Von Pierer, Kleinfeld & Co. mussten auf jeden Fall gehen, bzw. gegangen werden.

Entweder die wussten von Schmiergeldzahlungen und von schwarzen Kassen ==> und müssen gehen.

Oder, sie wussten tatsächlich rein garnichts ==> und müssen erst recht gehen, weil derartige Dinge unter strenger Kontrolle gehalten werden müssen. Zumindest bei den grossen Summen/Projekten, wie z.B. im Kraftwerkgeschäft, oder für die Kommunikationstechnik für die Olympischen Spiele in Athen, usw.


Ich will hier kein Moralapostel sein. Denn mir ist durchaus bewusst, dass ohne die "Hilfsmittel" Schwarze-Kasse und Schmiergelder in gewissen Bereichen der internationalen Wirtschaft kein Vertrag zu bekommen ist, oder schlicht keine Betriebsgenehmigungen erreichbar sind. Da handeln wohl die meisten Firmen in gleicher Art und Weise.

Doch nun, wo es bei Siemens bekannt geworden ist, müssen Köpfe rollen, damit in der Öffentlichkeit der Eindruck entsteht, dass "etwas getan wurde".


Ich habe früher bei "einer renommierten Elektrofirma mit rolexaffinem Management" (um keine Werbung/Rufschädigung zu betreiben) im Kraftwerksbau gearbeitet. Zumindest bei den Kraftwerksprojekten im asiatischem Raum, an denen ich mitgewirkt habe, gab es inoffizielle Kassen, die dem jeweiligen Gesamtprojektleiter und/oder Bauleiter zur Verfügung standen. Es war jedem, der in Projekt- und Bauleitung gearbeitet hat, bekannt/erkennbar, wie gewisse Dinge abgewickelt wurden. Dass so einige Auftraggeber während Verhandlungen auf Segeltörns eingeladen wurden, und andere Geschenke gemacht wurden, ist nicht unbekannt gewesen. Auch dienten schwarze Kassen gelegentlich dazu, um einem "vielbeschäftigten" Boiler-Inspektor die Unterschrift "pünktlicher" zu entlocken.
Wenn solche Gepflogenheiten schon auf meiner Ebene bekannt waren, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass in den Chefetagen der Industrie rein garnichts gewusst wird -zumindest im Rahmen der ganz grossen Projekte.