viel spaß :
Die Gesamtzahl der heute lebenden Tierarten wird von Taxonomen auf über eine Million geschätzt (Tab. 1). Manche schätzen mehrere Millionen. Die großen Unterschiede in den Schätzungen beruhen auf unterschiedlichen Artbegriffen. Das zeigt, daß die Frage nach der Abgrenzung von "Arten" in unserem Zusammenhang wesentlich ist (s. u.).
Säugetiere 3.700
Vögel 8.600
Reptilien 6.300
Amphibien 2.500
Fische (incl. Rundmäuler) 20.600
Manteltiere (z.B. Seescheiden) 1.700
Stachelhäuter (z.B. Seeigel) 6.000
Gliederfüßer (z.B. Insekten) 1.000.000
Weichtiere(z.B. Muscheln) 130.000
Platt- und Fadenwürmer 25.000
Ringelwürmer 17.000
Hohltiere(z.B. Quallen) 9.000
Schwämme 5.000
Einzeller 27.000
insgesamt 1.262.400
Tab. 1: Anzahl von Arten ("Biospezies", nach 2,9)
Hätte Noah 1 Million Arten mit an Bord nehmen müssen, wäre es auf der Arche sicher sehr eng geworden, aber es gab eine nicht geringe Zahl an Tieren, die als Wasserlebewesen außerhalb der Arche die Sintflut überleben konnte (Tab. 2).
Alle Fische 20.600
Alle Manteltiere (z.B. Seescheiden) 1.700
Alle Stachelhäuter (z.B. Seeigel) 6.000
Fast alle Weichtiere (z.B. Muscheln) 130.000
Alle Hohltiere (z.B. Quallen) 9.000
Alle Schwämme 5.000
Alle Einzeller 27.000
insgesamt 199.300
Tab. 2: Anzahl der Biospezies, die außerhalb der Arche überleben konnten (nach 2, 9)
Außer den in Tab. 2 aufgelisteten Arten konnten außerhalb der Arche auch einige Säugetiere (Wale, Delphine), einige Amphibien, einige Gliederfüßer (Garnelen, Krabben, einige Insekten u. a.) und viele der ca. 42.000 Wurmarten überleben. Man sollte in diesem Zusammenhang auch bedenken, daß die meisten Arten bei den Gliederfüßern vorliegen (ca. 1 Million), die in der Regel sehr klein sind und wenig Platz wegnehmen. Darüber hinaus ist aber fraglich, ob Wirbellose (zu denen die Gliederfüßer gehören) überhaupt mit in die Arche mußten. Nach dem Bericht Gen. 6 ff mußten die Land- und Lufttiere, in denen Odem ist, in die Arche. Es bleibt offen, ob damit nur die lungenatmenden Tiere gemeint sind, nicht dagegen tracheenatmende Landtiere wie Landinsekten. Es wäre aus biologischen Gesichtspunkten sinnvoll, wenn die Wirbellosen nicht mit in die Arche kommen mußten, denn sie sind (großenteils oder vollständig?) in der Lage, durch Dauerstadien wie z. B. widerstandsfähige Eier zu überleben(etwa auf schwimmenden Vegetationsresten). Es bestand daher auch keine Notwendigkeit, sie mit in die Arche zu nehmen. Es scheint also nach dem biblischen Bericht sowie aufgrund biologischer Fakten erlaubt zu sein, die Wirbellosen (Insekten, Krebse, Spinnen, Würmer, Weichtiere usw.) bei den nachfolgenden Abschätzungen außer acht zu lassen.
Fazit: Die Höchstzahl der mitzunehmenden Wirbeltierarten (Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien) betrug ca. 21.100 (3.700 Säugetierarten, 8.600 Vogelarten, 8.800 Reptilien- und Amphibienarten). Wirbellose können außer Betracht bleiben.
Wieviele Tiere waren nun höchstens an Bord?
Wir haben schon gesehen, daß Noah von allen Landtieren 1 Paar mitnehmen sollte, von den reinen Tieren 7 Paare (das sind nur ganz wenige Arten: Nach 3. Mose 11,11 ff. waren es bei den Säugetieren alle diejenigen, die Wiederkäuer und Paarhufer/zeher waren, wie z. B. das Rind oder das Schaf) und von allen Vögeln 7 Paare.
