Nicht ganz. Über die Vor- und Nachteile des 7750 aus uhrmacherischer Sicht mögen andere, kompetentere Teilnehmer entscheiden als ich ? ich für meinen Teil bin überzeugt, dass das Werk so schlecht nicht sein kann. Nicht umsonst blieb der Markt an Chronographen-Werken mehr als überschaubar.Original von midroth
Alles klar?
Was hingegen aus meiner Sicht weitere Erläuterungen braucht, ist die Erwähnung von Poljot in einem Zug: Poljot verbaut KEINE 7750er. Poljot (als Synonym für russische Uhrenbauer) verfügt über die zur Herstellung nötigen alten Maschinen und baut ein 7750er nach. Mehr nicht. Und dass zwischen Original und Nachbau Welten liegen können, brauch ich hier im Rolexforum wohl niemanden zu sagen. (Was nicht heissen soll, russische Uhren seien nicht gut)
Ebenso sehr hinkt der Vergleich mit dem alten Sinn gewaltig: Ein quasi Ein-Mann-Unternehmen ohne Werbung, Sponsoring, Marketing, Vertrieb, Design etc. mit einem mehrere hundert Mitarbeiter zählenden Unternehmen auf eine (Preis-)Stufe zu stellen, finde ich gewagt. Erst recht, da Helmut Sinn seine Uhrenkomponenten von Private Label Herstellern (wie beispielsweise Rüfli in Lengnau) bezieht, die munter auch andere Marken beliefern: Chronosport, Kobold, Aviazione etc. führen alle die selben Designs mit unterschiedlichen Marken-Aufdrucken und zu unterschiedlichen Preisen. Hier ist dann schon sehr wenig Eigenleistung zu finden.
Es stimmt natürlich, dass diese Uhren ausgesprochen günstig erworben werden können und verdammt viel fürs Geld bieten. Nur muss niemand erwarten, ein exklusives Design mit Ersatzteilgarantie für die kommenden Jahrzehnte erworben zu haben. Denn wie gesagt, der Unterschied zu einem sozial engagierten Konzern wie beispielsweise Rolex, der sämtliche Komponenten einer Uhr selbst entwickelt, herstellt, vertreibt und für deren Herkunft bürgt (der Anteil asiatischer Komponenten in sog. Swiss Made Uhren steigt ja leider zunehmend) und Plagiatoren verfolgt, ist gewaltig.
Dass Luxusuhren per se überteuert sind, sollte ebenfalls klar sein. Sonst dürften die Dinger kaum Luxusuhren heissen. Hingegen sind Preisspannen von Hersteller zu Hersteller in vielen Fällen sehr wohl begründbar. Mindestens, so lange man nicht den Private Label Sumpf betritt und vergleichbare Hersteller mit deren Eigenleistungen miteinander vergleicht.
Es macht halt einen Unterschied, ob ein Gehäuse oder ein Zifferblatt von einem Deutschen mit deutscher Qualität zu einem deutschen Gehalt gefertigt wird, oder ob sein asiatisches Pendant verantwortlich war.
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Thema: Edelmarkenuhren
Hybrid-Darstellung
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15.06.2004, 09:24 #1




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