenwirksam, außer halt auf einschlägigen Veranstaltiungen.

Beim Boxen empfinde ich es anders. Wir haben hier einen amtierenden Europameister im Schwergesicht und einen Junioren-Weltmeister und da gibt es schon eine nicht sooo kleine Bühne.
Nicht auf RTL usw, aber größere Veranstaltungshallen werden schon voll.

In den VAE boomt oben zur Zeit einiigermaßen stark und da gibt es auch viel Geld zu verdienen.

Ich persönlich verstehe nicht, dass Kickboxen so weit im Schatten von Boxen steht. Ein Kickboxkampf ist soooo viel attraktiver als ein Boxkampf.
Aber gut, ist halt meine Meinung.

Seid Ihr auch aktiv, oder eher Zuschauer?

Neben den DoT könnte man ja auch einen Kampfsportevent ausrichten :D

siggi415
28.04.2026, 15:42
....

Neben den DoT könnte man ja auch einen Kampfsportevent ausrichten :D

Mit Anwälten und medizinischem Fachpersonal sind wir ja hier auch gut versorgt. :supercool:

Schmackofatz
28.04.2026, 15:44
Seid Ihr auch aktiv, oder eher Zuschauer?



Krav Maga seit vielen Jahren, zivil und militärisch.




Neben den DoT könnte man ja auch einen Kampfsportevent ausrichten :D

Super Idee!

Bitte fortlaufend eintragen:

[X] Schmackofatz

Micha-K
28.04.2026, 15:54
Boxen wurde in Deutschland uninteressanter als es keine deutschen Boxer mehr gab, ist ähnlich mit der Formel 1. Dazu kamen die ganzen Verbände, Querelen,… untereinander. Der letzte bekannte war m. M. nach Felix Sturm - aber nach Doping,… war es auch vorbei.

MMA ist vom Zuschauen her halt „interessanter“. Schneller, mehr Aktion und auch brutaler (ähnlich zu dem wie es heute auf der Straße auch zugeht). Ebenso kommt das ganze Mediale der Kämpfer: fette Uhren, Autos, Markenkleidung, Urlaube - das spricht halt extrem an. Vor allem die Zielgruppe von jungen Leuten. Das von den deutschen Stars aber keiner seinen Lifestyle damit verdient ist nebensächlich.

Dazu kommen nun auch einige weibliche Stars wie die Stuttgarterin Alina Dalaslan - intelligent, attraktiv,… Selbst The Rock spricht von ihr.

RTL ist auf den Zug ja auch bereits mit aufgesprungen und bringt es somit mehr an die Masse. Schaut doch mal wie die MMA Studios aus dem Boden schießen oder wie viele es jetzt mit anbieten. Die Box-Vereine haben immer weniger Nachwuchs. Fitness-Boxen ist in den Studios die Ausnahme davon.

Ich glaube zum Kampfsport gehört/e auch immer das „Halbseidene“. Früher beim Boxen und heute beim MMA. Rotlicht, Rocker, Clubbesitzer,… oder vom Rasensport-/3. Halbzeit-Kämpfer zum MMA Profi.

Und zu dem Mannheimer Event. Von Ringside habe ich sehr wenige seiner Videos gesehen - große Klappe, bin mal gespannt ob er liefert… Wenn Bülent Ceylan und dazu noch zwei andere Comedians auftreten würde ich bestimmt nicht hingehen. Bülent und Boxen passen für mich nicht zusammen.

Donluigi
28.04.2026, 17:12
In er Tat werden die Showacts in Mannheim größer beworben als die eigentlichen Athleten.

OrangeHand
28.04.2026, 18:02
Seid Ihr auch aktiv, oder eher Zuschauer?


Zuschauer.

Mein Schwager und sein Sohn sind in Polen aktive Kickboxer.
Scheint mir, als wäre es dort beliebter als hier in D. :ka:

Mein Schwager war vor Jahren mal bei den polnischen Meisterschaften, und wurde in seiner Gewichtsklasse Vizemeister.
Mein Neffe nimmt aktuell an diversen regionalen Meisterschaften teil, und ist in einem Verein als Trainer aktiv.

Links mein Neffe. Mittlerweile auch Kämpfe ohne Helm und Schoner. :kriese:
364225

Mawal
28.04.2026, 18:58
Sind nicht die EM-, WM-, Liga-"Turniere" auch als neuzeitliche Form zu sehen.
Und ich wette Du kennst mehr Fussball-Recken als Ritter ;)

Das war für mich tatsächlich Wimbledon früher. Fussball ist zu kollektiv.

paia99
28.04.2026, 19:37
Ich kann das geschriebene so nicht für mich und meine Umgebung bestätigen. Ich habe vor guten 6 Jahren nach langer Pause wieder mit Boxen angefangen und liebe es wie eh und je. Mein zweitältester Sohn 16 boxt seit 2 Jahren mindestens 3 x die Woche. Mein kleinster 11 boxt seit 4 Monaten. Einer meiner besten Freunde boxt leidenschaftlich.

