Also, dann will ich mal: Die SD wurde ja ursprünglich auf Anfrage von und ausschliesslich für die Compagnie Maritime d'expertise (Comex) aus der Sub entwickelt - mit berechtigtem Hintergrund, da tatsächlich so manche Uhr geplatzt ist. Für mich bis heute ungeklärt ist, ob es sich um die erste Konstruktion dieser Art, oder nur um eine weitere Version handelte, die sich schlussendlich durchgesetzt hat. Ebenfalls ungeklärt ist, ob die erste Uhr unter der Bezeichnung Sea-Dweller nun 1971 oder 1970 lanciert wurde, da sich Rolex in der Beziehung schon mal selbst widerspricht.Original von PCSInteressant finde ich z.B., dass die Sub keines hat, die Seamaster aber schon.
Bin gespannt auf Antworten...
Doxa schreibt zu diesem Thema: "...at the same time Rolex® was working on their helium release valve equipped watch. Due to the good relationship between both companies, the decision was made to share the patent for the first Helium release equipped diver watch in 1968. In 1969, DOXA introduced the first helium release valve equipped diver watch..." (aus: http://www.doxa.at/new/Story_of_the_DOXA_SUB.pdf)
Wie auch immer: Es gibt so manche Kostruktion aus den frühen Jahren, die bereits über eine Omega-ähnliche zweite Krone als Heliumventil verfügt haben, wieder andere hatten bspw. ein Schraubenventil auf der Deckelrückseite. Nachdem aber nur wenige dieser Hersteller heute noch in der ursprünglichen Form existieren, und wenn, dann eine alles andere als lückenlos dokumentierte Historie haben, erweist es sich als ausserordentlich schwierig, zu diesem Thema zu recherchieren und verlässliche Jahreszahlen zu produzieren. Insbesondere da Patente aus dieser Zeit meistens nicht auf den Uhrenhersteller zurückgehen, sondern auf Ingenieure, Taucher etc.
Omega hatte es zu dieser Zeit bereits verpasst, die Kooperation mit Comex weiter zu festigen und fokussierte Entwicklungen in dieser Zeit auf Komplikationen (SM 120 Chronograph, 1972), Modellpflege, Extrem-Tieftauchern (SM 1000, 1971) sowie Band- und Verschluss-Optionen (Adiprene). Ebenfalls übernahm Omega eine Pionierrolle in der Verwendung von Saphiergläsern bei Taucheruhren (SM 1000). Ausserdem war mit der SM 600 eine bis heute ausserordentlich dichte Uhr geschaffen worden, die den Belastungen wohl ebenfalls auch ohne Ventil gewachsen war. ABER eben: Die SM 600 wurde nicht mehr von der Comex eingesetzt, da Rolex im Jahr 1972 Exklusivpartner wurde. Und es gab nicht viele Unternehmen, die ebenfalls Interesse an einer dermassen konstruierten Uhr hatten.
Den Weg ohne Ventil beschritt damals auch ein anderer Hersteller: Seikos aufgrund externer Anfragen neu entwickelte 600m Automatic Professional Diver (Ref. 6159-022) ist wasserdicht bis 600 Meter; der Firmen-Rekord wurde somit zum dritten mal in Serie verdoppelt. Dank neuartiger, patentierter Kronendichtungen gilt diese Uhr als Seikos Antwort auf die neuen Bedürfnisse des Sättigungstauchen, ohne gleichzeitig ein Heliumventil anzubieten (Helium sollte bei dieser Konstruktion von Seiko, so die Überlegung, erst gar nicht ins Gehäuse eindringen). Es handelte sich ebenfalls um die erste seriengefertigte Armbanduhr, bei der Titan beim Gehäuse Verwendung fand. Eine weitere Novität/Spezialität dieses Modells: Es verfügte als wahrscheinlich erste Uhr über ein Kautschukband mit den charakteristischen drei Wellen/Falten unterhalb des Bandstegs (welche sich im Gegensatz zu starren, ausklappbaren Tauchverlängerungen a) jederzeit dem unter Druck variabel dicken Neopren-Anzug anpassen und b) somit auch die Federstege enorm entlasten). (Anmerkung: Eine optisch praktisch identische Uhr wurde vor wenigen Jahren innerhalb der Historical Collection relaunched; und weitere Modelle ähnlicher Bauart erreichten ca. ab 1986 gar 1000 Meter, wurden jedoch mit Quartz-Werken ausgerüstet.) (aus: http://www.rruegger.ch/deepdivers.htm)
Das bedeutet: drei Konstruktionen haben sich bis heute behauptet: integriertes Ventil (das nach Ablauf nun auch bei BM, TAG Heuer, Certina, Breitling, Panerai, Anonimo, GP etc. erhältlich ist), externes Kronen-Ventil (bspw. Omega SM 300 - ab 1993), oder aber die Konstruktion eines besonders ausgelegten Gehäuses, wie es bei IWC seit 1984 (Ocean 2000) resp. mit der GST Aquatimer seit 1998 im Einsatz ist. Weitere Hersteller sind UTS, Seiko etc.
Dass eine fürs Sättigungstauchen ausgelegte Uhr ohne Heliumventil nicht immer bis x tausend Meter wasserdicht sein muss, beweist übrigens Seiko mit der (offiziell) bis 300 Meter wasserdichten Marinemaster:
Es ist gleichzeitig eine der wenigen Gravuren dieser Art - die meisten anderen Hersteller dieser Art beschränken sich auf eher PR-lastige Begleittexte.
Wie auch immer: Das Heliumventil ist in 99.99% aller Fälle nichts anderes als ein Gimmick. Und da sich die Dempression in einer Tauchglocke sehr trocken gestaltet, liesse sich (nebst zeitgemässer Gehäuse-/Glaskonstruktion) auch durch blosses Aufschrauben der Krone ein identischer Effekt erzielen.![]()
Die Aufteilung der Rolex-Kollektion in zwei (Sport-)Tauchermodelle und ein Sättigungstauch-Modell macht also insofern durchaus Sinn. - Die Kundschaft kann selbst wählen, der historische Bezug ist mehr als berechtigt.
Ein Anbieten resp. Weglassen bei den anderen Herstellern macht ebenfalls Sinn: Einerseits als Gimmick, oder eben gerade deshalb nicht. Andrerseits sind es gerade dann wieder die Konsumenten, die Hersteller dazu nötigen ("Aber die Omega hat ein Heliumventil!"), das Thema doch in der einen oder anderen Form aufzugreifen.
Aber was wäre denn nun die beste Variante, wenn tatsächlich ein Heliumventil gebraucht würde? Antwort: Keine Ahnung. Ich bezweifle, dass irgendwelche Langzeitstudien zu Gehäsuen ohne Ventil existieren, die Materialermüdung & Co. behandeln. Die Rolex-Variante hat sich zumindest schon ausgiebig in der Praxis bewährt.
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Thema: bilder heliumventil
Baum-Darstellung
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15.09.2004, 11:07 #30
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