habe diesen thread eben erst entdeckt, der letzte eintrag von gestern... möchte trotzdem noch gern mein statement dazu abgeben.

habe die beiträge alle gelesen, teils amüsiert, teils begeistert, teils auch irritiert. manche denken wirklich recht engstirnig, doch das sei jedem selbst überlassen. vielleicht nur so viel zu denen, die meinen, dass der westen alles bezahlt hat und dass das heute immer noch zu einschränkungen führt, die es nicht gebraucht hätte - bis hin zum soli:

ende der 80er steckte der westen gerade mitten in einer tiefen wirtschaftskrise. der markt war sozusagen "satt": jeder hatte schon seine miele-waschmaschine, seinen golf 2 oder e-klasse-t-modell, seinen grundig-fernseher, usw.

und dann kamen auf einmal 17 mio neue kunden hinzu, die genau das alles haben wollten, was im westen schon jeder besaß. was das für die volkswirtschaft und damit für jeden einzelnen auch im westen bedeutet hat - bis hin zum erhalt von arbeitsplätzen udn weiteren wohlstand, steht in keinem verhältnis zu den kosten (mal abgesehen vom doch recht teuren regierungsumzug)!

auch heute ist weder "im westen alles toll" noch "im osten alles blöd". oder was unterscheidet einen penner am hamburger bahnhof von einem der sich im leipziger pendant die kante gibt? oder ist ein skin im osten, der einen schwarzen durch die straßen treibt, jetzt schlimmer als halbstarke penner, die in münchen einen zu hilfe eilenden totschlagen?

hat sich der rolex-träger im osten diesen status nur verdient, weil es den gönnerhaften westen gab? wie viel rolexträger im westen haben sich denn ihre mit ihren geschäften im osten damals wie heute verdient?

ich denke, es war ein ereignis, dass die welt grundlegend verändert hat, wir können als volk stolz darauf sein, der welt gezeigt zu haben, wie ein friedlicher umbruch aussieht. was - heute wie damals - ein jeder für sich daraus macht, ist jedem selber überlassen. doch wie manche der beiträge hier zeigen: die mauer in den köpfen ist vielerorts noch anzutreffen. ich denke, so wie heute die 20jährigen mit diesem thema der unterscheidung nichts mehr anfangen können, wird es wohl noch weitere 40-50 jahre dauern, bis die meisten mauern verschwunden sein werden. schade aber manchmal vielleicht einfach nur menschlich.

ich bin überigens weder "wessi" noch "ossi" sondern

DEUTSCHER!
(und sehr stolz darauf)