Und es gibt durchaus sehr gute Boxer in allen Gewichtsklassen und ich liebe es auch immer noch, mir die Kämpfe anzusehen. Am Samstag ist zB Inoue gegen Nakatani, beide pound for pound top 10 in Tokio,
das dürfte qualitativ einer der besten Kämpfe der letzten Jahren werden. Das Schwergewicht haben die Saudis mit viel Geld wiederbelebt und grandiose Kampf- Abende veranstaltet. Leider gab und gibt es immer mehr dieser Jake Paul Show- Kämpfe ohne jeden sportlichen Wert, die nur der Generierung von Geld dienen. Sogar Usyk steigt da jetzt mit ein und boxt gegen einen Kickbox- Weltmeister weil es dafür Monster- Kohle gibt. Leider beschädigt er damit in Box- Kreisen sein Ansehen ganz erheblich.

Und wir haben auch einen deutschen richtig guten Schwergewichtler Agit Kabayel ein sympathischer Mensch und richtig guter Kämpfer. Er wird bald einen richtig großen Kampf um einen WM- Gürtel bekommen. Eigentlich wäre Usyk sein Pflichtgegner, aber er geht ihm aus dem Weg, weil er sehr unangenehm zu boxen ist.

Ist also viel geboten im Boxen und ist immer noch eine meiner drei Lieblings- Sportarten, auch zum zusehen.

AndreasS
28.04.2026, 20:01
Ich glaube, Boxen hat auch ein bissl das Problem wie Gewichtheben oder Ringen, dass es auf den ersten Blick ein bissl uncool wirkt. Man ist meistens in alten Trainingsräumen, das wirkt eben nicht so einladend. Ich persönlich mag diesen Flair, andere können halt nichts damit anfangen.

Gewichtheber hatten viel Zulauf durch den CrossFit-Hype vor ein paar Jahren, beim Ringen scheint es ähnlich zu sein, seit MMA ein Ding ist. Zumindest hat mir das ein Bekannter erzählt, der Ringer ist. Vielleicht spült das den Boxern ja auch wieder Nachwuchs rein.

Street Bob
02.05.2026, 18:05
Seinerzeit fanden viele Kämpfe einfach nicht statt, weil man sich nicht über Übertragungsrechte und die damit verbundenen Millionen-Werbeeinnahmen einigen konnte.
So hatte man irgendwann den Eindruck, dass es sich mehr um RTL gegen SAT 1 und Kohl gegen Sauerland als um die Boxer und vor allem auch um die Fans ging.

Aber auch der Rückzug großer Sponsoren aus dem Amateurbereich hat dafür gesorgt, dass kaum noch Nachwuchs aus Deutschland kam - man denke allein an den Ausstieg von Bayer Leverkusen, wo nicht nur Schulle Schulz, Henry Maske oder Felix Sturm geboxt haben. Wenn man jetzt mal "Boxen Bundesliga" googelt, wird das traurige Ausmaß der Tragödie sichtbar... wo sollen die Boxer herkommen?

The Prodigy
05.05.2026, 23:05
Ich habe über zehn Jahre sehr sehr aktiv geboxt, habe Jahre lang sehr sehr aktiv nebenher Muay Thai und BJJ trainiert und ein wenig gerungen. Über Jahre hinweg min. 4 Einheiten die Woche (eher mehr). Ich war ein Teil der sehr kleinen MMA-Szene, als diese in Deutschland begann (so 2006 - hieß damals allerdings Free Fight). Seit ungefähr 10 Jahre ist MMA unattraktiv geworden und für mich seit mindestens fünf Jahre komplett uninteressant. Alles Positive der Ursprungszeit ist seit Conor's "Upcoming" leider verflogen. Kein Sport mehr nur noch peinliches Gelaber, Trash Talk und Match-Ups die nur dem Geld geschuldet sind.

Kleiner FunFact: Ich war gemeinsam mit Artem Lobov und vier weiteren Freunden bei der UFC 99 als Zuschauer.

Was die Leute vergessen: MMA ist keine Basis. Ein guter MMA-Kämpfer trainiert boxen mit Boxern, BJJ mit BJJlern, Thaiboxen mit Thaiboxern und natürlich MMA mit MMAlern.

Die meisten wollen MMA "kämpfen" weil es cool wirkt. Hier empfehle ich erstmals in einer alteingesessenen Boxverein zu gehen, in welchem 15 von 20 Personen fließend russisch sprechen und das Waschbecken nach Sparringstagen rot gesprenkelt ist. Hier wird man erstmals schön geerdet - und genau das ist das schöne im Kampfsport und in solchen Vereinen. Hier gibt es kein "Ego" - keine tollen Kinder reicher Eltern mit den neuesten Fußballschuhen. Du wirst respektiert wenn du alles gibts - egal wie weit man ist - ob blutiger Beginner oder sehr guter Amateur - der Respekt ist großartig unter Kämpfern.

NicoH
06.05.2026, 08:12
Interessante Einsichten! Danke dafür.