Vielen Dank an Peter (husi) für seine Impressionen. Mein allergrößter Respekt gilt den damaligen DDR-Bürgern, die durch Beharrlichkeit gepaart mit Besonnenheit die Mauer erst zum Einsturz gebracht haben.

Ich für meinen Teil habe die Maueröffnung übrigens schlicht verschlafen. Am 10.11.89 hatte ich morgens einen Termin in München-Freimann, um meinen neuen BMW abzuholen. Dazu hatte ich mit meiner damaligen Freundin einen Flug nach München gebucht, der bereits um 6:30 startete. Mein Wecker stand auf 4:00 (das war die eigentliche Sperrfrist der berühmten Pressemitteilung: 10.11.09, 4:00) und ich ging daher sehr früh ins Bett, ohne etwas von den Ereignissen mitzubekommen. Um 4:30 fuhr ich dann mit einem Leihwagen zu meiner Freundin, um sie wie vereinbart abzuholen. Dabei hörte ich im Radio eine Reportage über die Maueröffnung, hielt es aber für ein Science-Fiction-Hörspiel (Orson Wells läßt grüßen!). Bei meiner Freundin angekommen murmelte ich etwas von "Komisches Hörspiel im Radio" und sie lachte laut: „Von wegen Hörspiel, Du hast die Maueröffnung verpennt! Ich war die ganze Nacht vor dem Fernseher…..“. Auf der Fahrt zum Flughafen und in der Maschine nach München holte meine Freundin dann den fehlenden Schlaf nach, während ich mir dachte: „Nun hast du wegen eines blöden Autos die wohl eindrucksvollste Nacht in der deutschen Nachkriegsgeschichte verpennt!“

Mit dem brandneuen, pechschwarzen BMW fuhren wir dann am Wochende von München zurück nach Hause umringt von seltsamen, bonbonfarbenen Autos. An einer Raststätte kamen wir mit einigen DDR-Bürgern ins Gespräch und ich rauchte die erste Ost-Zigarette (hieß glaube ich F6) meines Lebens.

Es war einfach phantastisch und unvergesslich…..

Gruß
Matthias