Daraus ergibt sich:
Ca. 120.000 Vögel, 7.400 Säugetiere, 17.600 Reptilien und Amphibien (+ eine nicht ins Gewicht fallende Anzahl reiner Tiere). Insgesamt also ca. 145.000 Wirbeltierindividuen. Hinzu kommen acht Menschen und Nahrungsmittel für Mensch und Tier. Mit Sicherheit mußte Noah aber bedeutend weniger als 145.000 Wirbeltiere mit an Bord zu nehmen, denn die bisher erwähnten Zahlen beziehen sich auf den biologischen Artbegriff (Biospezies). Der biologische Artbegriff deckt sich kaum mit dem biblischen (hebräisch "min"). In der Schöpfungsgeschichte wird gesagt, daß die Tiere sich "nach ihrer Art" (Gen. 1, 21) vermehren sollten, von den Pflanzen heißt es, sie "sollen Samen tragen nach ihrer Art" (Gen. 1,11). Diese Aussagen lassen die Deutung zu, daß alle Lebewesen, die miteinander Nachkommen zeugen können, zur selben "geschaffenen Art" (wir sprechen zur terminologischen Abgrenzung von "Grundtyp") gehören. Wir wissen heute, daß es eine ganze Reihe von Arten gibt, die durch Kreuzung direkt oder indirekt miteinander verbunden sind (z. B. Pudel und Wolf bei den Hundeartigen, Haushuhn und Königsfasan bei den Fasanenartigen). Hund und Wolf und auch alle anderen Vertreter der Hundeartigen gehören demnach nicht verschiedenen "geschaffenen Arten" an, sondern sind verschiedene "biologische Arten" ein und derselben "geschaffenen Art" (desselben Grundtyps). Demnach hatte Noah von allen Hundeartigen (Hund, Wolf, Schakal, Fuchs usw.) nur ein Paar, von allen Fasanenartigen (Königsfasan, Jagdfasan, Haushuhn, Truthahn u. a.) nur sieben Paare und auch von allen anderen Grundtypen nur ein Paar (bzw. sieben) mit in die Arche zu nehmen, denn aufgrund der den Tieren von ihrem Schöpfer eingegebenen genetischen Möglichkeiten konnten sich die Tiere nach der Flut im Rahmen eines mikroevolutiven Prozesses (= Variation innerhalb des Grundtyps)- aber nicht grundtypüberschreitend - in die heute bekannten "biologischen Arten" aufspalten. Dieser Prozeß hat aber nichts mit Evolution im Sinne einer Höherentwicklung zu tun (Makroevolution), sondern entspricht im Prinzip der Rassenbildung (Mikroevolution) 5, 6.
So ist z. B. aus der Züchtung bekannt, daß in den letzten 250 Jahren 200 neue Hunderassen gezüchtet wurden, die voneinander so verschieden sind wie der Dackel vom Collie oder der Schäferhund vom Pekinesen. Das Grundtypkonzept ist ein wissenschaftlich sehr fruchtbarer Ansatz, weil man mit ihm konkrete wissenschaftliche Studien an der heute beobachtbaren Realität betreiben kann. Da die Grundtypforschung erst am Anfang steht, ist nicht genau bekannt, wieviele Grundtypen es gibt, und nur in einigen Fällen ist untersucht worden, wieviele Biospezies zu einem Grundtyp zusammengefaßt werden können. Man kann nach bisherigen Ergebnissen aber praktisch sicher sein, daß bei den Vögeln durchschnittlich mindestens 50 Biospezies zu einem Grundtyp gehören, bei den Säugetieren mindestens 20 und bei den Reptilien und Amphibien mindestens 30. Durch die entsprechenden Faktoren muß die Zahl der nach Biospezies gerechneten Individuen geteilt werden (Tab. 3). Nach Grundtypen gerechnet ergeben sich nur ca. 3.400 Individuen, gemessen an den heute lebenden Formen. Dabei ist nicht einmal berücksichtigt, daß die Amphibien großenteils auch außerhalb der Arche überleben konnten.
