Original von Mawal
Kinder.....was für ein jammervoller und uninspirierter thread...

So leset also, staunet und lernt...

Früher in der guten alten Zeit (interessanter Weise wird die Zeit immer erst ex post zur "guten, alten Zeit", niemand hat jemals bewusst in der guten, alten Zeit gelebt) wurde Produktqualität durch Langlebigkeit definiert.

Langlebigkeit interessiert - trotz allen Geheules hier - in einer Zeit des schnellen technischen Fortschritts und der rasant wechselnden Moden und Trends keine Sau mehr. Heute zählt - weit mehr als in der guten alten Zeit (wann auch immer die war) - die "richtige" Marke und das "richtige" Produkt zur richtigen Zeit....Langelebigkeit braucht kei Mensch, wenn morgen Marke oder Produkt nicht mehr hip, technisch überholt oder beides ist...

Die Leistung der Markenartikelindusrie ist heute das Evozieren von Hipness, damit die mitlaufend opportunistische aber konsumstarke Masse (also 99% aller Foris ) irgendeine Marke oder Produkt kaufen können, und so das Gefühl mit erwerben können, hip zu sein. Hipness kostet, und es wird gerne dafür gezahlt.


...wer sich für langlebige Produkte interessiert, findet diese immer noch, er ist nur gut beraten, Markenartikel zu meiden. Dort zahlt man für anderes...


...und jetzt dürft ihr weiter heulen...



Der Begriff der "guten alten Zeit" impliziert schon, dass es sich um etwas vergangenes handeln muss! Dies macht verständlich, dass niemand aktuell, bewusst, in dieser Vergangenheit leben kann. Jedenfalls nicht physisch!
Das subjektive Empfinden, dass früher in der "guten alten Zeit" alles besser war, (meist zu beobachten bei Menschen, die die Demakationslinie ihrer Jugend weit überschritten haben) mag daher rühren, dass einem das eigene damalige Leben bei weitem lebenswerter erscheint. Man war jung, die Organe verrichteten ihren Dienst ohne nennenswerte Ausfälle und ohne zu murren, und man hatte von Zeit zu Zeit Sex, ohne dafür zu bezahlen!
Das die Industrie Trend´s setzt und Bedürfnisse schafft, war auch schon in vergangenen Zeiten so, Trotzdem erhielt man als Verbraucher ein Produkt, dass einem das Gefühl gab, wenigstens eine erquickliche Gegenleistung für seine Taler zu bekommen.
Ich denke, dass das Problem der schwindenen Qualität eher damit zusammenhängt, dass immer mehr Hersteller von Gebrauchsgütern ihre Produktion in Gegenden der Welt verlagern, in denen man kulturell und traditionell nichts mit unseren Qualitätsansprüchen anfangen kann.

Trotz dieser Entwicklung, ist es dem geneigten Verbraucher möglich ein Stück der "guten alten Zeit" hinüber in die Gegenwart zu retten. Beobachtet nur mal Euer eigenes Konsumverhalten. Ich kann mich nicht über das Verschwinden des kleinen Einzelhandels ärgern, wenn ich selbst mir meine 4m große Glotzkiste im Laden von Mario Barth kaufe. Ich kann mich nicht über Gammelfleisch aufregen, wenn ich nur bereit bin maximal 2 € für ´nen Döner auszugeben.

Amen!