Hallo zusammen,

ich hatte das Glück, unmittelbar mit meinem Eintritt ins Berufsleben in die PKV gehen zu können und ich habe das nie bereut. Mehr noch, rein wirtschaftlich betrachtet war das eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Das hat aber natürlich auch mit meinen persönlichen Lebensumständen zu tun und damit, daß ich, toi toi toi, nicht ernsthaft krank gewesen bin in der Zeit.

Und natürlich muß jeder für sich selber herausfinden, ob vor dem Hintergrund seiner individuellen Lebensverhältnisse die PKV oder die GKV größere Vorteile hat. Ganz allgemein aber - und das ist für mich das allerwichtigste Kriterium - reden wir hier von zwei völlig verschiedenen Systemen (!!), die eigentlich gar nicht unmittelbar vergleichbar sind:

1. Die GKV ist im Grunde keine Versicherung, sondern eine GESUNDHEITSSTEUER. Grundsätzlich stehen jedem die gleichen Leistungen zu, die Höhe der Steuer orientiert sich am Einkommen. Je höher das Einkommen, desto höher die Steuer (die Beitragsbemessungsgrenze mal unberücksichtigt). Nicht mitverdienende Frauen und Kinder werden zu unveränderten Konditionen mitversichert. Das empfinden viele in diesem Land als gerecht.

2. Die PKV ist eine VERSICHERUNG. Die Beiträge sind nicht abhängig vom Einkommen, sondern von dem individuell zu versichernden Risiko und den Leistungen, die abgedeckt werden sollen. Das beispielsweise empfinde ich als gerecht. Wenn 4 Personen versichert werden sollen, fällt die Prämie höher aus als als wenn 1 Person versichert wird. Wenn ich z.B. auf Kuren bewußt verzichte, dann habe ich im Bedarfsfall keinen Anspruch auf Kuren, aber ich zahle eben auch niedrigere Beiträge. Ganz wie es meinen individuellen Vorstellungen entspricht. Auf diese Weise kann ich mir aus Hunderten von Optionen meinen individuellen Tarif zusammenbasteln. Ich bekomme nur die Leistungen, die ich auch will und nur dafür bezahle ich meine Prämie.

In meinem konkreten Fall sieht das so aus: Ich habe einen Tarif mit Beitragsrückerstattung, d.h. wenn ich im Kalenderjahr keine Rechnungen für Arztbesuche oder Medikamente einreiche, bekomme ich - mittlerweile - 50% meiner gesamten Beiträge erstattet. Ich bin seit 15 Jahren in der PKV und habe noch nie (!) einen Pfennig eingereicht. Die jährlichen Routinebesuche beim Arzt oder Zahnarzt, mal hier ein Heuschnupfenmedikament oder ein Erkältungsmittel, das zahle ich alles aus eigener Tasche. So wie meinen Urlaub, die Autoreparatur oder den Tierarzt ja auch. Aber, wenn es doch einmal zu hohen Kosten käme (die Grenze für die Einreichung von Rechnungen liegt so bei 4.000,-- EUR p.a.), bei Operationen, Krankheiten etc. dann ist der Versicherungsschutz sofort da und zwar mit allem Pipapo, Chefarzt, Einzelzimmer etc.

Letztlich heißt das alles, daß für mich die PKV, so wie ich mir den Tarif zusammengestellt habe, eine VERSICHERUNG im ureigensten Sinne darstellt: Die Kleinigkeiten des täglichen Lebens zahle ich selber (und bin trotzdem um Lichtjahre günstiger unterwegs als in der "Solidargemeinschaft" GKV) und wenn es existenziell wird, dann kommt die Versicherung zum Tragen, denn genau dafür ist eine Versicherung da.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, daß das Gesundheitssystem insgesamt effizienter wäre, wenn es grundsätzlich nach der Idee der PKV organisiert wäre. Schade, daß durch die willkürlich gewählte Einkommenshürde für den Wechsel in die PKV nur die "Besserverdienenden" in den Genuß des (aus meiner Sicht) besseren Systems kommen.

Gruß
Peter