Individuen nach Biospecies gerechnet Biospecies pro Grundtyp Individuen nach Grundtypen gerechnet ausgestorbene Grundtypen (Anz. der Indiv.) Grundtypen in der Arche (Anz. der Indiv.)
Vögel (je 7 Paare) 120.000 ca. 50 2400 4800 7200
Säugetiere (i. a. je 1 Paar) 8.000 ca. 20 400 800 1200
Rept.+ Amph. (je 1 Paar) 18.000 ca. 30 600 1800 2400
Tab. 3: Anzahlen der Landwirbeltiere
(Zahlen in der ersten Spalte auf die nächsten Tausender aufgerundet)
Nun muß aber berücksichtigt werden, daß eine Reihe von Grundtypen ausgestorben ist. Diese mußten aber auch in die Arche, denn es gibt zwingende Gründe dafür, daß sie nach der Flut noch gelebt haben und erst in dieser Zeit ausgestorben sind. Rechnen wir mit doppelt so vielen ausgestorbenen Grundtypen bei Säugern und Vögeln (es sind deutlich weniger bekannt), bei Reptilien und Amphibien mit dreimal so viel, so erhalten wir 10.800 Individuen (Tab. 3, rechte Spalte), die in der Arche untergebracht werden mußten - bei hoch angesetzter Abschätzung.
Einige Angaben zur Anzahl ausgestorbener Arten:
Lehmann, Paläontologisches Wörterbuch, 3. AuB. Stuttgart 1985, gibt an, daß 54% der bekannten Säugerfamilien ausgestorben seien, von den Gattungen 67% (S. 217). Das Grundtypniveau liegt nach bisherigen Erkenntnissen auf dem Familien- oder Unterfamilienniveau, bisher jedenfalls immer über dem Gattungsniveau. Nach diesen Angaben muß man also mit ca. 1-1,5 mal so vielen ausgestorbenen Grundtypen rechnen im Vergleich mit der Anzahl heute lebender Grundtypen. Nach der Tabelle auf S. 2 und einem angenommenen Kürzungsfaktor von 20 entspricht das etwa 300-400 ausgestorbenen Säugetier-Grundtypen. Für die Vögel gibt Lehmann an, daß nur etwa 1/5 bis 1/4 der insgesamt bekannten Arten ausgestorben seien (S. 41). Hier wird i. a. ins Feld geführt, daß Vögel wegen der leichten, pneumatisierten Knochen wesentlich schlechter fossil erhalten werden konnten als andere Wirbeltiere.
A. H. Müller (Lehrbuch der Paläozoologie, Jena 1970, Band 3, Teil 3 Mammalia) rechnet mit etwa 2080 fossilen Säugetiergattungen (S. 2); das könnte ca. 200-400 Grundtypen entsprechen, (angenommener Kürzungsfaktor für Gattungen: 5) so daß wir hier etwa auf dieselbe Zahl kommen wie Lehmann. Für die Vögel gibt er an (S. 562): 639 fossil vertretene Gattungen; für die Reptilien: 1050 fossile Gattungen. Mit diesen Angaben stimmen Tabellen und Graphiken von G. P. Lanuood (Extinctionand Survival in the fossil record-larendon Press Oxford, 1988) überein (S. 271 ff., S. 322). Konkrete Zahlen nennt er bei den Säugetieren: Gegenüber 130 heute lebenden Familien zählt er 180 ausgestorbene; bei den Gattungen ist das Verhältnis 1000:3000, bei den Arten 4000:8000.
Mit diesen Informationen können wir nun prüfen, ob die Arche für diese Anzahl ausgereicht hatte.
Ergebnis 1 bis 20 von 71
Thema: kurze mathe aufgabe
Baum-Darstellung
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06.07.2007, 10:50 #26
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-larendon Press Oxford, 1988) überein (S. 271 ff., S. 322). Konkrete Zahlen nennt er bei den Säugetieren: Gegenüber 130 heute lebenden Familien zählt er 180 ausgestorbene; bei den Gattungen ist das Verhältnis 1000:3000, bei den Arten 4000:8000.
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