Andreas:

Vielen Dank für Deine sehr ausführlichen Kommentare; ich habe ihnen nichts entgegenzusetzen. Und um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich habe keineswegs die Absicht, hier in irgendeine Konkurrenz zu den Experten des Fachs zu treten. Gleichzeitig wird der Wunsch in mir immer heftiger, mehr über meine Uhren zu lernen, ihre Funktionsweise besser zu verstehen und auch einmal selbst Hand anzulegen.

Vielleicht ist das Beispiel platt, vielleicht erklärt es aber auch mein Ansinnen: Ich hatte früher einige Oldtimer / Youngtimer, allesamt in perfekt erhaltenem oder restauriertem Zustand. Ich habe da gelegentlich selbst mitgewirkt, bei Arbeiten, die zeitaufwendig sind aber nicht unbedingt Fachkenntnisse oder Spezialwerkzeug erfordern. Das Ergebnis konnte immer überzeugen und die Kosten blieben insgesamt überschaubar. Was für mich noch wichtiger war: Mein "sense of ownership" war ungleich größer. Oder anders: Für 15000 Euro kann sich jeder ein perfekt restauriertes Käfer Cabrio holen. Man kann aber auch nur 10000 Euro ausgeben, einige Dutzend Stunden Zeit investieren, erhält das gleiche oder ein annähernd gleiches Resultat und kann sich damit ungleich besser identifizieren.

Möglicherweise ist es bei Uhren anders, wo sich Arbeitsschritte nicht so einfach trennen lassen (Beispiel Austausch Tubus und Krone). Trotzdem gibt es auch hier ganz sicher Arbeiten, die man - Interesse, Ehrgeiz, ausreichend Zeit und das erforderliche Werkzeug vorausgesetzt - auch selber ausführen kann. Und selbst wenn es unter'm Strich nicht billiger ist als beim Konzi, ich könnte mich mit dem Ergebnis mehr identifizieren wenn ich dazu mehr beigetragen hätte als nur schnöden Mammon.

Ich würde also sehr gerne mehr lernen als bloße Theorie, sei es bei einem Uhrmachermeister oder an der VHS. Selbst wenn es nur dazu dient, wertzuschätzen was ein Fachmann zu leisten vermag im Vergleich zum eigenen Unvermögen.