Es überrascht mich doch sehr, wie schnell hier einige vom Thema abkommen.

Da wird der Verkauf von unbedeutenden Kleinteilen mit der Lebensmittelknappheit in Krisenregionen verglichen. Da wird unterstellt, es würden Leute hier Ersatzteile schnorren wollen. Da wird konstatiert, daß Rolex noch vergleichsweise großzügig ist und deren Serviceverhalten sich nicht auf andere Branchen übertragen läßt. Da wird behauptet, mit den (unbedeutenden Klein-) Teilen würden Fakes aufgemotzt um sie als echt anzubieten. Da wird die Praxis des Einbehalts von ausgetauschten Teilen verteufelt, wenn doch im Beitrag des Threadstarters genau das Gegenteil gesagt wird.

Um mal den Vergleich zu wagen: Mercedes verkauft mir so viele Felgen für meine beiden Benze (und auch für jedes andere Modell) wie ich will, wie ich bezahlen und vom Hof karren kann. Dies ohne die Autos vorfahren zu müssen, ohne die Felgen dort montiert lassen zu müssen oder gar die alten Felgen einbehalten zu wollen. Was ich mit den Felgen mache, ob ich sie in den Keller lege, ob ich sie weiterverkaufe oder an ein anderes Fahrzeug (der gleichen oder einer anderen Marke) montiere, das ist denen ziemlich schnuppe.

Das ist wohl schon ein Unterschied, und hier kommt noch einer: Die MB-Felge trägt eine Teilenummer (und möglicherweise weitere Sicherheitsmerkmale) und ist somit zumindest vordergründig als Original zu erkennen (sicher, auch da gibt es Fakes). Es käme aber doch wohl niemand auf die Idee, ein Fahrzeug als Mercedes auszugeben oder für einen solchen zu halten, allein weil original MB-Felgen montiert sind. Da gibt es doch wohl eindeutigere Indentifizierungsmerkmale. Kein Federsteg, kein Bandglied, keine Lünetteneinlage trägt eine Teile- oder Referenznummer und entzieht sich somit ohnehin der Überprüfung durch den Laien.

Bei ganzen Werken, selbst bei zentralen Komponenten davon, bei Gehäusen, bei kompletten Bandhälften, meinethalben auch bei Schließen oder Gläsern kann ich die Aufregung ja noch verstehen, aber bei Federstegen oder Verlängerungsgliedern? Laßt doch bitte mal die Kirche beim Dorf, was Rolex da macht ist schlicht und einfach Schikane!

Ich möchte nicht wissen, in wievielen Uhren von Mitgliedern hier z.B. nicht originale Federstege verbaut sind, nur weil das Originalteil gerade nicht verfügbar, ein Aftermarket-Teil erheblich günstiger oder der Weg zum Konzi einfach zu beschwerlich war. Und dies vielleicht, ohne daß es die Träger wissen, weil sie die Uhr gebraucht gekauft haben und es gar nicht überprüfen können, oder weil dem Konzi das Teilekästchen heruntergefallen ist und er die Stege einfach nur nach Größe sortiert hat.