Hi Percy,
vielen Dank für diesen Thread, der eine ungewöhnliche und zumeist unbekannte Referenz zeigt. Die vergoldeten Rolex-Modelle spielten zumindest in Europa immer ein Schattendasein und waren in den meisten Kundenkatalogen oftmals nicht aufgeführt.
Du hast ja bereits einige interessante Details genannt und ich habe zusätzlich mein Archiv „durchstöbert“, ob ich Hinweise auf die vergoldeten Referenzen finde. In den mir vorliegenden deutschen und schweizerischen Kundenkatalogen und -Preislisten aus den 70er und 80er Jahren sind die vergoldeten Rolex-Modelle im Gegensatz zu den Tudor-Modellen nicht aufgeführt. Es gab aber wohl neben der von Dir gezeigten Date 15505 auch noch die Perpetual in einer vergoldeten Version (z.B. Ref. 1024/5). Der Vorgänger der Referenz 15505 (Kaliber 3035) war übrigens die Ref. 1550/5 mit Kaliber 1575.
In einem Ersatzteilkatalog R8 von 1985 habe ich die folgende Materialschlüsselliste gefunden:
Hier ist zumindest der Schlüssel /1 für Doublé und /5 für Goldhaube aufgeführt. Interessant ist der Hinweis auf Tudor Placor (/01), welches im Gegensatz zum Rolesor (Kombination Stahl/Gold) eine Kombination aus Edelstahl und vergoldeten Elementen bezeichnet.
Das vergoldete Oysterband 78351 ist in dem Ersatzteilkatalog R8 von 1985 ebenfalls aufgeführt:
Aufgrund der von Percy bereits angesprochenen speziellen Konstruktion des Bandes wurde wohl eine eigene Referenznummer (78351) verwendet. Die im Vergleich zu Gold-Oysterbändern umgekehrte Politur der Bandglieder (außen poliert/innen matt) und auch der speziellen Bandanstoß ist (hoffentlich) gut zu erkennen.
In einem Tudor-Katalog von 1977 habe ich das Schwestermodell zur 15505 entdeckt:
Die Tudor-Modelle sind aber mit dem Schlüssel /1 bezeichnet und unterscheiden sich daher in der Art der Vergoldung von den Rolex-Modellen, die vermutlich nur als Goldhaube (Schlüssel /5) ausgeführt wurden. Leider sind mir die Details des Vergoldungsprozesses nicht genau bekannt, aber bei „Doublé“ wird die Vergoldung wohl mechanisch unter hohem Druck und bei der „Goldhaube“ galvanisch erzeugt. Vielleicht kann ja einer unserer Goldschmiedeexperten nähere Erläuterungen dazu geben.
Bei den Tudor-Referenzen fällt auf, daß auch ein anderes Oysterband als bei der Rolex 1550/5 bzw. 15505 verwendet wurde. Das Herrenmodell verfügt noch über ein vergoldetes (wahrscheinlich Doublé) genietetes Oysterband mit komplett gebürsteten Bandgliedern, wohingegen bei dem Damenmodell bereits ein gefaltetes Oysterband (mit Rolex-Schließe) und ebenfalls komplett matten Bandgliedern abgebildet ist. Die Bänder scheinen bis auf die Vergoldung baugleich mit den entsprechenden Stahlausführungen zu sein, da in dem Ersatzteilkatalog R8 von 1985 die gefalteten vergoldeten Bänder gemeinsam mit den Stahl- und Rolesorvarianten unter der Ref. 7835-19 aufgeführt sind. Allerdings wird bereits 1985 ein Hinweis auf ein teilweise erschöpftes Lager der vergoldeten Bänder 7835-19 gegeben.
Abschließend noch ein Bemerkung zu dem verwendeten Edelstahlboden. Es gab von Rolex auch Goldmodelle aus nur 9kt Gold (z.B. Referenzen 1002 und 1005) mit Edelstahlboden. Bei diesen Modellen war aber die Unterseite des Gehäuses naturgemäß goldfarben, wohingegen die Unterseite bei den vergoldeten Modellen stahlfarben ist. Ob es zu den 9kt- Goldmodellen auch passende Armbänder aus 9kt-Gold gab entzieht sich aber leider meiner Kenntnis.
Gruß
Matthias
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Baum-Darstellung
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18.02.2010, 07:45 #32The difference between men and boys is the price of their toys.
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