Das war während meines Studiums. In der Nachbarschaft handelte ein Mann mit Exoten und Jahreswagen zum Export in die Niederlande. Unbedingt wollte ich mal einen Countach, MB 600 oder einen Stutz Blackhawk fahren und habe mich bei ihm als "Driver" vorgestellt. Für die Fahrt nach Stuttgart und zurück gab es einen Hunni und ein Schnitzel an der Autobahn. Geld konnte ich immer brauchen.

Irgendwann dann hat der Mann mich vom Fahrer zum Einkäufer und später dann ob vermuteter Talente das JW-Geschäft allein machen lassen auf seine Rechnung. Quasi "Abteilungsleiter". Ausfuhrerklärungen, T1/T2 Papiere, Ausfuhrkennzeichen pp. . Fünf Autos pro Woche gedreht, dank guter Provision war ich der erste in der Clique mit AMEX-Karte und habe nur noch Moet Chandon getrunken. Schwachsinn. Wenn man jung ist und urplötzlich viel Geld verdient, denkt man nicht ans Sparen.

Ich kann mich noch gut an die "Internationale Korschenbroicher Automobilausstellung" der örtlichen Autohändler erinnern. Ich schlug dort mit einem orangen Countach LP 400 auf und öffnete alle Türen und Hauben. Sekunden später war die "Internationale Korschenbroicher Automobilausstellung" leer, bis schließlich der Honda-Händler auf mich zustürmte und mich anbrüllte, ich solle verschwinden, sonst riefe er die Polizei! Damals waren die Exoten nicht so inflationär vorhanden wie heute.

Rückblickend war es eine gute Zeit. Für jedes Radio, ob Avus oder Mexiko, bekam ich von einem Händler pauschal 200 DM. Die wurden natürlich ausgebaut, wenn sie nicht bestellt waren. Aber der Händler hat später viel krumm gemacht mit Leasinggeschäften aus Südeuropa, und nach Offenbacher und Strafbefehl für ihn war das Geschäft zu Ende. Zu dem Zeitpunkt war ich nicht mehr bei ihm. Unvergessen die Fahrten in Autos wie Maserati Ghibli Spider, Ferrari F40, Aston Martin Vantage und Lagonda usw.... die, von Middle East kommend, von Bremerhaven mit roter Nummer überführt wurden.